Amphi-tastisch!

Verfasst am 27. Mai 2011 von Michael Klein (Kategorie: Festival-Rezensionen) — 11.128 views

Rock-Hard-Festival

21.-23.05.2010 – Amphitheater, Gelsenkirchen

In Kürze geht das geniale Rock-Hard-Festival in eine neue Runde und lässt die Vorfreude bereits jetzt schon gehörig steigen.
Letztendlich hat sich das kleine Festival bei unserem Besuch im Pott im vergangen Jahr als absolutes Highlight entpuppt. Lest hier nochmal unseren Bericht aus 2010! (mk)

21.05.

Matsch, Regen, schlechte Sicht wegen großen Menschen vor einem – all das gab es beim Rock-Hard-Festival 2010 nicht! Aus dem regnerischen Aschaffenburg hinaus fuhren wir in den sonnigen Ruhrpott und belegten im Luxusstil ab Donnerstag unsere Zwei-Sterne-Hotelzimmer. Am nächsten Tag ging es auf das wunderschöne Gelände des Gelsenkirchener Amphitheaters mit Blick auf den Rhein-Herne-Kanal. Das Theater selbst ist perfekt für Konzerte und Festivals, da es von überall guten Blick auf die Bühne ermöglicht und immer passende Sitzgelegenheiten und das alles ohne Matsch! Um 13 Uhr ging es dann mit der ersten Band los:

ketzer

Ketzer

Schon hier sammelte sich ein Pulk an Fans vor der Bühne an, um sich ihre tägliche Black-Metal-Dosis zu gönnen. Ketzer selbst konnten durch ihr Auftreten überzeugen und heizten der Menge noch zusätzlich zu der brennenden Sonne ein und verbreiteten gute Stimmung. Ein gelungener Einstieg, der Lust auf mehr machte und verdeutlichte, was für ein geiles Festival uns noch bevorstand. (mat)

Dieses wurde mit einem raren Auftritt der Berliner Necros Christos fortgestetzt. Der doomig angehauchte Black Metal des Quartetts tropft stellenweise zäh wie dickes Blut von der Bühne, um dann wieder in Raserei zu verfallen und besitzt durchaus einen gewissen Reiz. Finden auch die meisten Anwesenden und spendieren den Musikern und deren Hymnen wie „Black Mass Discreation“ wohlwollenden Applaus. (mk)

Katatonia im strahlenden Sonnenschein zu erleben hat mir die Vorfreude auf den Gig der Schweden ziemlich vermindert. Deren melancholischer Düster-Metal funktioniert nämlich so eigentlich am wenigsten. Trotzdem gibt man als Fan nicht so einfach auf und das hat sich letztendlich als Gewinn herausgestellt. Im gut gefüllten Theater startet die Band das Set mit dem ersten Lied „Forsaker“ ihres aktuellen Albums. Der Sound ist astrein, das Publikum jubelt und die Musiker sind äußerst gut gelaunt. Die Routine der Gruppe ist durch die vergangene Tour im Vergleich zum Summer Breeze im Vorjahr deutlich zu spüren und die Band präsentiert vor allem Lieder der jüngeren Vergangenheit. So feiern die Fans zu ältern Liedern wie z. B. „My Twin“, „Ghost Of The Sun“, „Evidence“ ordentlich ab, wobei der Fokus natürlich auf dem letzten wirklich genialen Album. Nicht jeder im Publikum wird der anspruchsvollen und absolut festivaluntauglichen Musik etwas abgewinnen können, aber unter dem Strich war es ein hörenswertes Konzert. Das einzige richtige Manko bleibt für mich das Fehlen des Oberhits „Murder“, trotz der Anwesenheit eines gewissen Herrn Akerfeldt (Bloodbath s.u.). (aw)

