10 Jahre Sams Hard ’n‘ Heavy

Verfasst am 15. Juli 2008 von Michael Klein (Kategorie: Konzert-Rezensionen, Regionale Bands) — 1.229 views

12.07.2008 – Parkplatz Soccerhalle, Hörstein

Sam kann zufrieden sein. Etwa 300 Gäste versammelten sich auf dem Hörsteiner Parkplatz der Soccerhalle in Hörstein um der Einladung zum Jubiläums-Festival der Metalkneipe Sam’s Hard ’n‘ Heavy zu folgen. Und dafür ist bereits alles vorbereitet:

Als Bühne fungiert die Ladefläche eines Trucks, was für ein etwas ungewöhnliches Bühnenbild sorgt: So sitzen die jeweiligen Schlagzeuger der Bands nicht wie gewohnt in der zweiten Reihe, sondern links am vorderen Ladeflächenrand in Tuchfühlung mit den Fans vor der Bühne.

Für den Treibstoff der trockenen Kehlen sorgt am Ausschank in gewohnter Manier Sam selbst – für den Magen gibt es eine feine Auswahl diverser Speisen. Die Grundlage für ein gelungenes Festival ist also gelegt. Jetzt liegt es an den Bands, das Stimmungsbarometer nach oben zu treiben.

Den Anfang machen Stage. Mit eher seichten Coverversionen versuchen die Jungs die Ohren der Anwesenden langsam vorzuglühen und auf das restliche Programm vorzubereiten. Dies gelingt mal mehr (mit Dio oder Deep Purple) und mal weniger gut (mit Bon Jovi oder Bryan Adams). Für groß aufkommende Stimmung ist aber auch einfach noch zu früh.

Da der Reunion-Gig von Cervet wegen Besetzungsproblemen leider ins Wasser fällt, liegt es nun an Saevitia, die Fans der härteren Klänge zu befriedigen – was ihnen auch gelingt. Vor der Bühne finden sich immer mehr Leute ein, um dem melodisch-schwarzen Metall des Quartetts zu frönen. Spielfreudig und sauber feuern die Aschaffenburger ihre Songs in den beginnenden Abend und beweisen, dass sie zu Recht der Speerspitze der lokalen Metal-Bands angehören. Die Band hat ein feines Gespür für erstklassige Melodien, die gekonnt in deren schnellen Stücke eingeflochten werden und ist zudem in der Lage, diese auch live zum Ohrenschmaus zu verwandeln. Der Auftritt der drei Jungs um Gitarristin Anna macht jedenfalls viel Appetit auf eine schon längst überfällige CD.

„New Wave of British Heavy Metal!“ – wer mit solch einer Ansage das Set beginnt, stellt klar, wohin die Reise geht: Es wird den kultigen Bands aus den Spätsiebzigern gehuldigt. Da Roxxcalibur aus routinierten Profis besteht (u.a. Bandmitglieder von Viron und Abandoned), die die Stücke traumhaft sicher und authentisch interpretieren, springt schnell der Funke über. Die Geschichtsstunde in Sachen Metal führt durch die musikalischen Vermächtnisse sämtlicher wichtigen Vertreter der Szene und Fans der NWOBHM kommen bei Stücken wie „Princess Of The Night“ von Saxon oder „Axe Crazy“ von Jaguar voll auf ihre kosten, ehe mit Grim Reapers‘ „See You In Hell“ der kurzweilige Auftritt ein Ende findet.

Kurz darauf entern die vier Südamerikaner von Torture Squad die Bühne, die sich wie alle anderen Bands zuvor auch schon den ganzen Abend unter die Besucher gemischt haben. Der packende Thrash in typisch brasilianischer Weise zieht bis dato die meisten Zuschauer vor die Bühne und sorgt für mächtig Action. Starke Songs wie „Spellbound“ oder „Man Behind The Mask“ lassen die Köpfe rotieren und strapazieren die Nackenmuskulatur. Leider verkürzen die strengen Auflagen den Auftritt der sympathischen Jungs recht stark. Nach etwa einer Dreiviertelstunde ist bereits Schluss.

Aber auch ohne Live-Musik wurde noch weit in den Abend gefeiert. Schade, dass nicht jedes Jahr Jubiläum ist. (mk)

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