Out & Loud 2015

Verfasst am 05. Juli 2015 von Mathias Anthes (Kategorie: Festival-Rezensionen) — 3.494 views

04.-06.06.2015 – Eventzentrum Strohofer, Geiselwind

tztztzrbghrehrgh

„Hier konnte sich noch kein Festival lange halten.“, hieß es 2013 nach der ersten Ausgabe des Beastivals. Zumindest bisher sieht es aber gut aus für das Festival, das seit 2014 unter dem Namen Out & Loud firmiert, denn auch 2015 war es erneut gut besucht und die nächste Runde 2016 wurde bereits bestätigt. Die Organisation ist nach wie vor sehr gut; man kann sein Auto zwar nicht auf dem Zeltplatz parken, doch dafür ist der vorhandene Parkplatz ziemlich nahe und die Parkordnung so ausgelegt, dass jedes Fahrzeug jederzeit wieder rausfahren kann – gerade für die, die vor dem letzten Tag abreisen möchten eine super Sache.
Höchst beliebt waren der Shuttle-Traktor, der das Gepäck der Ankömmlinge auf den Zeltplatz transportierte und das Bier-Taxi, das kühles, flüssiges Gold direkt ans eigene Zelt lieferte. (ma)

Out & Loud! Man, warst du heiß. Das Motto des Festivals hieß „Hotter Than Hell“ und so zumindest hat sich das Ganze auch angefühlt. Es waren jeden Tag etwa um die 30° und vor der Bühne wenig bis gar kein Wind, weshalb man förmlich gebraten wurde. Jedoch tat dies dem Festival keinen Abbruch, sondern eher gut, da die Stimmung der Besucher und der Bands die ganze Zeit über hervorragend war. (san)

Mittwoch, 03.06.2015

Finsterforst (18:45-19:30, Eventhalle)
Finsterforst sind derzeit das wohl heißeste Pferd im Stall von Napalm Records, dementsprechend hoch ist auch ihr Bekanntheitsgrad. Jedoch spiegelte dies den Andrang in der Halle nicht so sehr wider, denn dort war zwischen den Reihen noch ordentlich Platz. Ihre Musik erinnerte an eine Art Korpiklaani, jedoch mit ernsten Inhalten. Schon hier gab es die ersten Moshpits und die Band warf großzügig T-Shirts in die Menge. Für mich die erste Band des Festivals, welche ich sofort als gelungen emfpand. (san)

Moonspell (24:00-1:20, Eventhalle)
Erst zu späterer Stunde lockte es mich wieder in die Eventhallte, für Moonspell. Diese waren der Headliner der sogenannten Napalm Records Labelnight und dafür bedankten sich die Jungs von Moonspell gefühlt 1000-mal. Nichts desto trotz war es ein heißer Auftritt mit einem gut gemischten Set bestehend aus alten und neuen Songs. Auch trotz der späten Uhrzeit war die Halle noch gut gefüllt und dementsprechend war die Stimmung. Gerade die älteren Songs, wie „Fullmoon Madness“, konnten die Menge begeistern. (san)

Donnerstag, 04.06.2015

Accu§er (14:15-14:55, Open Air Stage)
Die erste Band des heutigen Tages waren für mich die Jungs von Accu§er. Eine deutsche Thrash-Band der alten Garde (Gründungsjahr 1986!) Leider haben sie nie den großen Erfolg geschafft, wie ihre Kollegen von Tankard oder Destruction, auch wenn ihr Material durchaus zu überzeugen wusste. Leider brannte die Sonne zu dieser Zeit unermüdlich auf die Zuschauer herab, weshalb sich manche Leute nur bedingt bewegen wollten. Nichts destotrotz ein guter Auftritt und ein schöner Start in den Tag. (san)

Insomnium (15:25-16:10, Open Air Stage)
Direkt die erste Band, die ich mir ansah, war einer der Höhepunkte für mich. Während sie 2013 in der Halle spielten, konnten sie ihren Melo Death dieses Mal in der prallen Sommerhitze darbieten. Ein weiser Mann sagte einst, dass viele Stücke ihres aktuellen Albums „Shadows Of The Dying Sun“ die Auftritte der Band bereichern würden – und genau so kam es auch, trotz der „frühen“ Uhrzeit und der hohen Außentemperatur wurden Lieder wie „Ephemeral“ oder „While We Sleep“ lautstark gefeiert und den Finnen größte Sympathien kundgetan. (ma)

