Dreifachsieg

Verfasst am 10. Oktober 2010 von Michael Klein (Kategorie: Konzert-Rezensionen) — 2.910 views

Epica | Vorbands: Kells, ReVamp

09.10.2010 – Colos-Saal, Aschaffenburg

Im Vorfeld des dritten Gastspiels von Epica durften sich die vier Sieger unseres Meet-&-Greet-Gewinnspiels livehaftig von der gelebten Fannähe der holländischen Band überzeugen und das ein oder andere Bild und Autogramm als Souvenir für den heutigen Abend mit nach Hause nehmen. Und dieser sollte sich als wirklich klasse erweisen.

psp_2652Den Beginn machten die Quasi-After-Forever-Nachfolger ReVamp, die mit ihrer Mischung aus krachendem Metal, symphonischen und orchestralen Elementen natürlich perfekt zum heutigen Headliner passten. Sängerin Floor Jansen mit ihrer beeindruckenden Bühnenpräsenz das prall gefüllte Colos-Saal in Windeseile im Griff und beeindruckte mit enormer Stimmgewalt. Ihre Band begeisterte mit viel Spielfreude und war sichtlich glückliche über die tolle Resonanz des Publikums. Sicher – Stücke wie das brettharte „Disdain“ oder das variable „Kill Me With Silence“ erreichen noch nicht ganz das Niveau, welches sich Floors Vorgängerband After Forever in ihrer fünfzehnjährigen Existenz erarbeitet haben – doch hier steckt viel Potenzial drin – was ReVamp auch live bewiesen haben.

Die Franzosen Kells dürften die meisten der Anwesenden zuvor kaum auf ihrem Schirm gehabt haben, was sich danach aber schlagartig geändert haben dürfte. Die Visitenkarte des Quartetts war jedenfalls recht eindrucksvoll. Musikalisch irgendwo zwischen Lacuna Coil, The Agonist und – jawohl: KoЯn! Sowohl der Sound als auch die optische Ähnlichkeit des Bassisten Lo ließen an die amerikanischen Kollegen denken – da passte es nur ins Bild, dass Kells auch noch KoЯns „Here To Stay“ von der Bühne schmetterten. Mangelnde Abwechslung innerhalb der eigenen (französisch gesungenen) Songs machten Kells aber locker durch eine energiegeladene Show und viel Einsatz wieder wett und nicht wenige fragten sich nach dem Auftritt, wo die quirlige Frontgrazie Virg in ihrem Wespentaille-Korsett noch die Luft zum singen, schreien und herumspringen nahm? Eine Punktlandung bei den Fans.

EpicaEpica konnten danach nicht mehr viel falsch machen. Anfängliche Sound- und Timingprobleme waren schnell beseitigt, um danach den gewohnten Siegeszug anzutreten, der mit einem so starken Album wie „Design Your Universe“ in der Hinterhand natürlich ein leichtes ist. Die Songauswahl passt (heute kommen u.a. „Consign To Oblivion“ und „Cry For The Moon“ zum Zuge) – doch es ist vor allem immer wieder der große Spielspaß der Band der mich begeistert. Man sieht jedem der Musiker an, mit wie viel Herzblut sie an der Sache sind. Epica-Shows sind keine Reißbrett-Konstruktionen gelangweilter Saitenzupfer, sondern Energiesprühende Versammlungen. Der enorme Härtegrad verblüfft mich bei den kleinen Club-Shows der Niederländer zwar immer wieder aufs Neue, aber natürlich sind es die melodischen Parts von Männertraum Simone Simons, die die Masse mitsingen und feiern lassen. Ein besonderes Schmankerl ist „The Imperial March“, bei dem die Hundertschaften im Saal zu Star Wars bangen – das sieht (und hört) man auch nicht alle Tage.
Nach knapp Eineindreiviertel Stunden ist der Schlusspunkt unter den rundum gelungenen Abend gesetzt, an dem sicher niemand enttäuscht nach Hause gegangen ist. (mk)

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