Redaktionscharts 2017

Verfasst am 02. Januar 2018 von Michael Klein (Kategorie: Redaktionscharts, Stimmen der Szene) — 473 views

Redaktionscharts zum 9.

In den letzten Jahren wurde oft das Thema Underground vs. Mainstream diskutiert.
Bands, die größere kommerzielle Erfolge feiern, werden von Underground-Fans nicht ernst genommen, ja, sogar gern verschmäht. Untergrundige Perlen wiederum von vielen gar nicht erst entdeckt.

In unseren Top Ten des Jahres 2017 tummeln sich mit Leprous, Soen, Scale The Summit, Der Weg einer Freiheit, Amenra, Nump und The Night Flight Orchestra jedenfalls gleich sieben eher unbekanntere Bands, die etlichen Größen den Rang abgelaufen haben und sich für ein breiteres Publikum empfehlen.
Verschmähen braucht man die großen Bands deshalb natürlich nicht. Auch wenn diese (z. B. Kreator, Arch Enemy, Sepultura, Accept) traditionell eher schlecht bei uns abschneiden.

Wie immer wurden nur diejenigen Scheiben in die Charts aufgenommen, die mindestens der Hälfte der Redaktion bekannt sind. So haben es zwar einige starke Scheiben nicht in die Charts geschafft, aber es sind damit auch alle subjektiven Ausreißer aussortiert worden.

Die bisherigen Sieger der letzten Jahre waren:

2016 – Haken
2015 – The Night Flight Orchestra
2014 – Solstafir
2013 – Haken/The Ocean
2012 – The Hirsch Effekt
2011 – The Devil’s Blood
2010 – Alcest
2009 – Scale The Summit


Hier kommen die Sieger 2017!

 

1. Leprous – „Malina
(Punkteschnitt: 12,67)

2. Soen – „Lykaia“ 12,25

3. Pain Of Salvation – „In The Passing Light Of Day“ 12,20

4. Scale The Summit – „In A World Of Fear“ 12,00
4. Ayreon – „The Source“ 12,00
6. Der Weg einer Freiheit – „Finisterre“ 11,80
7. Amenra – „Mass VI“ 11,60
8. Nump – „Sun Is Cycling“ 11,50
9. Satyricon – „Deep Calleth Upon Deep“ 11,33
9. The Night Flight Orchestra – „Amber Galactic“ 11,33

11. Disbelief – „Symbol Of Death“ 11,25
12. Enslaved – „E“ 11,00
12. Obituary – „Obituary“ 11,00
12. Wiegedood – „De Doden Hebben Het Goet II“ 11,00
15. Converge – „The Dusk In Us“ 10,80
15. Mastodon – „Emperor Of Sand“ 10,80
17. Dying Fetus – „Wrong One To Fuck With“ 10,75
18. Havok – „Conformicide“ 10,67
18. The Ruins Of Beverast – „Exuvia“ 10,67
18. Venenum – „Trance Of Death“ 10,67
18. White Ward – „Futility Report“ 10,67

22. Ulver – „The Assassination Of Julius Caesar“ 10,40
23. Lacrimosa – „Testimonium“ 10,33
23. Moonspell – „1755“ 10,33
23. Vallenfyre – „Fear Those Who Fear Him“ 10,33
23. Vuur – „In This Moment We Are Free“ 10,33
27. Paradise Lost – „Medusa“ 10,25
28. Cannibal Corpse – „Red Before Black“ 10,00
28. Deserted Fear – „Dead Shores Rising“ 10,00
28. Fjørt – „Couleur“ 10,00

31. Celeste – „Infidele(s)“ 9,67
31. Threshold – „Legends Of The Shires“ 9,67
33. Anathema – „The Optimist“ 9,60
34. God Dethroned – „The World Ablaze“ 9,50
34. Iced Earth – „Incorruptible“ 9,50
34. Wolves In The Throne Room – „Thrice Woven“ 9,50
37. Memoriam – „For The Fallen“ 9,40
38. Katla – „Móðurástin“ 9,33
38. Avatarium – „Hurricanes And Halos“ 9,33

40. Attic – „Sanctimonious“ 9,25
40. Myrkur – „Mareridt“ 9,25
42. Kreator – „Gods Of Violence“ 9,20
43. The Hirsch Effekt – „Eskapist“ 8,80
44. Body Count – „Bloodlust“ 8,75
45. Sólstafir – „Berdreyminn“ 8,50
46. Accept – „The Rise Of Chaos“ 8,00
46. Arch Enemy – „Will To Power“ 8,00
46. Cradle Of Filth – „Cryptoriana – The Seductiveness Of Decay“ 8,00
46. Horisont – „About Time“ 8,00
46. Pallbearer – „Heartless“ 8,00
46. Samael – „Hegemony“ 8,00
46. Witchery – „I Am Legion“ 8,00
53. Die Apokalyptischen Reiter – „Der Rote Reiter“ 7,33
54. Sepultura – „Machine Messiah“ 7,00
55. Zeal & Ardor – „Devil Is Fine“ (Neuauflage) 4,00