Nach einer so großen Dosierung Düsternis wurde es Zeit für ein paar positiv geladene Stahlgeschosse. Wer sollte dafür besser geeignet sein als die schwedische Band der Stunde: Sabaton. Kaum haben die Musiker ihren Platz eingenommen, steigt die Stimmung auf ein Maximum. Die Band gibt Vollgas, springt und hechtet über die Bühne als ob es kein Morgen gäbe. Hits wie „Attero Dominatus“, „Cliffs Of Gallipoli“ oder „Primo Victoria“ werden mächtig abgefeiert und mit „Uprising“ und dem „Coat Of Arms“ gibt es sogar einen Einblick in das gleichnamige heute erschienene neue Studioalbum. Nach diesem starken Auftritt wird sich dieses wahrscheinlich wie Butter verkauft haben. (mk)

Auf die Chance, Bloodbath endlich live zu sehen, musste ich ziemlich lange warten. Die Schweden bestehend aus Mitgliedern von Opeth und den bereits aufgetretenen Katatonia zelebrieren den Death Metal mit ihrer ganz eigenen Note und Kreativität. Das erst vierte Konzert dieser Supergroup, deren Gründung schon mehr als 10 Jahre zurückliegt, war für viele heute ein Grund zur Anreise. Nach einem langen Intro beginnt ein Traumkonzert mit dem genialen „Ways To The Grave“. In den nächsten 75 Minuten präsentiert die Band den Death Metal in allen Facetten und die Freude im Publikum vor der Bühne ist riesig. Wer nicht gerade die Songs mitschreit, beteiligt sich am Headbangen oder verausgabt sich im Moshpit. Der Sound ist direkt vor der Bühne auch sehr gut. Sänger Mikael Åkerfeldt keift übermächtig in den Songs und zeigt seine unterhalterische Seite zwischen den Liedern, wie man es von Opeth kennt. Er posiert inzwischen ohne seine Gitarre auch nicht mehr ganz so unbeholfen und auch der Rest der Band zeigt eine energiegeladene Performance. Es werden Songs aus allen Veröffentlichungen, die alle Arten des schwedischen Death Metals bis zum modernen technischen US-Death-Metal abdecken, präsentiert. Das Konzert endet unter lautem Mitschreien des Publikums mit dem Hit „Eaten“. Den glücklichen Gesichtern nach zu urteilen, war das nicht nur für mich eines der absoluten Festival-Highlights. Wer weiß, wann man diese Band wieder sehen wird. (aw)

Setlist

  • Intro
  • Ways To The Grave
  • Soul Evisceration
  • Process Of Disillumination
  • Iesous
  • Breeding Death
  • Mouth Of Empty Prayer
  • Mass Strangulation
  • Cancer Of The Soul
  • Mock The Cross
  • Like Fire
  • Blood Vortex
  • Outnumbering The Day
  • Hades Rising
  • Eaten

„Wären der verdiente Headliner des Tages gewesen: Blutspaß!“ – Matthias Klein

devils

The Devils Blood

Nach einer epischen Schweigeminute für Ronnie James Dio und Peter Steele (R.I.P.) kommt nun eine der im Vorfeld stark diskutierten Bands des Festivals. The Devil’s Blood aus den Niederlanden werden vom Rock Hard frenetisch gefeiert (Anm.: zu Recht) und haben deswegen sogar den Slot des Co-Headliners für den Freitag bekommen. Die Gruppe spielt allerdings nach dem Headliner, da sie nicht im Tageslicht auftreten. Der Chef des Magazins Götz Kühnemund hat den Skeptikern in der satanischen psychedelischen Rock Band im Vorfeld eine Show versprochen, die man so schnell nicht vergessen wird. Die Angst einiger Menschen, nun Zeuge eines satanischen Mordes zu werden, konnte allerdings schnell verdrängt werden. Eine spezielle Light-Show, Leinwand und Background-Sängerinnen sind damit gemeint worden, was so manchen Zuhörer wohl letztendlich auch etwas enttäuscht hat. Die Band besteigt die Bühne eingeschmiert in echtem Schweineblut und beginnt ihr eineinhalbstündiges „Ritual“ mit den Liedern aus der EP „Come Reap“ und dem einzigen Album „The Time Of No Time Evermore“. Die fehlende Kommunikation mit dem Publikum und die Unbeweglichkeit der Musiker lässt den größten Teil des Publikums irritierend auf die Bühne schauen. Sängerin Farida Starre kann äußerst unheimlich wirken, denn sie bewegt sich fast nur zum Singen. Die Musik und der Rest der Show können dadurch leider nicht jeden in den Bann ziehen und so verlassen schon viele vorzeitig das Theater. Die Fans genießen trotzdem die Show und lassen sich von den teilweise sehr ausufernden Soli der drei Gitarristen beschallen. Die Band hatte schon im Vorfeld polarisiert und nicht wenige sind mit enttäuschten Erwartungen nach dem Konzert zum Ausgang marschiert. Die Fans wurden auf jeden Fall bedient und konnten den ersten Festival-Abend mit den intensiven Erinnerungen an das Erlebte ausklingen lassen. (aw)