Feuerschwanz (16:40-17:40, Open Air Stage)
Kein Festival ohne eine ordentliche Partyband, wie z. B. in der Form von Feuerschwanz! Ich war nicht der einzige mit diesem Gedanken, weshalb der Platz vor der Bühne ordentlich voll wurde und schon vor dem Auftritt gute Stimmung herrschte. Als die Band dann selbst auf die Bühne kam, gab es kein Halten mehr. Die Menge feierte, tanzte, klatsche was das Zeug hält. Feuerschwanz wissen nunmal, wie man eine gute Show abliefert. (san)

The Vision Bleak (17:40-18:20, Eventhalle)
Nun kam ein Auftritt, auf den ich mich schon lange freute: The Vision Bleak. Eine Band, welche unter dem Vertrag von meinem Lieblingslabel Prophecy Productions steht und ich mir daher sowieso unbedingt anschauen musste. Leider war The Vision Bleak nicht gut abgemischt und die Halle auch nur relativ schwach gefüllt, weshalb ich den Gig schon etwa 10 Minuten früher abgebrochen habe und mich in mein Camp aufmachte. Vier Stunden lang Musik und pralle Sonne reichten erstmal. (san)

Carcass (20:00-21:00, Open Air Stage)
Wie erwartet stand das 2013er-Werk „Surgical Steel“ im Vordergrund, was mir nur recht war, denn die Platte ist vom Anfang bis zum Schluss ein Genuss. Das Gleiche kann auch von diesem Auftritt gesagt werden, besonders die Abmischung der Instrumente war gut, so dass die feinen Licks der Lead-Gitarre immer klar zu hören waren. Das Publikum quittierte die Leistung der Band mit durchgehend fliegendem Haupthaar und verdient lautem Applaus.
Amüsant war, wie sich Jeff Walker über seine Vertrautheit mit der Bayerischen Landespolizei ausließ. Vor einiger Zeit kam es zum Disput in einer Gaststätte, als sich die Band weigerte für ein fleischhaltiges Menü zu zahlen, da sie ausdrücklich vegetarische Mahlzeiten bestellten und der Wirt sich nicht anders zu helfen wusste als die Polizei zu rufen. Dass sie dann auf der Anfahrt zum Out & Loud erneut kontrolliert wurden, weil sie vorher in den Niederlanden waren, ärgerte ihn dann um so mehr – einerseits, weil ihm missfiel unter Generalverdacht gestellt zu werden, andererseits, weil die Beamten nichts beanstandeten, obwohl eines der Crewmitglieder tatsächlich Marihuana dabei hatte und er die Kontrolle damit umso sinnloser fand. (ma)

Subway To Sally (21:40-22:50, Open Air Stage)
Da ich meinen 2-Jahres-Rhythmus bei dieser Band einhalten muss, gab ich mir zum Tagesabschluss noch Subway To Sally. Ich erwartete nicht viel, jedoch wurde mir viel geboten. Eine abwechslungsreiche Setlist mit aktuellen Songs aus dem „Mitgift“-Album, gepaart mit Klassikern wie „Falscher Heiland“ oder „Wenn Engel hassen“. Der wohl beste Part der Show war wie immer wenn sie ihren, wie ich ihn nenne, Tanzblock spielen, also die Songs „Besser Du Rennst“, „Tanz Auf Dem Vulkan“ und „Veitstanz“ direkt hintereinander wegspielen, bei dem es jedes Mal einen doch nett anzusehenden Circlepit gibt. Abgeschlossen wurde das Ganze durch den Publikumsliebling „Julia & Die Räuber“, was dem Ganzen einen Abschluss gab. (san)

Arch Enemy (1:00-2:00, Eventhalle)
Dass Arch Enemy ihren Platz mit Feuerschwanz getauscht haben, war schon lange vor Beginn des Festivals bekannt. Ich hatte mich aber verzettelt und es so trotzdem geschafft, den halben Auftritt zu verpassen. So waren die Leute auf dem Platz vor der Bühne enger gedrängt als Sardinen in der Dose und auch auf der Ebene dahinter wurde Platz zum Stehen rar. Rampensau Alissa übte sich als Fahnenschwenkerin und flog mit Karatetritten über die Bühne, während die Instrumentalisten wie gewohnt hunderte Köpfe zum Rotieren brachten. Sei es „War Eternal“, „Dead Eyes See No Future“, „As The Pages Burn“, „Nemesis“ oder „No Gods, No Masters“, jeder Song war ein Volltreffer. Als letzte Band des Abends hätte man ruhig die Spielzeit etwas ausdehnen können, doch leider war wie geplant nach einer Stunde bereits Schluss. (ma)

