„Thank you, motherfuckers!“

Verfasst am 25. April 2011 von Mathias Anthes (Kategorie: Konzert-Rezensionen) — 1.105 views

Children Of Bodom | Vorbands: Ensiferum, Machinae Supremacy

24.04.2011 – Neue Stadthalle, Langen

Ostersonntag: Der Tag, an dem wir alle die Kirche besuchen, um die Auferstehung Jesu Christi zu feiern – pah, so ein Blödsinn! Wir lassen zu feinstem Melo Death aus Finnland die Matte fliegen!

Den Auftakt zur „Ugly World Tour“ machten Machinae Supremacy aus Schweden, die wir aber fast vollständig verpasst haben. Das Bisschen, das wir noch im Foyer zu hören bekamen, klang aber auch nicht allzu spannend.

Ganz anders bei Ensiferum, hier gab bereits vor dem Auftritt jede Menge Spannung. Man hätte meinen können, sie wären der Hauptakt, so heiß war das Publikum auf die Finnen. Die Akustik war hervorragend, alle Instrumente waren gut auf einander abgestimmt und bestens abgemischt. Besonders bei den schnellen Soli konnte man so jede Note kristallklar heraushören. Nicht nur das Publikum war gut drauf, sondern auch die Band, allen voran Sami Hinkka und Markus Toivonen, die noch irgendwann einen Herzinfarkt erleiden, wenn sie weiterhin so über die Bühne rasen. Zu hören gab es unter anderem „Into Battle“, „Twilight Tavern“ und „Lai Lai Hei“, das ich während meiner Gesellenprüfung nicht aus dem Kopf bekam. Zum Abschluss spielten sie „Iron“, selbstverständlich mit den obligatorischen „DA-DADADA“-Chören. Für mich war der gestrige Auftritt einer der besten Ensiferums, die ich bisher gesehen habe. Top!

Doch das Beste sollte noch kommen, schließlich waren wir wegen ihren Landsmännern vom Bodom-See da. Diese legten mit „Not My Funeral“ los und es zeigte sich, dass das neue Material live mehr Charakter entfaltet als auf Platte – doch trotzdem kommt es für das Publikum nicht an das alte Zeug ran. „Bodom Beach Terror“, „Living Dead Beat“, „Angels Don’t Kill“, „Hate Me!“, „In Your Face“ und vor allem der „old school shit“ wie „Children Of Bodom“ konnten einfach mehr überzeugen. Leider war bei Children Of Bodom der Sound nicht so gut wie bei Ensiferum, zeitweise ging die Leadgitarre stark unter, was bei den filigranen Stücken besonders schmerzt. Der Stimmung tat das aber keinen Abbruch, es gab quasi ununterbrochen einen Mosh Pit und unentwegt wurde heftig geheadbangt. Nach einer Stunde beendeten sie mit „Downfall“ ihr Set, gaben aber natürlich noch eine kurze Zugabe, bestehend aus „Was It Worth It?“ und der Hymne „Hate Crew Deathroll“, die von allen lauthals mitgesungen wurde. Unter tosendem Applaus verteilte die Band noch Pleks und Drumsticks, womit der Abend musikalisch vorbei war – wer wollte, konnte aber noch mit Ensiferum am Merch-Stand auf Tuchfühlung gehen.

Insgesamt war das Konzert selbst ohne die erste Vorband die 28 Euro absolut wert gewesen und hat wie erwartet einfach großen Spaß gemacht. Besser kann man christliche Feiertage nicht begehen! (ma)

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