Forbidden Daser

Verfasst am 01. November 2013 von Michael Klein (Kategorie: Band Of The Month, Interviews, Regionale Bands) — 2.868 views

Wenn die Sonne fehlt…

Seit einigen Tagen ist „Off Sun“ erhältlich. Das Demo-Debüt der Haibacher Thrasher Forbidden Daser, die sich erst vor einigen Jahren wieder reformiert haben. Nachdem wir bei unserem letzten Interview die Geschichte und die vergangenen Tage der Band zum Thema hatten, haben wir uns diesmal mit Gitarrist Tom und Bassist Franky im Dead End auf das erste konservierte Lebenszeichen der Band konzentriert.

Metal-Aschaffenburg: Herzlichen Glückwunsch zum Debüt! Ihr habt dafür ja länger gebraucht als die Gunners für „Chinese Democracy“.

(lachen)

Tom: Na ja, wir haben ja keine 20 Jahre dran gebastelt.

Franky: Es dauert halt einfach seine Zeit.

Forbidden DaserEs sind sieben Songs auf der Scheibe. Wart ihr dafür im Studio?

Tom: Nein, wir haben alles bei uns im Proberaum aufgenommen und dann in Frankfurt mischen lassen. Die ersten vier Songs und die letzten drei Songs sind mit unterschiedlichem Equipment zu verschiedenen Zeiten aufgenommen worden. Wir wollten aber nicht alles noch mal komplett neu aufnehmen, sonst hätte es ja noch länger gedauert, deshalb gibt es jetzt eben einen etwas unterschiedlichen Klang. Das nächste Mal wollen wir das dann etwas schneller durchziehen.

Franky: Wir proben einmal in der Woche und haben da dann Stück für Stück alles aufgenommen. Da aber nicht jeder immer kann, hat sich das schon ein bisschen hingezogen. Irgendwann war dann das Schlagzeug für die ersten Songs eingetrommelt. Beim nächsten Mal hatten wir dann aber andere Mikros und konnten gar nicht alles 1:1 wieder nachstellen.

Also unter diesen Bedingungen klingt das Ergebnis doch echt gut, oder?

Tom: Es hat ja auch noch eine Weile gedauert bis der Mix fertig war. Wir haben uns alles angehört, z. B. im Auto, und dann halt immer noch etwas verändert.

Franky: Bis alle Seiten zufrieden waren, hat es sich wirklich hingezogen. Irgendwann war dann aber mal Schluss. Wir konnten ja nicht sagen, wir bringen eine CD raus und dann dauert es noch zwei Jahre länger.
Es ist ja auch eine Momentaufnahme. Wir hatten im Grunde sogar noch zwei Songs mehr. „Stoner“ und „Murats Funeral“ waren auch noch größtenteils fertig. Aber mit den Spuren waren wir nicht 100%ig zufrieden. Dann haben wir einfach einen Cut gemacht, bevor wir noch länger rummachen.

Tom: Da ist halt dann doch ein Produzent gut, der irgendwann mal sagt: So bleibt es jetzt.

Was ja vollkommen in Ordnung ist. Welche Demo welcher Band klingt denn schon so perfekt wie die Alben danach? Außerdem ist ein guter Song ein guter Song – egal wie er klingt. Und davon habt ihr ja eine Menge auf „Off Sun“.
Way To Die“ klingt in meinen Ohren z. B. nach Slayer, oder?

Tom: Ja, es ist auch so ein typisches Slayer-Schlagzeug. Die Strophen werden übrigens von Franky gesungen.

Time’s Changed“ gefällt mir auch ziemlich gut. Hier höre ich eine eindeutige Metallica-Schlagseite.

Tom: Ja, da haben schon viele gesagt, es klingt wie Metallica. Wie „Enter Sandman“.

Forbidden Daser - Off SunNicht unbedingt wie „Enter Sandman“. Aber das Riff hätte sich auf dem schwarzen Album definitiv auch gut gemacht.

Franky: Witzig ist, dass der Arbeitstitel des Stücks am Anfang mal „Soundgarden“ war.

Tom: „Boomer“ habt ihr ja schon mal im Radio gespielt. Der ist jetzt aber komplett neu abgemischt.

Franky: Eure „Radio“-Version war eine Aufnahme, die wir damals extra für diesen Zweck in ein Studio gegeben hatten. Im Song geht es um Krebs bzw. Menschen die plötzlich krank werden. Der Song geht halt ein bisschen in die Ministry-/Industrial Ecke. Auch durch die Samples in der Mitte.

Unüberhörbar!

Franky: Ja, da merkt man, dass Norman auch großer Ministry-Fan ist. Wenn Norman einen Song anschleppt kann man bei uns sicher sein, dass irgendjemand Slayer oder Ministry schreit, haha.

Na ja, man kann halt seine Einflüsse nicht verbergen.
Erklärt mir mal den Titel „Off Sun“. Ist das genau so kryptisches Daser-englisch wie euer Bandname?

Franky: Wir fahren im Januar mit der Band immer gemeinsam Ski. Das Coverbild ist dort abends an einem Skihang entstanden und wurde mit einem passenden Effekt versehen. Der Titel passt dann halt einfach. So nach dem Motto: Wenn die Sonne weg ist…

Ich dachte eigentlich, dass das Cover ein Sonnenuntergang am Meer ist.

Franky: Ja, das liegt am Effekt, der das Bild doch ziemlich verfremdet. Im Hintergrund erkennt man aber einen Skilift, wenn man genau hinsieht.

Tom: Wir lassen die CD ja nicht in großer Stückzahl pressen, sondern drucken eine kleine Auflage selbst. Und da wir die ersten Exemplare zu unserem Konzert in Langenselbold fertig haben wollten, ist das Artwork und so halt jetzt nicht so superprofessionell wie bei anderen.

Aber trotzdem sehenswert. Mir gefällt’s gut.
Sind die Songs eigentlich wieder alle auf der Feder eures Schlagzeugers Norman?

Franky: Ja, fast alle. Nur „Rabbit’s Fall“ ist von Tom.

Tom: Stimmt. Ansonsten sind aber alle Stücke von Norman geschrieben. Die Texte sind alle von Franky.

Franky: Ja, sobald die Musik größtenteils steht, hör‘ ich sie mir an und lasse mir dann etwas dazu einfallen.

Schreibt Norman die Songs eigentlich auf Gitarre?plakat-A3-mit-Bandphoto-ver

Franky: Ja, er spielt die Grundideen immer auf Gitarre ein. Er hat ein gutes Gespür dafür, weil er auch gleich weiß, was er auf dem Schlagzeug dazu spielen kann. Das macht es für uns dann auch einfach.

Tom: Im Proberaum arbeiten wir dann den Rest noch ein bisschen aus.

Ihr feiert die Veröffentlichung von „Off Sunam 30.11.2013 im JuKuz. Was kann man denn neben den bereits bekannten Songs von bei dem Gig erwarten?

Tom: Mal schauen. Wir arbeiten zwar schon an neuen Songs, aber ob es bis dahin schon spruchreif ist, weiß ich nicht. Wenn es klappt spielen wir natürlich dann auch was Neues…

Hört sich doch gut an! Ihr wisst was ihr zu tun habt! Die CD-Release-Party findet am 30.11.2013 statt. Cervet und Rocky Lewis sind fürs Einheizen bestätigt.

(mk)

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