Illdisposed | Vorbands: EpitomE & Nuclear Salvation

Verfasst am 12. Mai 2013 von Mathias Anthes (Kategorie: Konzert-Rezensionen) — 1.255 views

11.05.2013 – Nachtleben, Frankfurt am Main

Ich und mein großes Maul. Im Vorfeld des Konzertes sagte ich, die beiden Vorbands wären entbehrlich, da ich sie nicht kenne und sowieso nur wegen Illdisposed da bin. Mal wieder wurde ich eines Besseren belehrt und muss mein Haupt in Schande senken.

Eine halbe Stunde später als offiziell angegeben machten Nuclear Salvation aus Schweden den Anfang. Leider war das Nachtleben zu diesem Augenblick noch recht leer und die Band bekam nicht so viel Aufmerksamkeit, wie sie verdient hätte, doch zumindest die bereits Anwesenden hatten großen Spaß, denn die fünf Mannen haben sich richtig ins Zeug gelegt, besonders Sänger Benny Stigestad war völlig aufgedreht und hat alles gegeben. Ebenfalls riesiger Respekt geht an Schlagzeuger Andreas Risberg, der selbst die schnellsten Blastbeats fehlerfrei trommelte – und das, obwohl ihm der linke Unterarm fehlte und den Stock mit einem Lederband am Stumpf befestigt hatte. Einziger Kritikpunkt an ihrem Auftritt war, dass die Leadgitarre zu leise war und so fast jedes Solo völlig unterging. Fast eine halbe Stunde hatten sie gespielt, doch leider konnte ihre Spielzeit nicht verlängert werden, schließlich musste ja pünktlich um 23 Uhr die Disco losgehen…
Mich hatten die Jungs so überzeugt, dass ich direkt im Anschluss an ihren Auftritt ihre beiden Album kaufen musste.

Weiter ging’s mit EpitomE, die, ihren Vorgängern gleich, gnadenlos losknüppelten und viele Köpfe rotieren ließen. Ihr sympathischer Sänger David Hambach machte dem Publikum mit seinen Ansagen gute Laune und auch die Abmischung der Instrumente war bestens, so dass nun alle Feinheiten seitens der Gitarrenfraktion gehört werden konnten. Mit fortschreitender Zeit wurde der Laden immer voller, was sich in immer lauterem Applaus nach den Liedern äußerte. Dieser war völlig berechtigt und mit Sicherheit haben sich die Paderborner einige neue Fans erspielt.

Die Nackenmuskulatur der meisten Anwesenden war bereits ziemlich in Mitleidenschaft gezogen worden, doch das war Illdisposed natürlich völlig egal, sie spielten nur wahre Brecher wie „Weak Is Your God“, „I Believe In Me“, „Throw Your Bolts“ und „Dark“. Natürlich wurde aber auch das aktuelle Album „Sense The Darkness nicht vernachlässigt; „Stop Running“, „Sense The Darkness“ und „Time To Dominate“, dessen Mittelteil mich immer wieder verzaubert, wurden dem Publikum ebenfalls entgegengeworfen. Für viele erfreulich war auch, dass Sänger Bo die Hintergrundgeschichte zu „Ich bin verloren in Berlin“ erzählte (er wollte sich vor einem Auftritt in Berlin einen Döner holen und hatte danach den Tour-Bus nicht wiedergefunden). Auch seine restlichen Ansagen waren wie immer voller Humor und zeigten erneut, weshalb die Dänen so beliebt sind. Nach dem eigentlichen Set gab es mit „Now We’re History“ leider nur eine Zugabe, doch viel mehr hätte das erschöpfte Publikum womöglich gar nicht verkraftet. Mal wieder ein erstklassiges Konzert für wenig Geld im schönen Frankfurt. (ma)

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