Unsere individuellen Sieger 2017:

Tim

The Night Flight Orchestra – „Amber Galactic“:
Abermals liefern die Schweden ein absolut makelloses Gute-Laune-Rock-Album ab, das mit seinen gigantischen Hooks und sensationellen Melodien die bitter-ernst zu Werke gehende Konkurrenz mit einem Augenzwinkern in die Ecke schickt. Spaß und Ungezwungenheit statt Retro-Krampf. Platz 9 in der Gesamtwertung ist mehr als gerechtfertigt. So muss das!

Sikth – „The Future In Whose Eyes?“:
Wer dachte, dass im progressiven (Djent-) Sektor bereits alles gesagt ist, dem lacht „The Future In Whose Eyes?“ laut ins Gesicht. Bestes Genre-Album der letzten Jahre!

Soen – „Lykaia“:
Lykaia“ ist so ziemlich genau das Album, das ich mir in den vergangenen Jahren von Opeth gewünscht hätte. Angenehm geschmeidiger Schweden-Prog, mit Tool-Groove, Katatonia-Gefühl und Riverside-Atmosphäre. Sehr feines Teil!

Nump – „Sun Is Cycling“:
Genau mein Ding! Groove & Melodie, Punch & Schmusi. Die Würzburger liefern ein Top-Album ab!


Matthias Staudt

Fjørt – „Couleur“:
Kein Text, weil GIBT NICHTS ZU SAGEN! EINFACH NUR GENIAL!
Anspieltipp: „Fingerbreit

Satyricon – „Deep Calleth Upon Deep“:
Je älter, desto besser?! Zumindest versuchen die zwei Mannen sich immer wieder neu zu erfinden und zeigen dem Hörer, dass der Black Metal nicht schnöde sein muss! Jedes Album ein Unikat! Anspieltipp: Das jazzige „Dissonant

Wode – „Servants Of The Countercosmos“:
Nach dem das Debütalbum schon sehr nach Dissection klang, wurde kräftig an den Songstrukturen geschraubt! Raus kam ein klasse Melodic-Black-/Death-Metal-Album mit grandiosen, eingängigen Melodien, was dieses Jahr seines Gleichen sucht! Ein Ohrwurm nach dem anderen!
Anspieltipp: „Chaosspell“!!

Scale The Summit – „In A World Of Fear“:
Nachdem es um Chris Letchford sehr einsam geworden ist und er quasi keine Band mehr hatte, ist dieses Album umso überraschender! Gespickt mit jede Menge Guest Guitar Heroes kam meines Erachtens das bisher beste und vielfältigste STS-Werk der Bandgeschichte heraus! Grandios!
Anspieltipp: „Cosmic Crown

Morbid Angel – „Kingdoms Disdained“:
Tucker is back!! Experimente sind vorbei! Hier wird elf Lieder lang gnadenlos gebolzt wie zur Zeiten von „Gateways To Annihilation“. Böse, wütend, zerstörend! Das ist Morbid Angel Anno 2017!
Anspieltipp: „From The Hand Of Kings

Iron Reagan – „Crossover Ministry
Wer ist Municipal Waste?! Man könnte meinen, die Bandmitglieder toben sich nun bei Iron Reagan aus, statt bei MW. Wenn einer meinte Punk-Thrash sei tot, der irrt sich gewaltig… Rotzig, Lustig, fies… PARTY ON WAYNE!!! PARTY ON GARTH!!


Alex

Amenra – „Mass VI
Wiegedood – „De Doden Hebben Het Goet II
Leonard Cohen – „You Want It Darker“ (2016)
Nordlicht/Paysage D’Hiver ‎– „Füür Rouch Ruäss/Schnee (III)
Heaven In Her Arms – „White Halo


Manu

Myrkur – „Mareridt“:
Erfrischend anders.

Venenum – „Trance Of Death“:
Noch besser als die 10′.

Immolation – „Atonement“:
Perfektion.

Ulver – „The Assassination Of Julius Caesar“:
Perfektes Pop-Album.

The Lurking Fear – „The Infernal Dread“:
Ph’nglui mglw’nafh Cthulhu R’lyeh wgah’nagl fhtagn.


