Titans Of Metal 6 | Mit: Metal Attack, Cervet und Thornbridge

Verfasst am 10. Februar 2019 von Michael Klein (Kategorie: Konzert-Rezensionen, Regionale Bands) — 839 views

10.02.2019 – Colos-Saal, Aschaffenburg

Respekt! Das nennt man dann wohl Erfolgsgeschichte! Bereits zum sechsten Mal findet das Titans Of Metal statt. Und erneut ist der Colos-Saal mehr als ansehnlich gut gefüllt! Diese 6. Auflage stand nun unter einem ganz besonderen Stern. Zum einen ist es das (vorläufige) Abschiedskonzert von Metal-Attack, zum anderen das erste Konzert im Jubiläumsjahr (30 Jahre!) von Cervet.

Bei Thornbridge gibt es gleich doppelt Anlass zum Feiern: Das neue Knalleralbum „Theatrical Masterpiece“ ist frisch erhältlich und in Kürze geht es dazu dann noch mit Rhapsody auf Europatournee. Da ist der heutige Gig doch perfekt, um sich schon einmal warm zu spielen.
Etwas nervös (ohne Grund) steigen die Jungs (bei von Anfang an perfektem Sound!) mit dem Titelsong des brandneuen Albums in ihr Set ein. Mit u. A. „Set The Sails“ und „Keeper Of The Royal Treasure“ folgen noch einige weitere aktuelle Kracher – dazu bedient man mit „The Dragon’s Reborn“ und „What Will Prevail“ auch den starken Vorgänger. Was mir gefällt, ist der bodenständige, direkte Sound der Truppe, der ganz ohne fett aufgeblasene Chöre oder dick aufgetragenen Orchestralbombast auskommt. Das ist Power Metal in Reinform! Bärenstarker Auftritt, dem ein paar Minuten mehr Spielzeit durchaus gerecht gewesen wären.

Man muss sich das echt mal vor Augen führen: Cervet werden dieses Jahr 30 Jahre alt! Damit wird die Band dem Begriff „Titan“ wirklich gerecht und lässt heute alle Anwesenden mit einem Geburtsjahr nach 1989 vergleichsweise jung aussehen. Doch Gebrauchsspuren kann man auch in der dritten Dekade der Band keine ausmachen. Zappa & Co. ballern frischer denn je durch die Botanik (selbst die untoten Zombies waren heute noch sexy-knackig) und verlassen sich keinesfalls nur auf ihre ollen Kamellen (auch wenn „The Hive“ oder „Season Of The Witch“ immer gehen…). Speziell die neueren Nummern (z. B. „King Of The Dead“) machen Appetit auf mehr. Was mir heute besonders auffällt, ist, wie viel mehr Zappa inzwischen „singt“ und den Songs dadurch ein deutlich melodischeres Gesicht verleiht. Was früher teilweise am Death Metal gekratzt hat, schleift heute ganz andere Leitplanken und macht den Sound dieser außergewöhnlichen Band noch eigenständiger und unverwechselbarer. Zum Ende hin kommt dann auch ab „Rotting On The Gallows“ richtig Schwung in die Menge (Moshpit!). Ein paar Minuten mehr Spielzeit hätten den Leuten im Publikum sicherlich gut gefallen. Aber gut – die offizielle 30-Jahres-Party folgt ja am 23.11.2019 im JuKuZ erst noch.

„Nur“ 10 Jahre (muss man aber auch erstmal hinbekommen!) haben Metal-Attack auf dem Buckel – und bevor sich die Band nun in den Dornröschenschlaf begibt, hat sie im Vorfeld versprochen, noch mal „alles raus zu hauen und die Hütte abzufackeln“. Die strahlenden Gesichter auf dem Facebook-Abschiedsfoto beweisen, dass diese Mission erfolgreich abgeschlossen wurde. Jetzt wird es Zeit für Neues!
Einen Teil der Band kann man weiterhin bei NU – dem NuMetal-Coverprojekt – live verfolgen und auch vom Rest der Truppe wird man sicherlich noch etwas hören. Wir wünschen viel Erfolg!

(mk)

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