Früher war alles besser…

Verfasst am 19. Mai 2015 von Michael Klein (Kategorie: Stimmen der Szene) — 1.149 views

Moment… war es das wirklich?

In dieser neuen Rubrik wollen wir einen kleinen Rückblick auf vergangene Metal-Konzerte in Aschaffenburg wagen, um dies zu prüfen.

Bei Interesse graben wir gerne weitere Tickets aus unseren Schatzkisten aus.

Guardians Christmas PartyIn der Unterfrankenhalle (für die jüngeren: heute f.a.n.-Frankenstolz-Arena) gastierten damals immer wieder mal namhafte Metal-Bands. Vor knapp 20 Jahren waren dies zum Beispiel Blind Guardian. Für (heute) läppische 40,- DM bekam man nicht nur das gerade frisch erschienene „Imaginations From The Other Side“ um die Ohren geballert, sondern auch ein mächtiges Vorprogramm unter dem Banner „The Guardians Christmas Metal Party“! So etwas gibt es heute tatsächlich nicht mehr…

Den Auftakt bildeten meiner Erinnerung nach die Kalifornier Love/Hate, die mir als ziemlich überdreht in Erinnerung geblieben sind. An den Song „Tranquilizer“ kann ich mich sogar bis heute erinnern. So schlecht kann der Gig also nicht gewesen sein.

Im Anschluss betraten Skyclad die Bretter. Jeder, der die Band in der damaligen Zeit gesehen hat, weiß, was für eine großartige Live-Truppe die Band damals war (und heute auch immer noch ist!). Vor allem aber Sänger Martins Gespür, die Menge auf seine Seite zu ziehen war damals unglaublich. Das aktuelle Album der Truppe aus Newcastle war damals „The Silent Whales Of Lunar Sea“ – entsprechend roh und thrashig das Set. Dieser Gig hat mich damals vollends von der Band überzeugt und bis heute zum echten Fan gemacht!

Heute freuen sich die Fans über Peaveys Projekt Refuge, bei dem der Rage-Frontmann älteren Nummern wieder Leben einhaucht. 1995 gab es nichts Neueres als „Black In Mind“. Wie dann eine Setlist aussah, könnt Ihr Euch denken! Nichts außer Perlen, dargeboten von einem der besten Line-Ups der Bandgeschichte.

Da die auf dem Ticket noch aufgedruckten Metal Church sich kurz zuvor aufgelöst hatten, ging es direkt mit Meister Yngwie Malmsteen weiter – und ehrlich gesagt kann ich mich an nicht allzu viel von diesem Auftritt erinnern. Nein, das lag nicht am Alkohol – sondern am öden Saitengezwirbel des Guitar-Heros. Irgendwelche ausgedehnten Klassik-meets-E-Gitarre-Soli schwirren noch in meinen Synapsen.

Steinigt mich – Aber auch mit Saxon konnte ich schon damals nicht viel anfangen, so dass sich deren Gig nicht in meinem Gedächtnis festsetzen konnte. Ehrlich gesagt kann ich mich nicht mal daran erinnern, die Jungs dort überhaupt gesehen zu haben.

Ganz im Gegensatz zu dem von Blind Guardian. „Welcome To Dying“ als damals typischer Opener gilt heute als Schmankerl – wenn ihn die Krefelder überhaupt mal spielen. Dazu dann die geilsten Nummern vom noch glänzenden Über-Album „Imaginations From The Other Side“ plus Speed-Kracher wie „Time What Is Time“, „Journey Through The Dark“ – fetter geht’s nicht. Mit Opulenz, Orchestereinspielungen und sonstigem Keyboardgeschwurbel war damals noch nix. Blind Guardian spielten puren, schnellen Metal. Nicht mehr. Aber das dafür so gut wie kaum eine andere deutsche Band zu dieser Zeit. Der Grund, warum die Band heute so erfolgreich ist, liegt genau in diesen damaligen Konzerten begründet. (mk)

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