Grave Digger | Vorbands: Taletellers, Alestorm

Verfasst am 21. Januar 2009 von Michael Klein (Kategorie: Konzert-Rezensionen) — 1.385 views

20.01.2009 – Colos-Saal, Aschaffenburg

Pünktlich zum erscheinen des neuen Albums „Ballads Of A Hangman“ begeben sich die lebenden Legenden von Grave Digger auf eine neue Rundreise durch Europa und machen bei einer der 24 Stationen auch Halt im Colos Saal.

Bevor es richtig losgeht, dürfen die Saarbrückener Taletellers dem gut gefüllten Club einheizen. Mit ihrem Achtziger-Jahre-Metal stoßen sie auch schon zu so früher Stunde auf offene Ohren und gestreckte Fäuste. Die Songs gewinnen zwar sicher keinen Originalitätspreis, sind aber mitreißend und energiegeladen gespielt. Den ordentlichen Beifall nach 30 Minuten hat sich das junge Quartett redlich verdient.
Die kurzen Umbaupause lässt nicht viel Zeit sich mit Rum oder Whiskey in Stimmung für die schottischen Freibeuter von Alestorm zu bringen. Das ist auch nicht notwendig. Schon beim ersten Stück „Wenches And Mead“ zeigt sich: Alestorm haben einige Fans mitgebracht! Motiviert und textsicher unterstützen diese die etwas holprig und unbeholfen agierende Band. Die spielerischen Defizite gleicht der Vierer aber durch Sympathie und Spielspaß aus. Sänger und Keytar-Spieler Christopher Bowes mimt augenzwinkernd den Kapitän, während seine Mannschaft (Aschaffenburger Piratenblut-trinkend) ihn bei den unzähligen Mitgröl-Songs tatkräftig unterstützt. Auch wenn mich das Quartett live noch nicht ganz überzeugen konnte – den meisten gefällt’s und dicker Applaus ist garantiert.
Nach erneut angenehm kurzer Umbaupause ist dann die Zeit für die Reaper gekommen. Der Titelsong des neuen Albums eröffnet das Konzert und sofort sind alle Hände oben. Die Stimmung ist bombig und lässt auch bis zum Schluss nicht nach. Grave Digger präsentieren sich hervorragend eingespielt und motivieren die Meute zu Höchstleistungen. Neuzugang Thilo Hermann erweist sich als Glücksgriff: Sein Spiel harmoniert so perfekt mit Manni Schmidts, dass man sich fragt, wie die Band es in den Jahren zuvor mit nur einem Gitarristen ausgehalten hat. Durch die Doppelaxt-Attacken bleiben live bei Soli keine Luftlöcher mehr und Stücke wie „Knights Of The Cross“ oder „Excalibur“ gewinnen noch mehr an Durchschlagskraft. Sänger Chris Boltendahl zeigt sich in Bestform und hat den Colos-Saal fest in seiner Hand. Als auf die Ansage „Wir spielen heute zum ersten Mal in Aschaffenburg“ ein Fan antwortet, dass die Band bereits 1994 schon einmal hier war, kontert Chris: „Da hab‘ ich noch gesoffen“ – und hat damit auch die Lacher auf seiner Seite.

Auch musikalisch lässt das Sextett nichts anbrennen. Von selten gespielten Stücken bis zu Neuware: Ein Hit reiht sich an den Nächsten. Vor allem „Silent Revolution“, „The Last Supper“ und „The Dark Of The Sun“ werden heute besonders abgefeiert. Nach 100 Minuten erfolgt dann der „Heavy Metal Breakdown“ und die Band verabschiedet sich. Es würde mich aber nicht wundern, wenn Grave Digger nach so einem hervorragenden Auftritt auch bei ihrer nächsten Tour wieder in Aschaffenburg Halt machen. (mk)

Setlist Alestorm:
Wenches And Mead
Leviathan
Nancy The Tavern Wench
Over The Seas
The Huntmaster
Set Sail And Conquer
Keelhaul
Captain Morgan’s Revenge

Setlist Grave Digger:
Ballad Of A Hangman
Valhalla
Hell Of Disillusion
Wedding Day
Witch Hunter
Lionheart
Silent Revolution
Stormrider
The Last Supper
Headbanging Man
The House
Knights Of The Cross
My Blood Will Live Forever
The Dark Of The Sun
Excalibur
Rebellion (The Clans Are Marching)
The Reaper
Pray
Heavy Metal Breakdown

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