Freitag, 05.06.2015

Tankard (15:50-16:40, Open Air Stage)
Der nächste Tag wurde für mich eröffnet von der Thrash-Legende aus der schönsten Stadt der Republik und Teil der Big Teutonic Four: Tankard! Eigentlich wäre es ob der Temperatur nicht nötig, doch mit Gassenhauern wie „Need Money For Beer“, „Rest In Beer“ oder „Freibier“ wurde den Zuschauern noch weiter eingeheizt. Zum Glück gab es kalte Duschen aus dem Wasserschlauch vom Sicherheitspersonal sowie Wasserflaschen von der Band. Irgendwann war es auch Sänger Gerre zu viel, zog sein T-Shirt aus und präsentierte seine kultige Plauze („Ich weiß, es sieht scheiße aus, aber das muss sein“). Für diesen astreinen Einstieg in den Tag ein Danke an die Band und vor allem an Gerre ein herzliches Wampeschön! (ma)

Eluveitie (18:40-19:40, Open Air Stage)
Die Schweizer Band Eluveitie haben sich mittlerweile den Status einer energetischen und leidenschaftlichen Live-Band erspielt, weshalb sich hier ein großer Andrang bildete. Leider starteten die Jungs und Mädels mit leichten Soundproblemen in ihr Set, welche jedoch relativ schnell wieder behoben wurden. So war die Stimmung hier ausgelassen und das Publikum ließ sich auch zu Moshpits und Circlepits hinreißen, zu denen ich nicht wirklich nein sagen konnte. Das Set war jedoch keine Überraschung: Die üblichen Verdächtigen plus einige Songs aus ihrem aktuellen Album „Origins“. Jedoch war es ein gelungener Auftritt. (san)

Hammerfall (22:00-23:15, Open Air Stage)
Hammerfall? Die gibt’s noch? Und wie es sie noch gibt. Wir haben auf dem Festival festgestellt, dass doch irgendwie, gefühlt, jeder zweite Metalfan mit Hammerfall angefangen hat und deshalb bin auch ich nicht so ganz um diese Kapelle drum rum gekommen. Auf der Bühne prangte ein großer Aufbau von gleich drei Backdrops, welche eine Landschaft abbildeten. Auch wenn man diese Band lange nicht verfolgt hat, so waren alle Songs eingängig und man konnte gut zu ihnen mitfeiern. Auch viele Klassiker wie „Let The Hammer Fall“ oder „Any Means Neccessary“ waren vertreten. Die 75 Minuten Auftrittszeit vergingen quasi wie im Flug und nach dem Auftritt hat man irgendwie Lust auf mehr. Ich glaube, ich muss mich wieder mehr mit den Schweden beschäftigen. (san)

Blues Pills (23:15-00:00, Eventhalle)
Manch einer wird behaupten, dass die Kombo mit ihrem Blues-/Soul-Rock nicht auf ein Metal-Festival passt, doch dabei sind das die Genres, aus denen der Metal letzten Endes entstand und somit definitiv vertreten sein sollte! Der Großteil der Besucher sah das aber auch so, weshalb Platz vor der Bühne rar wurde. Sängerin Elin Larsson verzaubte wie immer die Zuhörer mit ihrer kraftvollen Stimme, während ihre Kollegen den Charme der 70er-Jahre wiederbelebten. Wer gesehen hat, wie frenetisch Lieder wie „Devil Man“ oder „River“ gefeiert wurden, wird verstehen, weshalb die Band bereits zwei Headliner-Touren absolviert hat, obwohl ihr Debütalbum erst im Juli 2014 rauskam. (ma)

Testament (00:00-01:00, Open Air Stage)
Die legendären Bay Area Thrasher von Testament gaben sich nun die Ehre. Auch diese hatten ihren riesigen Bühnenaufbau mit dabei, inklusive Rauchkanonen. Das Set war, wie erwartet, gnadenlos, weshalb es durchgehend einen Moshpit gab. Jedoch waren hier nicht mehr ganz so viele Leute, wie bei Hammerfall o.ä., dennoch haben die Zuschauer, die hier waren, eine super Show geboten bekommen. Und hier ein kleiner Hinweis an die Frau, die meinte mich wegstoßen zu müssen, weil ich sie beim Headbangen leicht berührte: Wenn du nicht berührt werden möchtest, dann steh nicht am Rand vom Moshpit und vorallem schubs keine Leute rein, die keinen Bock darauf haben. Das ist asozial. (san)

