Christopher Tauber

Verfasst am 03. August 2012 von Michael Klein (Kategorie: Interviews) — 1.680 views

Mal döch mal Metal

Weil wir die Idee des Metal-Malbuchs so genial finden, ließen wir es uns natürlich nicht nehmen, den Erfinder dessen zu seinem Werk zu befragen – und Illustrator Christopher „Piwi“ Tauber gab uns bereitwillig Auskunft.

Metal-Aschaffenburg: Hallo Christopher! Wie kommt man denn auf die verrückte Idee ein Metal-Malbuch zu konzipieren?

Christopher Tauber: Es gibt so viele Familien, in denen Metal zum Haushalt gehört und für Kinder ein fester Begleiter in ihrem Heranwachsen ist. Die Idee ist also gar nicht so verrückt. Ich wollte das irgendwie miteinander verbinden, ein Buch für Kinder, bei dem Metal eine große Rolle spielt. Eine Story wollte mir nicht so recht einfallen, also hab ich mich auf die Bildsprache verlassen.

Nach welchen Kriterien hast du die Cover ausgesucht? Wolltest du auf jeden Fall bestimmte Bands oder bestimmte Cover im Heft haben?

Also die Cover habe ich genüsslich während meines Jobs im Plattenladen ausgesucht. Meistens sprang mir sofort eine Idee in den Kopf, wie z. B. beim Scorpions-Cover. Reingemogelt hab ich dann noch den Reiter von Frank Frazetta, bzw. Molly Hatchet, obwohl die ja meiner Meinung nach nicht wirklich ins Metal-Fach gehören. Egal. Mehr Metal in der Bildsprache als das geht halt nicht.

Welche Umsetzung war denn besonders schwierig?

Ich muss zugeben, ich bin faul, deswegen habe ich nur leichte Variationen umgesetzt. Obwohl ich bei Twisted Sister echt grübeln musste, bis mir das mit der Oma eingefallen ist.

Metal-Bands sind ja auch für ihre teils kunstvollen Logos und deren Typographie bekannt. Gab es Begriffe, die besonders gut oder schwer umsetzbar waren?

Ich hab ja bewusst auf Black Metal verzichtet, also ging das alles ganz okay. Blind Guardian hat mich recht herausgefordert und bis ich das mit dem Pentagramm bei Slayer hinbekommen habe, hat es auch ein wenig länger gedauert.

Obwohl ja ein Black-Metal-Malbuch bestimmt auch witzig wäre…

Woher kommt die Faszination für Metal-Cover? Warum tun sich ausgerechnet Metal-CDs mit so liebevoll gestalteten Covern auf? Ein Jazz-Malbuch oder Techno-Malbuch würde ja wohl eher weniger funktionieren, oder?

Seh‘ ich genau so und das sag ich auch allen, die mir nahe legen, jetzt auch ein 80’s-Pop- oder Sonstwas-Malbuch hinterher zu schießen. Mit Metal ist für mich diese Idee aber bereits bedient. Keine andere Musikrichtung hat so ihre eigenen Codes und Bildregeln, und ich glaube, das hat viel mit den Bildern, die in den Texten beschrieben werden zu tun oder durch die Musik beim Hörer geweckt werden. Zugegeben, das klingt recht konservativ und geradlinig, aber passt halt perfekt zueinander. Aus Jazz kann man doch höchstens ein Krakel-Buch machen und bei Techno liefert man eine Schablone mit, die man dann immer wieder und wieder nachzeichnen muss…

Welches Cover hat dich zuletzt selbst begeistert? Hast du ein Lieblingscover?

Ich liebe die Cover von The Great Kat. Dabei muss ich immer ans MAD-Magazin denken. Obwohl ich die Musik weniger mag, begeistern mich manche Black-Metal-Artworks. Die Wolfmother-Artworks sind schön old school, die sind fast besser als die Musik. Richtig stylish und zur Musik perfekt passend ist das Artwork bei Graveyard. Die find ich auch musikalisch spitze!

Danke für das kleine Interview und viel Erfolg mit dem Malbuch!

Danke für die Aufmerksamkeit!

www.PiwiMonium.de/
www.Zwechfell-Verlag.de

Tags: , , ,

Hinterlasse eine Antwort

*