Nach großer Ankündigung der Rock-Hard-Redaktion war es doch der Flop des Tages.“ – Matthias Klein

„Ich habe von Show und Musik mehr erwartet. War jedoch ein netter Abschluß des Tages.“ – Michael Klein

22.05.

orden-ogan

Dicke Nebelschwaden verkünden den Einzug der deutschen Power-Metal-Hoffnungsträger Orden Ogan. Die Jungs um Sebastian „Seeb“ Levermann nutzen die Chance und geben flankiert von gelegentlichen Pyros mächtig gas. Dem Zuspruch der Meute vor der Seebühne entnommen, haben die selbsternannten Piraten („We Are Pirates“) einige neue Rekruten gewonnen. (mk)

Nach diesem melodischen Powerhappen wird es zeit für die Kuttenträger unter den Festivalbesuchern. Die Youngster Evile, die alten Recken von Artillery und die ultraselten zu sehenden Veteranen von Bulldozer schicken sich an gepflegte Thrash-Hymnen unter das Volk zu bringen. Den stärksten Eindruck hinterlassen dabei die abwechslungsreichen Riff-Klassiker von Bulldozer (deren Sänger AC Wild sämtliche Songs von einer Kanzel aus singt), während der Gig von Evile erschreckend gesichtslos (ich konnte mich drei Bands später kaum noch daran erinnern) und Artillery zu gleichförmig und damit langweilig blieb. (mk)

Die alten Haudegen von Anvil sind dank der Kino-Doku wieder in aller Munde. Auf solches cineastisches Material müssen die Recken von Raven leider verzichten. Trotzdem hat sich die Old-School-Fraktion geschlossen vor der Bühne versammelt um sich das seit 1974 (!) aktive NWOBHM-Trio anzusehen. Enttäuschte Gesichter gibt’s nach dem Auftritt kaum. Bassist und Sänger John Gallagher springt mit seinem Headset-Mikrofon unablässig von Bühnenrand zu Bühnenrand. Sein Bruder Mark tut ihm gleich, während Schlagzeuger Joe Hasselvander den speedigen Nummern den rasenden Puls einhaucht. Von so einer Performance können sich noch so einige Junge Bands noch eine Scheibe abschneiden. (mk)

Exhorder nach 18 Jahren Abstinenz in Deutschland wieder zu sehen, dürfte so manches Thrasher-Herz höher schlagen lassen. Die Band, die als Vorreiter des groovigeren Thrash Metal gilt, lockt auch nicht wenige Menschen vor die Bühne. Die Band präsentierte ihre Lieder aus den frühen Neunzigern mit viel Spielfreude, aber irgendwie will der Funke nicht wirklich auf das gesamte Publikum überspringen. Die moshenden Fans direkt vor der Bühne stört das nicht wirklich. Sie feiern mit der Band aus New Orleans zu Gassenhauern wie beispielsweise „Slaughter In The Vatican“. (aw)