Dying Fetus (01:00-02:00, Eventhalle)
Eine Stunde lang Brutal Death Metal mittig in der Nacht, nach einem anstrengenden Tag, ob das gut geht? Auf jeden Fall sind viele Leute von Testament zu Dying Fetus gewandert, weshalb es anfangs auch gut gefüllt war. Jedoch nahm dies mit der Zeit ab, da das relativ monotone Geknüppel der Amerikaner um diese Uhrzeit ein wenig träge machte. Hätte ich nicht noch meine Zeltnachbarn getroffen, wäre ich wohl auch früher gegangen. (san)

Samstag, 06.06.2015

Alestorm (16:30-17:15, Open Air Stage)
Habe ich vorhin Partyband gesagt? Da kommen mir Alestorm als heutigen Tagesauftakt genau richtig. Die Schotten sind bekannt für ihren Humor und ihren Alkoholkonsum, weshalb auch hier abermals der Platz vor der Bühne gut gefüllt war. Die meisten waren schon gut angetrunken, aber das machte die Stimmung nur umso besser. Mindestens jeder Zweite konnte die Texte mitgrölen oder tat zumindest so. Dazu wurde viel getanzt, gefeiert und auch geschunkelt. Schöner Tagesauftakt, gerne wieder! (san)

Wintersun (19:35-20:35, Open Air Stage)
Nun waren Wintersun, oder wie ich sie seit dem Auftritt nenne: Winterboring, an der Reihe. Ich habe riesen Respekt vor deinem Handwerk, Jari, und höre es mir daheim beim Zocken oder Lesen gerne an, aber live hat es bei mir einfach nicht gezündet. Es war mir live zu frickelig, zu komplex, weshalb es an Reiz verlor und irgendwie langweilig wurde. (san)

Asphyx (20:35-21:15, Eventhalle)
Dies war auch einer der Auftritte, auf die ich mich schon sehr freute: Die Niederländer von Asphyx mit ihrer erbarmungslosen Mischung aus Doom und Death Metal. Und meine Fresse: Was für ein Brett. Eine ausgewogene Setlist, welche die Eventhalle zum Kochen brachte, und das wortwörtlich, es war schweineheiß in der Bude, was die Leute einfach zum Ausrasten brachte. Frontmann Martin van Drumen sagte noch schön am Anfang des Sets: „Wir wollen die lauteste Band auf diesem Festival sein!“, und das waren sie, gefühlt, auch. Herrlich! Leider war der Auftritt nach 40 Minuten schon vorbei, jedoch gingen viele mit einem Lächeln in den Gesichtern nach draußen. (san)

Overkill (21:15-22:30, Open Air Stage)
Dort wartete nämlich schon für viele der große Festivalheadliner: Overkill! Die Jungs gaben von Anfang an Gas und hörten nicht auf. Es gab einen Moshpit nach dem anderen und überall sah man nur fliegende Haare oder mitgrölende Menschen. Der sympathische Frontmann Bobby Blitz zeigte sich, trotz der gewaltigen Menge, familiär, als er einige bekannte Gesichter im Publikum grüßte. Das Alter merkte man dem 56-Jährigen absolut nicht an, so wie er über die Bühne tobte und jagte, ohne müde zu werden. Respekt! Die Setlist war einfach der Hammer, da sie im Grunde nur aus Klassikern bestand, weshalb fast jeder mitsingen konnte. Als Overkill jedoch das Set mit dem üblichen Song „Fuck You“ endete, merkte man doch so langsam, dass dieses Festival sich dem Ende neigte. (san)

Unleashed (22:30-23:30, Eventhalle)
Dennoch gab es noch eine richtige Band auf diesem Festival, um den Abend ausklingen zu lassen: Die Schweden von Unleashed! Sie brachten ihren Dampfwalzenartigen Death Metal mit und brachten, wie Asphyx vorher, den Saal zum Kochen. Hier konnte sich nochmal jeder so richtig austoben und feiern, für mich jedoch war die Show nach grob 40 Minuten vorbei, da so langsam die Kräfte nachließen. Schade eigentlich, da ich mir gerne den Rest noch anschauen wollte, aber Gesundheit geht nunmal vor. (san)

Fazit:
Out & Loud, wie geil warst du denn bitte? Perfektes Wetter, auch wenn es ruhig ein paar Grad kälter hätte sein können. Die Security war super nett und hilfsbereit (verteilte an der großen Bühne in der ersten Reihe Getränke usw.) Die Essens- und Getränkepreise waren absolut human (0,4l Cola mit Pfand 3,50€, Döner 4€, Softeis 2,50€). Wenn das Line Up nächstes Jahr wieder so gut, dann sind wir auf jeden Fall wieder am Start. (san)

Hinterlasse eine Antwort

*