Protest The Hero | Vorbands: Long Distance Calling, Blood Command, Uneven Structure

Verfasst am 18. März 2012 von Michael Klein (Kategorie: Konzert-Rezensionen) — 1.109 mal angesehen

17.03.2012 – Colos-Saal, Aschaffenburg

Bei diesem bunten Tourpaket hätte ich im Voraus auf weniger Zuschauer getippt. Zur großen Überraschung gehen nach dem letzten Ton um Mitternacht aber weit über 200 zufriedene Leute nach Hause. Ein klarer Erfolg für das kanadisch-deutsch-norwegisch-französische Vier-Band-Sammelsurium – und ein ebenso klarer Erfolg für alle Anwesenden!

Denn der Abend beginnt bereits mit einem echten Paukenschlag: Uneven Structure. Die Franzosen profitieren auf Anhieb vom den ganzen Abend über tollen Sound und walzen mit ihrer Mischung aus Meshuggah, Textures, The Ocean und Dagoba eine gehörige Schneise in die Meute. Die drei Gitarren sorgen für mächtigen Druck in den aggressiven Parts, die aber immer wieder von Post-corigen, ruhigen Parts unterbrochen werden, in denen dann auch der Sänger seine Vielseitigkeit präsentieren kann. Ein Hammer-Gig!

Die Norwegische Truppe Blood Command tut sich danach sichtlich schwerer, die Sympathien der Anwesenden zu gewinnen. Ob es an der skurrilen Mixtur aus 80er-Jahre-Pop (Blondie), Rage-Against-The-Machine-Grooves und einen guten Schuss Punk ‘n’ Roll liegt? Wie auch immer – die Truppe um die zierliche Blondine Silje Tombre kann nur zu Teilen punkten, sorgt aber für einen schicken Farbtupfer im Billing.

Daneben sieht die Münsteraner Combo Long Distance Calling schon beinahe bieder aus. Was aber der Qualität des Post-Cores der sehr gut gelaunten Truppe keinen Abbruch tut. Es gibt den Stücken auch heute rein gar nichts hinzuzufügen – erst recht kein Gesang. Das Quartett beherrscht sein Metier perfekt und beweist mit dem heutigen Auftritt einmal mehr, dass sie zur absoluten Spitze des Genres gehören. Toll!

Pünktlich um 23 Uhr darf dann die Hauptattraktion des fahrenden Zirkus’ die Manege betreten: Protest The Hero. Applaus, Applaus!
Das kanadische Gespann um Fronter Rody Walker verpackt ihr technisches Können wie erwartet und bekannt in komplexe, vertrackte Nummern, die live vor allem immer dann mitreißen, wenn statt tausendfachem Taktwechsel einfach mal ein anhaltender Groove ausgepackt wird. Wobei sich vor der Bühne genügend Leute versammeln, die jeden Ton und jeden Break voll und ganz mitgehen – eine Freude für die Band!
Nach einer Stunde Spielzeit ist dann die bunte Vorstellung vorbei und alle Anwesenden dürfen beglückt nach Hause gehen.

Solche Pakete darf es gerne mehr geben! (mk)

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2 Antworten zu “Protest The Hero | Vorbands: Long Distance Calling, Blood Command, Uneven Structure”

  1. Manuel sagt:

    Was heißt hier “Erst Recht kein Gesang?” auf Platte hatten sie auch schon mal Gesang. Von wem? Erkundig dich mal und schäm dich! :P

  2. Tim sagt:

    Ich weiß, ich weiß. Trotzdem sind sie nicht auf Gesang angewiesen…

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