Der Tod ist ein Meister aus Deutschland

Verfasst am 14. Februar 2010 von Mathias Anthes (Kategorie: Konzert-Rezensionen) — 985 views

Hypocrisy | Vorband: Survivors Zero

10.02.2010 – Colos-Saal, Aschaffenburg

…das zumindest behauptet Paul Celan. Doch ich muss widersprechen, die Meister des Todes (-metalls) kommen aus Schweden und heißen Hypocrisy!

Der skandinavische Abend wurde eröffnet von Survivors Zero, die ihr Debüt-Album „CMXCIX“ präsentierten (die passende Rezension gibt es hier). Der Saal war noch relativ leer, doch fanden sich trotzdem einige Headbanger, die zu dem Melodic Death Metal die Mähne fliegen ließen. Magere 30 Minuten dauerte der Auftritt, doch die Jungs aus Finnland dürften sich den ein oder anderen neuen Anhänger erspielt haben. Zum Schluss zollten sie der (ihrer Meinung nach) besten deutsche Band – Kreator – Tribut, indem sie „People Of The Lie“ spielten.
Als nächstes sollten eigentlich HateSphere auftreten, doch die mussten auf Grund ihres Schlagzeugerwechsels und aus persönlichen Gründen die komplette Tour absagen. Als Ersatz hätte man Survivors Zero ja ruhig etwas mehr Spielzeit gönnen können…
Doch stattdessen ging es gleich mit dem Hauptakt weiter, dem Herrn der Augenringe und seiner Gefolgschaft: Hypocrisy.
Seit Jahren waren sie nicht mehr auf Tour, doch nun, nach der Veröffentlichung ihres neuen Albums „A Taste Of Extreme Divinity“ im Oktober (Rezension? Hier!), sind sie wieder unterwegs und machen Europa unsicher.
Los ging es mit den ersten beiden Songs des neuen Albums, „Valley Of The Damned“ und „Hang Him High“. Danach ging es gleich zurück zu den alten Gassenhauern, darunter die inoffzielle Hmyne „Eraser“. Obwohl die Tour dem aktuellen Album gewidmet ist, spielten sie nur spärliche drei Titel davon, die beiden bereits genannten und zusätzlich noch „Weed Out The Weak“, das mit großer Begeisterung aufgenommen wurde. Vorher spielten sie aber noch mit „Let The Knife Do The Talking“ ihre ganz eigene Version eines Liebesliedes. Auch nach so langer Bühnenabstinenz haben Hypocrisy nichts von ihrer Bissigkeit und Faszination verloren, das Publikum war gierig nach Material zum Headbangen und wurde selbstverständlich nicht enttäuscht.
Nach etwas mehr als einer Stunde verließ die schwedische Truppe die Bühne, kehrten aber während dem zweiten Intro „The Gathering“ zurück und spielten mit „Roswell 47“ einen weiteren Klassiker, gefolgt von zwei weiteren Zugaben, nach denen das Konzert leider viel zu früh vorbei war.
Ein famoser Abend, der Hypocrisy in bester Form geboten hatte, doch die recht kurze Spielzeit beider Bands sowie der Mangel an neuen Songs in der Setlist war etwas enttäuschend. Nichtsdestoweniger waren die 20 Euro bestens investiert und einem jeden Freund der härteren Gangart lege ich wärmstens ans Herz, dieses Ur-Gestein des schwedischen Death Metals unbedingt mal live gesehen zu haben. (ma)

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