Betrayal

Verfasst am 04. Juni 2015 von Fallen (Kategorie: Band Of The Month, Interviews, Regionale Bands) — 1.217 views

Jesus hat es vorgemacht und Betrayal machen es nach: Totgeglaubte leben länger oder stehen wieder auf. Doch waren sie wirklich tot oder doch nur im Winterschlaf? Lest selbst:

Die, die schon etwas länger in der Szene unterwegs sind, kennen euch vermutlich noch als schon sehr gute Tech-Death-Band mit viel Potential nach oben. Doch leider hat sich das Projekt verlaufen und das Potential mit ihm.
Warum nun die Reunion mit einigen Besetzugswechseln und warum keine Band-Neugründung?BetrayalLogo_weiß

Ist eine berechtigte Frage! Üblich ist ja tatsächlich eher eine Neugründung nach so langer Zeit, in der man nicht mehr live unterwegs ist oder neues Material veröffentlicht.
Im Grunde hat bei uns aber nie eine Auflösung stattgefunden, der prägende Kern von Betrayal besteht nach wie vor seit der Gründung. Wir haben trotz der vielen Besetzungswechsel immer weitergeprobt. Auch machen wir nach wie vor Death Metal und spielen unsere alten Songs. Ich denke, bei einem extremen Stilwechsel wäre es eine andere Sache gewesen.

Wie war es für euch wieder alte Songs auch live zu spielen und dann auch neue zu komponieren?

Im Proberaum war es über die Zeit natürlich etwas einseitig, die alten Songs immer und immer wieder zu spielen. Live machen die aber nach wie vor viel Spaß und kommen immer noch gut an beim Publikum.
Neue Lieder zu schreiben fühlt sich ganz anders als früher, wir probieren viel mehr aus und wagen mehr. Die musikalischen Einflüsse sind mittlerweile auch aus einem deutlich breiteren Spektrum, was jetzt aber nicht heißt, dass wir demnächst mit Tamburin und Balalaika antanzen werden. Es hat sich dadurch eben ein wirklich großes Arsenal Ideen angestaut. Diese haben wir über sehr lange Zeiträume aussortiert, jedes Riff einzeln abgewogen und teilweise auch ganze, schon fertige Songs umstrukturiert. Wir hatten eben das Glück, uns nicht mit dem Songwriting hetzen zu müssen. Auf dem Album wird also wirklich nur das Allerbeste drauf sein. Den Musikstil mit Worten zu beschreiben finde ich immer recht schwer. Wer mit Bands wie Death, At The Gates und Mastodon etwas anfangen kann, wird beim Reinhören definitiv nichts verkehrt machen.

Was unterscheidet das alte vom neuen Betrayal?

Wir sind ja mittlerweile vom Quintett zum Quartett geschrumpft, das bietet deutlich mehr Bewegungsfreiheit auf der Bühne… Spaß bei Seite: Es ist eine ganz neue Dynamik innerhalb der Band. Sowohl zwischenmenschlich als auch vom Musikalischen her gesehen. Die neue Besetzung ist sehr kompakt zusammengewachsen und ein wirklich starkes Team!

Da eure Demoaufnahme relativ zeitnah nach eurer Reunion kam, legt das nahe, dass ihr einen Plan habt und mehrere oder größere Ziele verfolgt. Welche sind das und warum?

Für dieses Jahr haben wir geplant, mit den Aufnahmen für ein komplettes Album zu beginnen. Damit fangen wir im Herbst an. Auf der CD werden 8 Songs drauf sein, das Arrangement steht bereits komplett fest. Es sind eigentlich nur noch Arbeiten am Detail geplant, was das Songwriting angeht.
Außerdem wollen wir endlich wieder mehr live spielen. Durch die ständigen Besetzungswechsel sind wir ein wenig im Proberaum eingestaubt. Wir sehen uns eigentlich als Liveband und sind über die Zeit einfach sehr ausgehungert an Auftritten gewesen. Der letzte Gig in Würzburg war da ein echtes Sahnehäubchen und das hat definitiv Lust auf mehr gemacht. 

905993_1488417794766569_3647843755489253747_oDie hohe Qualität eurer Demo zeigt, dass ihr ordentlich Erfahrung seit der ersten Betrayal-Demo gesammelt habt. Wie war für euch die Produktion und wie seid ihr sie angegangen?

Die Produktion war sehr unterschiedlich zur Aufnahme von der letzten Scheibe „Of Lust And Loss“. Damals hatten wir zwar alle unsere Instrumente schon drauf, obwohl wir noch recht jung waren. Dafür fehlte aber noch die Recording-Erfahrung, auch mussten wir mit viel weniger Zeit auskommen. Beispielsweise wurden vollständige Instrumente an einzelnen Tagen vollständig aufgenommen.
Über die Jahre hat man einfach viel lernen können, sowohl über das Einspielen als auch über das Recording an sich. Deshalb haben wir über große Strecken recht selbstständig gearbeitet.
Diesmal waren wir quasi in zwei Studios unterwegs. Gitarre, Bass & Vocals haben wir komplett in Eigenregie aufgenommen. Dadurch gab es viel Raum zum Experimentieren und Optimieren. Spaßig und lehrreich war es dazu auch noch.
Für die Drums, das Mixen und Mastern fehlte uns jedoch noch das nötige Know-How und Equipment. Darum haben wir uns an Matze vom Unleash-The-SoundStudio gewandt. Er hat seine Sache wahnsinnig gut gemacht und hat wirklich eine Menge Ahnung, obwohl das Studio ja erst seit Kurzem besteht. Zudem hat es menschlich einfach richtig gut gepasst.
Insgesamt sind wir definitiv zufrieden mit dem Ergebnis der Demo. Die kommende CD wird deshalb auch in ähnlicher Konstellation aufgenommen.

Was wollt ihr unseren Lesern noch mitgeben?

Bald gibt’s noch mehr auf die Ohren, bleibt noch ein wenig geduldig! Gegen Ende des Jahres wird es wieder Gigs im Raum A’burg und hoffentlich auch außerhalb geben. Schaut einfach öfters mal auf unserer Facebook-Page vorbei, da halten wir euch auf dem Laufenden.

Matzes Studio Unleash The Sound empfehlen wir im Übrigen jeder Band (nicht nur aus dem Metal-Bereich), die Bock auf lockere Zusammenarbeit mit tollem Ergebnis hat und das Ganze ohne dabei horrende Summen zu zahlen.

Da Betrayal dieses Jahr 10- Jähriges Jubiläum hat, werden wir uns noch etwas einfallen lassen, um das zu feiern!

Danke!

(mat)

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