Neue Sounds

Verfasst am 15. Oktober 2011 von Michael Klein (Kategorie: Konzert-Rezensionen) — 3.261 views

New Sounds Fest | Mit: Elderstream, Unleash The Sky, Aion, Melted Moon

14.10.2011 – JuKuz, Aschaffenburg

Am gut gefüllten großen Saal des Aschaffenburger JuKuz kann man erkennen, dass unter dem Banner „New Sounds Fest“ ein tolles Paket zusammengeschnürt wurde.

Dem wird sicher auch der 8-Bit-Soundtüftler von Melted Moon zustimmen – auch wenn dieser heute einen ziemlich schwarzen Tag erwischt. Etliche (nicht nur) technische Probleme haben dazu geführt, dass das Projekt heute noch nicht den zweiten Level erreicht hat. Nicht so schlimm, denn die Nintendo-Elektro-Sounds versprühen auch in bekannter Form ihren Charme.
Das nächste Mal gibt’s dann Melted Moon zum Duo angewachsen mit Visualizer und neuen Songs im Gepäck (u.a. Coverversionen der White Stripes und von The Offspring). Also nicht verpassen!

Eigentlich sollten nun die Wiesbadener The Hands Of Glory spielen. Diese mussten jedoch wegen Rückenproblemen des Drummers passen. So bleibt für mich etwas Zeit, in der Umbaupause mal nebenan ins Jugendhaus zu schauen. Dort spielen heute bei der DoubleTrouble die Prog-Metaller von Nine und die Hanauer Gäste von Paranox. Letztere hätten mit ihrem deutschsprachigen Metalcore auch gut nebenan in die große Halle gepasst.

Dort geht es aber mit den Nürnbergern Aion weiter, die mit einer extrem energiegeladenen Show und eingängigen Stücken beim Publikum punkten können. Das Power-Quartett zeigt, wie man dynamischen Alternative mit einer Prise scharfem Rock auf die Bühne bringt, ohne, dass es langweilig wird. Tolles Schlagzeugspiel von Mathis Kerscher übrigens!

Rechts und links der Bühne von zwei großen Sidedrops eingerahmt, brettert das Aschaffenburg/Darmstädter Kollektiv Unleash The Sky direkt mit „2nd Chapter“ los, das auf dem jüngst erschienenen Album „Hopes, Doubts & Inbetween“ ebenfalls als Opener fungiert. Die Band agiert extrem souverän und routiniert und beweist, dass sie locker in der Lage ist, die Nummern live genau so stark wie auf Konserve zu zocken. Vor allem in Punkto Klargesang ist das mehr als erfreulich!
Dass in den vorderen Reihen die Texte bereits lauthals mitgesungen werden, kann man wohl als Zeichen des Triumphs deuten. Einen zusätzlichen Pluspunkt gibt es übrigens für das LeChuck/Tentakel-Tattoo von Sänger Patrick Demuth.

Dass es Elderstream nach diesem dreiviertelstündigen Abriss schwer haben würden, war klar. Zumal sich auch die Menge vor der Bühne fast auf ein Drittel verkleinert hat. Die Band um Sänger/Gitarrist Philipp Muschal gab sich jedoch alle Mühe. Live klingen die Songs des Debüts „Let Your Spirit Soar“ wesentlich härter und scharfkantiger als auf Platte. Es schimmert wesentlich stärker hindurch, aus welcher Ecke die vier Jungs ursprünglich kommen. Diese Schroffheit ist teilweise aber gar nicht nachteilig, sondern steht manchen Nummern ganz gut zu Gesicht.

Nach dreißig Minuten geht dann das New Sounds Fest endgültig dem Abschluß zu. Wiederholung erwünscht! (mk)

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