Burning Burrito Fest II | Mit: Mein Kopf ist ein brutaler Ort, Elvenpath, Bloodjob, Bastardo, Cervet & The Article

Verfasst am 18. Dezember 2016 von Michael Klein (Kategorie: Festival-Rezensionen, Regionale Bands) — 1.201 views

17.12.2016 – Moshpit, Flörsheim

Auf dem Weg ins hessische Flörsheim haben wir noch überlegt, ob das Konzept mit sechs zum Teil sehr unterschiedlichen Bands an einem Abend aufgehen mag…

Am Ende des Mini-Festivals sind wir uns einig: Ja, es hat sehr gut funktioniert! Zum einen, weil die Bands durch die Bank die Hütte gerockt haben; zum anderen aber auch, weil die Location – die Rangierbar – aber auch perfekt dafür geeignet ist.

Für diejenigen, die noch nicht dort waren: Im Grunde steht man nach der Eingangstüre schon direkt vor der Bühne. Ein „hinten hinstellen“ gibt’s also schonmal gar nicht. Außerdem hat man die Bar dann direkt im Rücken – das lädt ohnehin zum Verweilen ein. Dementsprechend ist vor der Bühne immer was los und wer wirklich ein bisschen „Ruhe“ haben will, der verzieht sich einfach in den etwas weiter hinten gelegenen Bereich, der heute als Merch-Arena und Burrito-Bar (3,- Euro das Stück und sehr lecker!) fungiert. Echt gemütlich, der Schuppen! Und faire Preise gibt’s obendrauf. Fritz-Cola für 1,50 und Bier für zwei Tacken. Da kann man nicht meckern. Schon gar nicht, was die Live-Musik betrifft.

The Article eröffnen den illustren Reigen mit ihrem harschen, teils technisch zerklüftetem Death Metal. Ein bisschen Aborted, ein bisschen Black Dahlia Murder und ein paar andere Einflüsse lassen sich aus Stücken wie „Mount Purgatory“ heraushören. So richtig einordnen lassen sich die Jungs aber nicht. Ist durchaus ’ne feine Mischung, die sie da ausgesponnen haben.

_mg_3384Nachdem ich es leider nicht zum sensationellen Cervet-Gig im Vorprogramm von Tankard geschafft habe, bin ich umso froher, die Ascheberscher Kult-Thrasher wenigstens heute noch mal live zu sehen, wenn auch in deutlich kleinerem Rahmen. So bleiben die gern gesehenen Show-Einlagen heute fast komplett zu Hause. Zumindest ’ne (sehr) kleine, heiße Blondine steht (als Ersatz für die Pole-Tänzerin aus dem Colos-Saal) für einige Minuten im Mittelpunkt der Bühne.

Musikalisch gibt’s zuerst ein Klassiker-Triumvirat („Sweet Home Chaos“, „The Hive“ und „Season Of The Witch“), an das ein Schwung neue Stücke gehängt wird, die allesamt richtig Bock auf das hoffentlich bald kommende, neue Album machen! Ach – immer wieder schee mit euch, Cervet!

Danach blasen Bastardo aus Marburg mächtig viel Sand in den Moshpit. Der druckvolle Stoner Rock klingt wie schlecht gelaunte Kyuss, die der Queen (Of The Stone Age) gerade die Fresse polieren. Es groovt, es drückt, es kratzt. Und Flörsheim liegt dem Quartett zu Füßen. Echt cool!

Unscheinbar mit dem Emblem „Brutal Death Metal“ versehen, liefern Bloodjob danach eine faustdicke Überraschung ab! Das Quintett dreht die Meute einmal auf links und tritt mit fettestem Death Metal die Eingeweide matschig. Ultratight und mit einer Portion Wahnsinn (die man vor allem dem ein bisschen an Dez Fafara erinnernden Fronter Sascha voll abnimmt) in den Augen treten die Stücke einfach nur Arsch! Stark! Bitte auch bald mal in Aschaffenburg!

_mg_3464Der Kontrast könnte im Anschluss kaum größer sein. Von klinisch präzisem Death zu melodisch majestätischem True Metal. Doch an diesem Abend funktioniert alles. Die Besucher sind für alles offen und stehen auch bei Elvenpath feierlaunig vor der Bühne. Und da die Frankfurter live auch vollkommen überzeugen, gesellen sich nach und nach immer mehr Leute dazu. Die Setlist ist hervorragend und bietet einen Rundumblick über das Elvenpath’sche Schaffen. Besonders gut gefallen mir heute der hymnische Auftakt „Metal Strikes At Midnight“ (richtig so?), das wuchtige „Queen Millennia“ und das Hochgeschwindigkeitsgeschoss „Targaryen Fire“ (was für eine geile Gitarrenarbeit!).

Zum Abschluss verpassen Mein Kopf ist ein brutaler Ort den Anwesenden noch eine fette Kopfnuss. Der deutschsprachige (und von zwei Sängern vorgetragene) Dampfhammer-Metal groovt live sogar noch derber als auf CD! Und wer „Brutalin“ schon mal gehört hat, der weiß, dass das schon konserviert ’ne amtliche Ansage ist. Kurzum: Die „Neue Deutsche Schelle“ kracht richtig fett und empfiehlt sich für größeres! Tolle Band!

 

Und insgesamt: Tolles Festival!

 

Text: (mk)
Bilder: (mst)

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