The Shadow Theory – „Behind The Black Veil“

Verfasst am 09. November 2010 von Michael Klein (Kategorie: CD-Rezensionen) — 1.175 views

Ein Traum in einem Traum

Der Protagonist von „Behind The Black Veil“ ist ein verzweifelter, verlorener Mann, der unter Drogeneinfluss spät abends vor seinem Fernseher einschläft und sich in Folge in einer Hölle zwischen Traum und Albtraum wieder findet. Als er endlich erwacht, glaubt er zuerst Erleichterung zu verspüren. Doch diese weicht schnell von ihm, als er bemerkt, dass sich seine gefühlte Wirklichkeit nur als weiterer Traum herausstellt. Unmögliche Dinge geschehen und der Mann weiß nicht länger, ob er nun träumt oder wach ist. Es gibt nur eine fortlaufende Konstante: Sie. Sie war die ganze Zeit da. Ein Klopfen am Fenster, ein Fußstapfen in der Eingangshalle, eine Stimme im Dunkeln. Sie war in jedem Traum.

Devon Graves (Ex-Deadsoul-Tribe, Psychotic Waltz) hat sich für die musikalische Umsetzung seines ersten Konzeptalbums Musiker aus ganz Europa zusammengesucht, um gemeinsam mit ihnen dieses Horrormärchen zu vertonen. Devons Wahl fiel dabei u.a. auf Thresholds Drum-Pulsgeber Johanne James und Ex-Pain-Of-Salvation-Bassist Kristoffer Gildenlöw. Eine hervorragende Wahl – wenn man sich das Ergebnis anhört. Die elf Stücke auf „Behind The Black Veil“ verbinden Elemente des Thrash, Psychedelic und Symphonic Metal mit Folk und Prog-Rock. Also alles genau wie bei seinem vorherigen Tätigkeitsfeld Deadsoul Tribe? Nein, nicht ganz. Auch wenn die Grundsteine die gleichen sein mögen – Devon geht auf dem Debüt von The Shadow Theory deutlich weniger nachdenklich und introvertiert vor. Immer wieder gewinnen auch mal laute, aufschreiende Passagen die Oberhand (hört z.B.: „The Sound Of Flies“) und hauchen dem vielschichtigen Material viel Dynamik ein.

Es sei jedoch auch gleich klargestellt, dass „Behind The Black Veil“ nichts zum „eben mal reinhören“ ist. Das Album braucht einige Zeit, um seine Wirkung zu entfalten, entpuppt sich nach sperriger Anfangszeit aber dann als tolles Prog-Konzeptalbum mit teils beklemmender Atmosphäre, vielen feinen Nuancen und spannenden Songs, die im finalen „A Symphony Of Shadows“ ihren Höhepunkt finden. (mk)


cover

Bewertung: 10/15 Punkte
Genre:
Progressive Metal
Herkunft:
Europa
Label:
InsideOut Music
Veröffentlichungsdatum:
19.10.2010
Homepage:
www.The-Shadow-Theory.com

Tracklist

  1. I Open Up My Eyes
  2. The Sound Of Flies
  3. Ghostride
  4. Welcome
  5. By The Crossroads
  6. Selebrate
  7. Snakeskin
  8. Sleepwalking
  9. The Black Cradle
  10. A Candle In The Gallery
  11. A Symphony Of Shadows


Tags: ,

Hinterlasse eine Antwort

*