Simon (Nine): Cult Of Luna – „Vertikal

Verfasst am 30. März 2014 von Michael Klein (Kategorie: Stimmen der Szene) — 1.116 views

Dies hier ist die Premiere unserer neuen Rubrik „Stimmen der Szene“!

An dieser Stelle werden in unregelmäßigen Abständen u.a. Leser, Musiker und Metal-Hörer aus unserer Region ihre aktuellen Lieblingsalben vorstellen.

Den Anfang macht Simon von der Aschaffenburger Prog-Metal-Band Nine, der uns zum Beginn dieser neuen Serie mit einer ausführlichen Besprechung von Cult Of Lunas „Vertikal“ versorgt – und das obwohl er derzeit noch in Neuseeland verweilt. Danke dafür!

cult-of-luna-vertikalEinige, die mich kennen, konnten sich diese Wahl bestimmt schon denken. Diese Band ist für mich dieses Jahr eine der bedeutendsten überhaupt geworden und nach der Veröffentlichung von „Vertikal“ und auch noch „Vertikal II“ kann ich sie mittlerweile zu meiner zweiten Lieblingsband zählen (selbstverständlich nach Oceansize). „Vertikal“ ist das zweite neue Album, das ich mir dieses Jahr gekauft hatte und ich habe es seither mehr als häufig gehört. Es startet mit einem kurzen bereits schon sehr dunklen Intro, in dem das Hauptmotiv des Albums zu hören ist. Die Überleitung zum ersten Knaller ist perfekt. „I: The Weapon“ geht direkt mitten in die Fresse los und enthält wieder göttliche Riffs gepaart mit unbeschreiblich erdrückend dunkler Atmosphäre. Besonders auffällig ist auch der vordergründigere Einsatz von Keyboard und Effekten. Mit dem Nachfolger „Vicarious Redemption“ haben die Schweden ihr bisher längstes Schlachtschiff erschaffen und bei der Länge hatte ich schon Befürchtungen, es sei vielleicht unnötig in die Länge gezogen worden. Dem ist aber überhaupt nicht so. Das Intro ist zwar sehr lange, aber auch sehr düster und besonders wirkungsvoll in völliger Dunkelheit (wie oft bei der Band). Besonders hervorragend ist der Wechsel in der Mitte eingeleitet durch den unter den Fans häufig als „Dubstep“-Part bezeichneten Teil, in dem heftiges Keyboard-Wummern von erschlagenden Drums begleitet wird. Der letzte Teil des Songs bildet für mich den absoluten Höhepunkt und ist einer der besten Momente der Band. Danach musste einfach etwas zum runterkommen folgen. Das kurze Zwischenstück beinhaltet wieder das Leitmotiv des Albums und leitet somit perfekt zum nächsten Song über, in dem das Motiv übrigens erneut zum Einsatz kommt. „Synchronicity“ wird eingeleitet durch vollkommen uneinheitliche Drums und einem richtig bösen Gitarren-Sound. Der Song erinnert eher an die „Eternal Kingdom“-Phase, die mir aber auch außerordentlich gut gefallen hat. In „Mute Departure“ finden sich wieder perfekte Drum-Einlagen, gemischt mit der kontinuierlich düsteren apokalyptischen Stimmung. Auch hier ist der letzte Part der Höhepunkt des Songs. Mit verstörenden Klängen wird zu „In Awe Of“ übergeleitet – dem letzten Koloss des Albums und dem meiner Meinung nach erschütterndsten. Das Riff wird zunächst von einer, dann von zwei Gitarren gespielt und explodiert lediglich beim Einstieg der restlichen Instrumente. In dem Song stimmt einfach wieder alles, auch ist er perfekt inszeniert, da am Ende das Anfangsriff in erdrückender Variation wieder auftaucht. Der Song zählt mittlerweile zu meinen absoluten Lieblingssongs. Ungewöhnlich für die Band schließt das Album mit einem ruhigen atmosphärischen Song auf, in dem allerdings die Gesamtstimmung und das Leitmotiv des Albums noch einmal perfekt aufgegriffen wird und somit noch eine Abschluss-Gänsehaut bereitet. Die darauf aufbauende EP „Vertikal II“, welche später im Jahr erschienen ist, ist auch noch eine perfekte Ergänzung zu diesem Meisterwerk. „Vertikal“ hätte als Doppelalbum mit Sicherheit zum vollkommenen Meisterwerk aufsteigen können, hätte es ein paar Songs mehr gegeben. Im Mai diesen Jahres konnte ich dann auch eine Live-Ausführung sehen, die zu den besten Erlebnissen zählt, die ich je hatte. Die Energie und Atmosphäre ist unbeschreiblich und mehr als überwältigend. Leider wird es die nächste Zeit voraussichtlich von Cult Of Luna kaum was zu hören geben, aber eine Auszeit haben sich die Schweden mit „Vertikal“ I & II mehr als verdient.

(Simon – Nine)

www.Dacebook.com/BandNine

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