Lazuli

Verfasst am 21. Februar 2012 von Michael Klein (Kategorie: Konzert-Rezensionen) — 1.731 views

17.02.2012 – Colos-Saal, Aschaffenburg

Während andernorts die Leute närrischem Treiben einhergehen, haben sich diejenigen mit gutem Geschmack im Colos-Saal eingefunden. Schließlich gibt es mit Lazuli einen der schönsten progressiven Edelsteine Frankreichs zu bewundern.

Im Vergleich zum letzten Auftritt, der noch ganz im Zeichen der Neueingliederung von Romain Thorel (Keyboard, Waldhorn) und Vincent Barnavol (Schlagzeug, Percussion) stand, die damals beide noch ganz frisch im Bandgefüge waren, zeigten sich die Südfranzosen heute noch deutlich besser aufeinander eingespielt. Wo viele der detaillierten und feinsinnigen Arrangements im Mai 2010 teilweise noch roh und reduziert herüberkamen (weil im Gegensatz zu den Songs des neuen Albums „(4603 Battements)“ eigentlich für/von sechs statt fünf Musikern gespielt und geschrieben), wurden Anno 2012 vieler Stücke wieder viel facettenreicher intoniert. Stetiger Instrumentenwechsel der Musiker inklusive.

Die Besonderheit der Truppe bleibt indes die gleiche. Ich kenne nach wie vor keine Band, der es gelingt, innerhalb kürzester Zeit einen solchen Zauber zu entfachen. Wie von akustischen Räucherstäbchen ausgehend, verbreiten sich mit jedem Stück zunehmend unsichtbare Schwaden einer in den Bann ziehenden Magie im Saal.
Nach einer guten Stunde verschwindet das Quintett kurz in einer Pause um danach mit einer Akustikversion von „Merci“ mitten im Publikum zurückzukehren und den zweiten Teil des Konzerts einzuläuten, der u.a. eine göttliche Version von „On Nous Comme On Respire“ beinhaltet.

Klar, dass das Aschaffenburger Publikum Lazuli zum Schluss erst nach mehreren Zugaben (und endlich auch wieder mit einer Kollektiv-Xylophon-Einlage) von der Bühne entlässt. (mk)

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