Iron Maiden – „The Final Frontier“

Verfasst am 02. September 2010 von Manuel (Kategorie: CD-Rezensionen) — 928 views

Noch lange nicht am Zenit angekommen…

Schon seit „Dance Of Death“ setzen Iron Maiden vermehrt auf längeres, episches und teils sehr vertracktes Liedgut. Dies fand bisher seinen Höhepunkt im 2008er-Werk „A Matter Of Life And Death“, an dem sich die Geister scheiden. Für die einen war es eine Offenbarung, die meisten alteingesessenen Fans lehnen diese Entwicklung jedoch ab und fanden diese Platte zu anstrengend.
Wie es sich mit der neuen Veröffentlichung der eisernen Jungfrau hält, sollen nun die folgenden Zeilen zeigen.

Die ersten vier Minuten und damit der „Satellite 15…“-Teil des ersten Songs bestehen aus Pink-Floyd-ähnlichen Soundgebilden, erst spät setzt Bruce Dickinsons Sprechgesang ein. Nach der Hälfte des Songs geht dieser dann in den zweiten Teil „The Final Frontier“ über, welcher auch namensgebend für das Release und ein lockerer Midtemporocker ist, bei dem der Refrain vielleicht ein wenig zu oft wiederholt wird. Nachdem man die folgenden „El Dorado“ und „Mother Of Mercy“, welche beide von einem sehr eingängigen Chorus leben und sonst nicht weiter auffallen, hinter sich gebracht hat, folgt der erste richtige Höhepunkt der CD: „Coming Home“, eine kraftvolle Halbballade, die von Bruces Stimme getragen wird. Mit „The Alchemist“ schließt danach das erste schnellere Stück an, welches dem Album nach den vier eher im Mid- und Downtempo gehaltenen Lieder sehr gut tut. „Isle Of Avalon“ beginnt mit einer interessanten Gitarrenlinie, welche sich auch während des Stücks durch die ruhigeren Teile der einzelnen Strophen zieht. Der Chorusteil ist sehr markant gehalten, entfaltet aber erst nach mehrmaligem Hören seine volle Wirkung. „Starblind“ sowie „The Man Who Would Be King“ sind zwei Tracks, die auch auf der letzten Veröffentlichung ihren Platz gefunden hätten, zwei epische Lieder also, in den Iron Maiden all ihre technischen Fähigkeiten auffahren. Zwischen diesen beiden Songs befindet sich das ebenfalls überlange „The Talisman“, das akustisch beginnt und in dem das Tempo immer weiter angezogen wird. Abgeschlossen wird „The Final Frontier“ vom längsten Track „When The Wild Wind Blows“, diese Nummer ist wieder eher im langsameren Bereich angesiedelt und besticht durch seinen epischen Gesang und die hervorragende Gitarrenarbeit der, hier auch wirklich mal zu hörenden, drei Gitarristen. Der absolute Höhepunkt dieser Veröffentlichung!

Was kann man nun abschließend über diese CD sagen? Iron Maiden sind weiterhin Iron Maiden, sie bleiben ihrem eingeschlagenen Weg der epischen, ausufernden Lieder treu. Die hochklassige zweite Hälfte und insbesonders „When The Wild Wind Blows“ entschädigen für die eher gewöhnliche erste Hälfte. Ältere Fans der eisernen Jungfrau werden sich wohl mit diesem Werk und seinen längeren, verspielten Lieder weiterhin nicht versöhnen lassen. Wer jedoch auf Gesang der Extraklasse, saubere technische Umsetzung, dynamischen Sound, auf eine transparente Produktion steht und auch schon den letzten Alben etwas abgewinnen konnte, ist hier absolut richtig. (ms)


iron_maiden_the_final_frontier

Bewertung: 10/15 Punkte
Genre: Heavy Metal
Herkunft:
England
Label: EMI
Veröffentlichungsdatum: 13.08.2010
Homepage:
www.IronMaiden.com

Tracklist

    1. Satellite 15… The Final Frontier
    2. El Dorado
    3. Mother Of Mercy
    4. Coming Home
    5. The Alchemist
    6. Isle Of Avalon
    7. Starblind
    8. The Talisman
    9. The Man Who Would Be King
    10. When The Wild Wind Blows


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