Accept ohne den German Tank? Die Skepsis der Fans war groß. Wie sich Neuzugang Mark Tornillo wohl in die Band einfügt? Um es mit einem Wort zu sagen: Hervorragend! Man spürt natürlich die anfängliche Nervösität des neuen Sängers. Doch spätestens nach dem furiosen Eröffnungs-Trippel „Metal Heart“,„Living For Tonight“ und „Restless“ sind alle Zweifel und Wälle gebrochen. Die Stimmung ist geradezu bombastisch. Zwischen der Vielzahl an Klassikern werden sogar die beiden neuen Stücke „Teutonic Terror“ und „The Abyss“ begeistert aufgenommen. Wenn Accept diese Form beibehalten können, können sich all die Nörgler und Zweifler gleich wieder nach Hause verdrücken. Mächtiger Auftritt! (mk)

Die Überraschung des Festivals, fette Show und geiles Publikum“ – Matthias Klein

Das Amphitheater füllte sich nahezu vollständig um die Könige des Ruhr-Thrashs und Headliner des zweiten Tages zu sehen. Mit hübschem Bühnenaufbau, Beamershow und schöner Lightshow boten Kreator schon mal ordentlich was fürs Auge und natürlich gab’s auch bei gutem Sound fett was auf die Ohren. Die Fans freuten sich über ein Querschnitt-Set bei dem aktuelle Songs wie „Hordes Of Chaos“, „Impossible Brutality“ und Klassikern wie „Flag Of Hate“ erklangen. Die genialen Ansagen von Frontmann Mille werteten den Auftritt zusätzlich auf: „Denkt dran, ihr werdet alle mitgefilmt vom WDR – auch das noch!“ oder „Bringt euch alle gegenseitig um“. Ein berechtigter Headlinerauftritt und das definitive Highlight des Tages. Ebenfalls die Menge vor der Bühne würdigten den Auftritt mit einem riesigen Moshpit, dicker Stimmung und lauten Applaus. (mat)

23.05.

Sacred Steel eröffneten den dritten Tag meines neuen Lieblingsfestivals. Da dieser Tag unterm dem Thrash-Stern stehen sollte und mir Sacred Steel bis dato auch noch nicht bekannt waren, ging ich völlig ohne Erwartung an die Sache und wurde positiv überrascht. Frontmann Gerrit Mutz ist stolz auf sich, trotz seiner Ü-40 und dem gestrigem Besäufnis derart fit zu sein. Das freut mich auch, denn sie machen ordentlich Dampf und seine lockere Art schlägt alsbald aufs Publikum über und macht auch dieses fröhlich. So kann man nach kurzer Einführungszeit spätestens bei „Warheads Of Metal“ mitsingen und viel Spaß haben. Die Mischung zwischen klassischem Hevy Metal (mit vielen hohen Screams) und Thrash gefällt. Später zollt der Kater dann doch noch seinen Tribut und Sänger Gerrit bricht mitten im Song ab, weil der den Faden verloren hat. Aber mit seiner unheimlich unkomplizierten Art macht er einfach einen Neustart und überzeugt damit. Später findet er, dass es auf der Bühne zu wenig Sonnenschein gibt und verlässt selbige um durchs Publikum zu schreiten um in der prallen Sonne zu singen. Gerrit wollte nur halb so gut sein wie die alten Herren von Raven und gibt selbst an das Ziel verfehlt zu haben. Dem widerspreche ich lautstark. Gelungener Opener. (lkb)

Wer den Auftritt von Keep Of Kalessin verpasst hat, hat gleichzeitig einen der besten Gigs des Festivals verpasst. Alleine die unmenschliche Schlagzeugarbeit von Drummer Vyl und das präzise Riffing von Bandkopf Obsidian Claw distanzierten einen Großteil der spielenden Konkurrenz auf meilenweite Entfernung. Dass dann so vielschichtige und komplexe Black-Metal-Bollwerke wie z. B. „The Awakening“ auch noch so rasiermesserscharf aus den Boxen dröhnen, konnte ja niemand ahnen. So werden die vierzig Minuten für die Trondheimer Truppe zum lupenreinen Triumphzug. (mk)