Sandro

Platz 5:
Deserted Fear – „Dead Shores Rising“:
Melodisch, aber dennoch hart. Für mich das Death-Metal-Album des Jahres liefern die drei Jungs aus Thüringen ab. Sie konnten hier ihren bockstarken Vorgänger um ein Leichtes schlagen. Wenn die Jungs so weitermachen, werden Sie noch ganz groß. Das sie dafür bereits auf dem richtigen Weg sind, zeigen sie mit diesem Album.

Platz 4:
Der Weg Einer Freiheit – „Finisterre“:
Packend. Eng. Atmosphärisch. Dieses Album bietet alles für dunkle Tage und lange Nächte. Ein in sich sehr dichtes und verstriktes Album, welches einen, wenn man sich die Zeit dafür nimmt, packt und begeistert.

Platz 3:
Stick To Your Guns – „True View“:
Was ein Brett! Damit haben die Jungs aus Kalifornien ein großartiges Stück Hardcore-Geschichte hingelegt.

Platz 2:
Fjørt– „Coleur“:
Diese Band wandelt sich immer mehr zum Mittelfinger der Gesellschaft und das beweisen sie mit ihren intelligenten Texten, welche auf hier auf packende und teils ergreifende Melodien treffen.

Platz 1:
Casper – „Lang lebe der Tod“:
Für mich das Überraschungsalbum des Jahres. Vier Jahre hat es gedauert, bis das neue Album rausgekommen ist, einmal wurde es um fast ein Jahr verschoben, dennoch hat sich das Warten gelohnt. Für mich das meist gehörteste Album des Jahres, das mich am meisten bewegt und berührt hat. Es handelt sich hier zwar nicht um Metal oder Rock, aber so intensiv wie dieses Album ist, können sich viele Bands und Künstler noch eine Scheibe abschneiden.


Sebastian

1. Stone Sour – „Hydrograd“:
Stone Sour ist eine Band, die ich seit Jahren schätze, die mich aber vor allem mit dem „House Of Gold And Bones“-Zweiteiler ziemlich enttäuscht hat. Das neue Album klingt endlich wieder frisch, heavy und spannend. Wurde auch Zeit!

2. Les Chants du Hasard – „Les Chants du Hasard“:
Ein solches Projekt habe ich noch nie gehört. Black Metal mit Orchester – dafür aber gänzlich ohne Gitarren. Geht das? Ja – es geht. Spannende, sehr eigene Platte.

3. Way To End – „Senestre“:
Album Nummer drei der französischen Prog-Black-Formation klingt weniger sperrig als der Vorgänger. Trotzdem ist auch „Senestre“ ein düsteres, komplexes und gut durchdachtes Album geworden, das Geduld und Aufmerksamkeit erfordert.

4. Cavalera Conspiracy – „Psychosis“:
Die Cavaleras auf den Spuren alter Sepultura – schnörkellos, hart, straight in die Fresse. Da kann man garnichts falsch machen!

5. Body Count – „Bloodlust“:
Nachdem ich die ersten beiden Alben der Band sehr mochte und sie danach eine musikalisch Talfahrt hingelegt haben, hätte ich Ice-T und Co. niemals ein Comeback zugetraut. Doch sie haben es mit „Manslaughter“ bravourös eingeläutet – und mit „Bloodlust“ nun einen würdigen, überraschend heftigen Nachfolger fertig gestellt. Crossover-Hardcore, wie er sein muss!


Mätt

David Maxim Micic – „Who Built The Moon“:
Einer der für mich derzeit besten Künstler. Perfekt für laue Sommernächte, Partys, Schneefall, einfach alles. Die einzigartige Komponierweise des Serben ist einfach umwerfend.

Organized Chaos – „Divulgance“:
Noch recht frisch draußen ist „Divulgance“, aber dennoch durch und durch organisiertes Chaos. Die Band klingt wie keine andere und hat dabei noch einen der, wie ich finde, stärksten Sänger der Szene.

Pain Of Salvation – „The Passing Light Of Day“:
Das Album schafft es einfach pure und rohe Emotionen zu wecken. Die progressiven Rhythmen gepaart mit den brillanten Gesängen und Melodien begleiteten mich fast durch das ganze Jahr.

Nump – „Sun Is Cycling“:
Wie ich in der Rezension bereits geschrieben habe, ist für mich Nump eine unendlich unterbewertete Band. Mit ihrem neuen Album hauen sie einem wieder ein dickes Brett an den kopf und klingen dabei ehrlich und leidenschaftlich.

Leprous – „Malina“:
Leprous schaffen es in der Musikwelt, in der es eigentlich alles gibt, neu und frisch zu klingen. Einzigartig und genial!

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