Contrast

Verfasst am 01. Februar 2018 von Michael Klein (Kategorie: Band Of The Month, Interviews, Regionale Bands) — 587 views

Nach dem gelungenen „Charybdis“ war erstmal lange Zeit Ruhe im Camp Contrast. Erst nach und nach sickerten die Infos über ein neues Album in die sozialen Medien.
Am Ende hat es dann fast vier Jahre bis zur neuen Langrille „Aurora“ gedauert.
Die Band klärt uns im Interview auf.

Metal-Aschaffenburg: Erstmal Glückwunsch. „Aurora“ ist ziemlich cool geworden! Wie kam es denn zu der langen Entstehungs-/Wartezeit?

Contrast: Vielen Dank! In den vergangenen Jahren standen mehrere Besetzungswechsel an. Da für uns nicht nur die rein musikalische, sondern auch die persönliche Komponente eine tragende Rolle spielt, war es nicht leicht Ersatz zu finden. Als Ersatz gefunden wurde, war es natürlich an der Zeit, die neuen Einflüsse angemessen in die Musik einzubringen. Des Weiteren befanden sich zwei Bandmitglieder in der abschließenden Phase ihrer Berufsausbildung, wodurch intermittierend wenig Zeit für die Musik blieb. Ein letzter Einflussfaktor war sicherlich die Tatsache, dass sich der Aufnahmeprozess nicht so problemlos gestaltete, wie anfangs angenommen wurde.

Euer letztes Album folgte lose dem Leitfaden „Mensch vs. Umwelt“ und ließ mit dem Titel „Charybdis“, dem Artwork und Songtiteln wie „Scherbenpalast“, „Chimärenzorn“ oder „Serenade der Endzeit“ eher destruktive Assoziationen zu. Der Titel „Aurora“ (im Sinne des Sonnenaufgangs) klingt hingegen deutlich positiver. Steckt hier ironische Resignation in der Namensgebung, weil die Menschheit weiterhin blind ihren Lebensraum vernichtet – oder versteckt sich in Titeln wie „Der Aufstieg“ oder „Die Meereshirten“ tatsächlich mehr Hoffnung?

Es gibt kein festes Konzept hinter den Songtexten. Sie beschäftigen sich in der Regel mit Themen aus den Bereichen des Tierschutzes, atmosphärischen Traumwelten und der Dissonanz zwischen menschlicher Sinnfindung im Leben und der Wertschätzung der natürlichen Umgebung. Einen zentralen Aspekt stellt sicherlich die Illustration der Welt nach dem Menschen dar. Diese ist nicht unbedingt wertend, sondern als hypothetisches Szenario zu sehen. Einige Songs, wie z. B. „Die Meereshirten“, bilden die Endstrecke ab, die zur Herrschaftsablösung der menschlichen Spezies geführt haben und können als negativ betrachtet werden. Eine Negativwertung ist als solches aber nicht zwingend von uns beabsichtigt.

Stimmt ihr mir zu, wenn ich sage, dass „Aurora“ musikalisch kälter und schwärzer ausgefallen ist als „Charybdis“? Woher kommt diese… Klangfarbenänderung?

Wir stimmen dir absolut zu. Die Änderung der Klangfarbe ist auf jeden Fall auch durch den Besetzungswechsel bedingt. Zum anderen ist es unserer Auffassung nach nur natürlich, dass sich der Prozess und Art wie man Musik schreibt und wahrnimmt mit der Zeit verändert.

Obwohl man mit der Morgenröte ganz klar warme Farbtöne verbindet, habt ihr das Artwork von „Aurora“ in kaltes blau und grün getaucht. Geschah das bewusst?

Aurora“ bezieht sich auf unsere ausgekoppelte Single „Aurora Borealis“. Damit ist nicht die wortwörtliche Übersetzung „Morgenröte“ gemeint, sondern es bezieht sich auf das Naturphänomen der Polarlichter. Wir sind der Meinung, dass dieses Phänomen zur musikalischen Konzeption des Albums passt.

Mein Favorit auf dem Album ist „Die Meereshirten“. Damit kann doch eigentlich nur die Organisation Sea Shepherd gemeint sein, oder? Unterstützt ihr die Leute dort und/oder engagiert euch in Punkto Naturschutz?

Eine direkte Verbindung zur Organisation Sea Shepherd ist nicht beabsichtigt. Dennoch sind die Themen Naturschutz, Umweltschutz und die Notwendigkeit zur Nachhaltigkeit in der heutigen Zeit für alle Bandmitglieder ein wichtiges Thema.

Ich habe die letzte Zeit gar nichts mehr von eurem Cyanide-Festival gehört. Gibt es die Konzertreihe denn noch?

Ja, die Konzertreihe gibt es noch. Wir haben uns in der letzten Zeit aber auf die Fertigstellung des Albums konzentriert. Die Organisation und Umsetzung eines solchen Events ist mit einem nicht unerheblichen zeitlichen Aufwand verknüpft; unser Fokus liegt aktuell in der Promotion der eigenen Musik, sprich einer vermehrten Bühnenpräsenz. Dass das Cyanide-Festival in Zukunft weiterhin stattfinden wird, möchten wir momentan nicht ausschließen.

Vielen Dank für das Interview! Die letzten Worte gehören euch!

Zuerst vielen Dank für das Interview. Es ist schön zu wissen, dass Metal-Aschaffenburg unsere Musik-Szene nun schon über so viele Jahre unterstützt. Außerdem freut es uns immer zu sehen, wenn sich jemand etwas tiefergehend mit unseren Texten und unserer Musik beschäftigt.

Wir möchten an dieser Stelle noch auf das Video unserer Singleauskopplung „Aurora Borealis“ hinwiesen, welches ihr hier findet. Des Weiteren werden wir unser Album am 24.02.18 im Lorbass in Gelnhausen (63571) herausbringen. Mit dabei sind neben Contrast die Bands Sapiency, The Hellevator und Buried in Smoke.

(mk)

 

 

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