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Keep Of Kalessin

Poser Rock? Hair Metal? Auf jeden Fall coole Musik! Mit dickem 80er-Jahre-Hardrock, gepaart mit modernem Songwriting und kuriosen Frisuren fuhren die Schweden Crashdïet in der Mittagssonne auf. Die Stimmung war wie immer sehr gut und die Show war schon alleine wegen den skurrilen Stylings schön anzusehen. Außerdem war viel Bewegung auf der Bühne und die Musiker hatten jede Menge Spaß, was auf das Publikum überschwappte. ein berechtigter Auftritt, der positiv überraschte! (mat)

orphanedOrphaned Land sind wohl der größte Exot auf dem Festival und ich hegte die größte Neugier. Der Backdrop (welcher das neue Plattencover darstellt) und die Gewänder der Bandmitglieder sollten einem doch schon suggerieren, hier mal einen Blick oder besser gesagt ein Ohr hinzuwenden, weil hier was Besonderes kommt. Als Sänger Kobi Fahri die Bühne betritt und recht esoterisch wirkt, scheinen sich meine Befürchtungen zu bestätigen, dass alles zu verkrampft, verkopft und zeigefingermäßig werden könnte. Aber allein die Ansage: „No. I am not Jesus.“ und ein unglaublich sympathisches Lächeln blasen alle Sorgen weg und lassen die Sonne und mich um die Wette strahlen. Endlich auch mal eine Band, welche nicht traurig sein wird, nicht im Dunkeln spielen zu dürfen, weil die Hitze perfekt passt. Mir selbst ist gefühlt nur der Opener „Sapari“ ihrer neuen Platte bekannt, dennoch überzeugten mich Orphaned Land komplett. Leider geht der orientalische Einfluss insgesamt weit unter, da hier ganz auf Samples verzichtet wurde bzw. es wohl technische Probleme gab. Diese führten auch dazu, dass es zwischen den Songs zu etwas Leerlauf kam. Die experimentelle Musik ist allerdings auch sehr schwer beim ersten Mal aufzunehmen und vielleicht hat sich die Band auch durch die Songauswahl zu schwer getan, aber man sollte gelernt haben (oder noch lernen): Orphaned Land kann knallen und gefallen! (lkb)

Überraschend guter Auftritt mit sympathischen Musikern, die das leben, wofür sie stehen! Meinen Respekt verdienen sie!“ – Matthias Klein

Der Opener „Immortal I Stand“ ist das erste Lebens- oder besser: Unsterblichkeitszeichen der Amis Virgin Steele auf deutschem Boden seit langer Zeit. Entsprechend viele Fans und Neugierige haben sich vor der Bühne versammelt, um zu verfolgen, wie eine stählerne Hymne die andere jagt. Leider kann der Bühnensound den hohen Erwartungen nicht standhalten. Die Gitarren bleiben den gesamten Auftritt lang etwas drucklos. Dadurch verlieren eisenhaltige Hymnen wie „Through Blood And Fire“ oder das abschließende „Kingdom Of The Fearless“ zwangsläufig an Durchschlagskraft – nichts jedoch von ihrer Faszination. Mit starker Setlist und einer großen Portion Einsatz kann sich die New Yorker Band um das Frontgespann David DeFeis und Ed Pursino aber vor einem blauen Auge retten und bei den Fans punkten. Auf ein Wiedersehen in hoffentlich nicht allzu langer Zeit! (mk)

Ich kann mich nur an einen schattigen Platz, Bier und hohes Geträller im Hintergrund erinnern“ – Alexander Wissel

Von vielen als der heimliche Headliner des Sonntags gehandelt, wurden Nevermore diesem Status vollauf gerecht. Von der ersten Minute an („Beyond Within“) fraß die Menge Warrel Dane & Co aus den Händen und verwandelte den Platz vor der bespannten Bühne in ein Party-Areal. Mutig, den Fans mit „The Termination Proclamation“, „Your Poison Throne“ und „Moonrise“ gleich drei neue Stücke von „The Obsidian Conspiracy“ zu präsentieren. (mk)

