Schmerzen im Ohr?

Verfasst am 09. Oktober 2010 von Fallen (Kategorie: Konzert-Rezensionen) — 751 views

Jon Oliva’s Pain | Vorbands: Need, Neverland

06.10.2010 – Colos-Saal, Aschaffenburg

Das gute alte Colos mit einem vielversprechenden Paket: Need, Neverland und Jon Oliva’s Pain.

Need startet den Abend als härteste Band, die sich durch extrem viele Rhythmus- und Taktwechsel charakterisiert. Trotz der immensen Spielfreude der vier Jungs kam beim Publikum nicht zu viel an. Ob das an dem etwas matschigen Sound gelegen hat, der durch die tiefen Gitarren oftmals vorprogrammiert ist oder einfach an der falschen Zielgruppe, sei mal dahingestellt. Trotzdem rockten Need die Bühne und zauberten mir ein zufriedenes Grinsen aufs Gesicht.

Als Neverland die Bühne enterten, war der erste Gedanke „Was zur Hölle?“. Sieben Leute in erster Reihe, nur der Schlagzeuger dezent im Hintergrund und dann kam die Klangwand. Vom perfekt abgemischten Sound und den motivierten Musikern völlig überfordert, bliesen sie einem mit einer Art Rock-/Metaloper ähnlich wie Star One (Arjen Lucassen), nur nicht ganz so spacig, die Ohren weg. Jeder Song offenbarte eine völlig andere Art von Genialität und alle Bandmitglieder gaben Vollgas. Das schwappte auf das Publikum über, das Neverland zurecht abfeierte. Zum Schluss rückte die griechisch/türkische Band noch eine Coverversion von „Master Of Puppets“ rüber. Schade eigentlich, denn ich hätte lieber noch einen eigenen Song von ihnen gehört. Trotzdem waren sie für mich der Höhepunkt des Abends: geiler Sound, geile Musik, geile Scheiße!

Schließlich betrat der Altmeister Jon die Bühne und das Colos war zum Glück doch noch etwas voller als die anfangs geschätzten 150 Mann. In erster Linie kann man über das Konzert sagen, dass es trotz Gehörschutz verflucht laut war. Hinzu kamen technische Probleme und ein kranker Jon, der eher wie Lemmy klang und sich dementsprechend schwer tat, die hohen Töne zu treffen. Nichtsdestoweniger pfeifte sich Jon irgendein kurierendes Getränk rein, paffte ein paar Zigaretten zwischendrin und zog das Programm von vorne bis hinten komplett durch. Meinen Respekt dafür.
Musikalisch gesehen gab es ein Querbeetprogramm von Oldies bis zu Stücken vom neuen Album, jedoch begeisterten mich am meisten die Savatage-Songs wie „Chance“ oder die Zugabe „Hall Of The Mountain King“. Etwas nervig war das Endlos-Gitarrensoloduell der beiden meisterlichen Seitenreißer. Das war zwar beeindruckend, aber nach gefühlten 15 Minuten einfach zu langwierig.

Insgesamt war es ein sehr gelungener Abend, der mal wieder bewiesen hat, dass es viele Bands gibt, die man noch nicht kennt, die aber verflucht gut sind.
Fazit: Need – ziemlich cool, Neverland – genial und Jon – solide gut! (mat)

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