Malrun

Verfasst am 26. November 2012 von Michael Klein (Kategorie: Interviews) — 1.412 views

Unterwegs…

Im Zuge der Tour mit den Emil Bulls konnten sich die Dänen von Malrun erstmals vor stilistisch passendem Publikum präsentieren. Das noch aktuelle, coole Album „The Empty Frame“ im Gepäck sollte es doch ein leichtes sein, neue Fans im Lager der Bulls zu gewinnen.
Unser Redakteur Michael traf sich kurz vor dem Auftritt mit der äußerst sympathischen Truppe, die es sich nicht nehmen ließ, vollzählig zum Interview zu erscheinen.

Metal-Aschaffenburg: Hallo! Ich habe euch vor etwa einem Jahr schon mal hier gesehen. Nur waren da weitaus weniger Leute da. Ich freue mich aber, euch hier wiederzusehen.

Mikkel Johnsen (Drums): Es ist ein toller Club hier! Großartiger Sound, supernette Leute!

Es ist für euch die größte Tour in Deutschland bisher, oder?

Ulrik Sølgaard (Bass): Vom Publikum her – ja. Zuvor waren wir ja mit den Apokalyptischen Reitern auch in ganz Europa unterwegs.

Mikkel Johnsen (Drums): Dort hatten wir unsere größte Einzelshow. Aber im Durchschnitt ist die jetzige die größte.

Wie weit unterscheidet sich denn die jetzige Tour von der vorherigen?

Patrick Nybroe (Gitarre): Ich glaube, es passt musikalisch besser zusammen. Außerdem ist das Publikum auch deutlich jünger.

Mikkel Johnsen (Drums): Es ist jetzt insgesamt unsere vierte Tour – und die erste im Nightliner. Man bekommt in manchen Dingen eine gewisse Routine.

Und Übung, oder?

Patrick Nybroe: Ja, absolut. Live spielen ist die beste Möglichkeit als Musiker besser zu werden, denn du wirst gepusht; bekommst viel vom Publikum zurück.

Ulrik Sølgaard: Es macht auch einen Unterschied, ob du vor 200 oder 800 Leuten spielst und mit ihnen interagierst.

Wenn die Leute denn wollen…

Patrick Nybroe: Ja – wenn das Publikum nicht mitspielt, dann ist es schon manchmal schwer. Dann muss man einfach sein Ding durchziehen.

Jacob Løbner (Gesang): Das ist dann vor allem für mich schwer. Als Sänger gewinnst du deine Energie von den Leuten und gibst sie zurück. Wenn nun keine Reaktion zurückkommt, dann ist das schwer. Es fehlt ein wichtiges Element. Man kommt sich dann so vor, als ob man ein Buch laut vorliest – aber niemand hört zu.

Und du stehst dazu voll im Rampenlicht.

Jacob Løbner: Ja. Als Headliner oder als große Band hast du es da leichter. Da brauchst du nur die Hände bewegen und die Masse folgt dir.

Für euer aktuelles Album „The Empty Frame“ habt ihr zum Song „Shadowborn“ ein sehr cooles Video gedreht – und dieses mittels crowdfunding finanziert, richtig?

Mikkel Johnsen: Ja. Als Teil davon.

Mads Ingemann (Gitarre): Etwa ein Drittel des benötigten Budgets kam per crowdfunding. Dieses Prinzip werden wir vielleicht auch beim nächsten Album anwenden.

Mikkel Johnsen: Ich finde das eine tolle Möglichkeit, die Leute teilhaben zu lassen.

Absolut – man wird Teil von etwas. Wie lange habt ihr denn für das Video gedreht?

Patrick Nybroe: Hmmm. Den größten Teil haben wir an einem Wochenende in einem verlassenen Freizeitpark gedreht. Es war richtig gruselig dort. Dort liegt seit 20 Jahren alles brach. Eine tolle Atmosphäre.

Die man im Video sehr gut eingefangen hat.

Seit dem aktuellen Release seid ihr ziemlich viel auf Tour. Ich nehme an, dass ihr alle auch Jobs habt oder studiert. Ist es nicht schwierig dies alles unter einen Hut zu bringen?

Mikkel Johnsen: Es ist ein Puzzle. Ehrlich. Wir sind fünf grundverschiedene Typen mit unterschiedlichen Lebensstilen – aber wir stehen alle voll hinter der Band und versuchen es immer irgendwie möglich zu machen. Im schlimmsten Fall kommt es dann auch mal vor, dass jemand nicht kann. So wie Mads bei der letzten Tour.

Jacob Løbner: Es ist schon sehr schwierig. Aber wir haben uns das alles über Jahre hinweg erarbeitet und mit „The Empty Frame“ nimmt es jetzt endlich Fahrt auf. Es wäre also verrückt, solche Möglichkeiten liegen zu lassen. Es muss einfach gehen – wofür haben wir sonst unsere Energien eingesetzt?
Eine solche Tour ist letztendlich die Ernte dessen, was wir zuvor gesät haben.

Ich denke, dass es vor allem wichtig ist, dass man trotz allen Problemen und Kompromissen noch Spaß an der Sache hat, oder?

Jacob Løbner: Ja – es gibt Bands, die sich auf Tour hassen. Wir versuchen immer Spaß dabei zu haben und eine gute Zeit zu haben. Auch weil wir alle Freunde sind.

Beste Voraussetzungen also für eine weitere Etappe auf der hoffentlich noch großen Karriereleiter der wirklich enorm sympathischen Truppe.

(mk)

www.Malrun.dk

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