Drei mit einem Schlag

Verfasst am 08. November 2010 von Gringer (Kategorie: Konzert-Rezensionen) — 1.120 views

Blutjungs | Vorbands: LAK, Rocky Lewis

06.11.2010 – JuKuz, Aschaffenburg

Für den heutigen Abend wollten die blutigen Buben mal wieder das JuKuz beehren und haben sich hierzu Rocky Lewis und LAK ins Boot geholt.

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Rocky Lewis

Beginnen sollte der muntere Reigen laut Internet um 20 Uhr – aber selbst schuld, wer dem World Wide Web immer wieder glaubt. So kommen wir pünktlich und abgehetzt im großen Saal des JuKuz an, um dann festzustellen, dass sich auf der Bühne noch nichts tut. Bis Rocky Lewis kurz nach halb Neun schließlich die Bretter betreten.Ich befürchtete, dass Rocky Lewis musikalisch nicht so ganz in die heutige Runde passen würde und war deswegen über das sich rasch füllende JuKuz überrascht. Sänger Mischi (der heute eine klasse Gesangsleistung ablieferte) hat wieder gewohnt cool durchs gut halbstündige Programm geführt und damit die Anwesenden überzeugt. Außerdem war es wieder eine wahre Freude, Martin Matyssek am Schlagzeug bei seinem einzigartigen Spiel hinterm Kit zuzusehen. Der Mann
ist ein tanzender Krake. Unbedingt mal hingehen und ansehen! Mit verdientem Applaus verlassen Rocky Lewis dann die Bühne, um nach kurzer Pause LAK an den Start gehen zu lassen.

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LAK

LAK – Lust auf Kunst – und über Kunst lässt sich gewisslich streiten. Ich bin kein großer Punk-Fan und war deswegen positiv erfreut, dass LAKs Stil irgendwie über das normale Punkgeschrammel hinaus ging. Nein – keine Angst! Es war schon Punk, aber ohne schrullige Straßen-Attitüde. Ich konnte sie mir jedenfalls komplett ansehen, ohne völlig abzustumpfen. Und wie bereits bei Rocky Lewis muss ich auch bei LAK einen Drummer-Anschau-Tipp geben. Schlagzeuger Frank war Augenöffner Nr. 2 des Abends. Er spielt exakt wie das Duracell-Häschen. Und das meine ich nicht beleidigend. Es ist wirklich so und sieht einfach klasse aus. Also auch hier: hingehen und anschauen! Am abschließenden Applaus gemessen, hatte die Menge viel Spaß mit LAK, als diese nach ca. 40 Minuten von der Bühne gingen.

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Blutjungs

Da kamen sie nun – die blutigen Jungs. Nun, was soll ich sagen? Es war eigentlich alles wie immer: witzig, beleidigend, gut – aber diesmal doch irgendwie besser. Das JuKuz war nun extrem gut gefüllt und weite Teile des Publikums grölten textsicher mit – was für gute Festzeltstimmung sorgte. Sänger Martin verschenkte diverse T-Shirts gegen kleinere Aufgaben, die von „Feiert den Sänger frenetisch ab“ (und disst nicht den Gitarristen) bis zu „Gib mir deine Telefonnummer“ reichten. Die Band spielte neben den gewohnten Klassikern und einigen aktuelleren Nummern sogar ein kleines Medley („damit das scheiß Publikum sich nicht ständig sich Songs wünscht und endlich mal Ruhe ist“).
Die Blutjungs macht der knackige Witz aus, den sie auch im neuen Song „Ich hab Harry Potter getötet“ bewiesen. Das gilt auch für das Zusammenspiel untereinander, mit all den Beschimpfungen und Liebkosungen – einfach sehenswert! Die Blutjungs darf man sich nicht zu oft geben (sonst ist der Witz raus), aber mir würde auch was fehlen, wenn Martin (ohne den die Band ebenfalls nicht funktionieren würde) mich als Teil des Publikums nicht von Zeit zu Zeit beschimpfen würde oder ich seiner Selbstbeweihräuchernden Art lauschen könnte. Mir gefällt es und dem ganzen Saal auch.
Aber wir können nicht enden ohne unseren dritten besonderen Schlagzeuger zu erwähnen. Dieser fällt einfach auch ohne Spiel schon auf. Wer Jan (den 2,10m großen Rasputin-Doppelgänger) zum Freund hat, braucht sich nicht zu fürchten. So wirkt seine Darbietung als wenn er auf der Couch sitzt und statt einem Stick eine Fernbedienung in der Hand hat. Nicht zu vergessen: das Mundharmonikaspiel und sein kultverdächtiger Sologesang in „Fred der Metzger“.
Und jetzt alle: „Jan, fang an!“ (lkb)

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