Die Niete des Festivals. Die wohl kleinste Meute des Wochenendes stand bei den sympatischen Finnen vor der Bühne. Trotz des engagierten Frontmannes Tony Kakko wollte die Stimmung nicht richtig ins Brodeln kommen. einzig die Diehard-Fans feierten Sonata Arctica richtig ab. Die Songauswahl war akzeptabel, allerdings kam es so vor, als ob Lückenfüller wie beispielsweise Jodeleinlagen das Programm vergeblich aufwerten sollten. Dennoch war es zwar nicht der beste Tag für die Finnen, aber ein wenig Spaß konnten sie verbreiten. (mat)

In der Tat: Weniger Zuschauer und weniger Stimmung als hier gab es zu keinem anderen Zeitpunkt des Festivals!“ – Michael Klein

Um die längere Umbaupause bis zum Rage-Auftritt (es müssen über 30 Musiker auf die Bühne gebracht werden) zu verkürzen, stehen in der Zwischenzeit die beiden Gewinner des Karaoke-Wettbewerbs mit der Band Rokken auf den Brettern und überzeugen mit ihren Darbietungen von Iron Maiden und (natürlich) Dio. Die richtige Überraschung ist jedoch der abgefeierte kurze Auftritt von Mambo Kurt, der zumindest in meinen Augen immer eher als billiger Biergartenfüller abgestempelt wurde. Mambo avanciert hier aber in kürzester Zeit zum absoluten Partygaranten, der mit seinen schrägen Heimorgel-Interpretationen von Slayer bis Rammstein für richtig Stimmung sorgt und vor allem mit seinem witzigen auf Wiedersehen in Form von „Ice Ice Baby“ viele dicke Punkt sammeln kann. Respekt! (mk)

Das Theater war voll. Gespannt wartete die Menge auf den Beginn des Auftritts von Rage mit Orchester. Nur ein Gedanke spann durch meinen Kopf: hoffentlich wird der Sound gut! Als die Band mit ihrer musikalischen Unterstützung auf die Bühne kam und die ersten Töne erklangen, bestätigte sich mein Verdacht, denn der Klang war miserabel. Man hörte das Orchester nicht, Schlagzeug und Bass zu laut. Glücklicherweise wurden die Fehler behoben, sodass der Sound gegen Ende akzeptabel bis gut war. Anfangs mit viel Gelaber ruderte der Sänger Peavy etwas in der Nervosität, denn ein besonderer Auftritt war es allemal! Je länger das Konzert dauerte, desto schneller verging die Zeit und desto geiler wurde es. Spätestens ab dem Meilenstein „Suite Lingua Mortis“ sind alle Zweifel gebrochen und man genoss nur noch das Konzert, das dank harter Arbeit des genialen Gitarristen Victor Smolski überhaupt erst stattfinden konnte. Auch ein Song vom neuen Album „Empty Hollow“ war erschreckend geil und mit dem Lingua-Mortis-Medley war Mitsingen und Gänsehaut garantiert. Den Abschluss bot die Hymne von Rage „Higher Than The Sky“, bei dem das ganze Publikum mitträllerte. Die Fans waren begeistert und nahezu alle standen am Schluss auf und spendierten den alten Hasen von Rage sowie dem Orchester wohlverdienten und langen Applaus. (mat)

Ein gutgemeinter Abschluss, aber das Orchester war viel zu leise. Für mich leider eine kleine Enttäuschung, die Stimmung im Theater war am Ende trotzdem der Hammer.“ – Alexander Wissel

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Rage & Lingua Mortis Orchestra

So ging das dreitägige Festival mit einem schönen Abschluss zu Ende und eins ist sicher: die Fete war extrem geil, da von Anfang an geile Stimmung war und dann auch durchgehend die ganzen Tage; es war sehr friedlich, gut organisiert, allen Bands wurde auch von den Veranstaltern verdienter Respekt gezollt und die Location wie bereits oben beschrieben war absolut genial. Das bedeutet für uns nur eins: Wir sehen uns wieder, Rock Hard! (mat)

Vor Ort waren für euch: Alexander Wissel, Linda Klein-Bartel, Matthias Klein und Michael Klein

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