Unherz – „Unherzlich willkommen“

Verfasst am 15. August 2010 von Michael Klein (Kategorie: CD-Rezensionen) — 6.985 views

Copycat!

Oh, je! Noch eine Band, die den Abgang der Onkelz nicht verkraftet hat und versucht, die entstandene Lücke mit eigenen Ergüssen zu füllen.

Aber Stück für Stück. Beginnen wir mir dem instrumentalen Fundament – und damit dem einzigen Merkmal, dass die Rheinland-Pfälzer ein bisschen von den aufgelösten Frankfurtern unterscheidet: Unherz haben ihren Sound ein etwas mehr im klassischen Metal geerdet, besinnen sich dabei aber auf simples und sehr geradliniges Riffing. Als Instrumental-Album würde das unspektakuläre Songwriting auf „Unherzlich willkommen“ ziemlich auffallen – was so aber vom Gesang etwas kaschiert wird.
Womit wir auch schon bei Punkt zwei wären: Gesang und Texte. Nun ja – höflich formuliert könnte man es als nett gemeinte Onkelz-Hommage bezeichnen. Neutral betrachtet, handelt es sich um nichts anderes als eine dreiste Kopie. Eigene Ideen, eigene Impulse und eigene Ecken und Kanten findet man auf dem Debüt vergeblich. Die zehn Songs sind pure Fußstapfentreterei. Dies beginnt bei typischem Onkelz-Text-Pathos („Wir leben unser Leben, tun was uns gefällt…“ – zu hören in „Unherz“) geht weiter beim frechen „Mexico“-Plagiat „Zwanzigzehn“ und endet damit, dass Sänger Felix gar nicht erst versucht, anders als Onkel Kevin zu klingen. Die sehr plakativen, krampfhaft auf Provokation getrimmten („Amok“ – ähnelt am Beginn witzigerweise dem Ärzte-Song „Mit dem Schwert nach Polen, warum René?“), platten Texte lassen wir mal dezent unter den Tisch fallen. Sorry Onkelz…ääh – Unherz. Das war nix!

Einen Punkt gibt’s für die gute Produktion von Gerhard Magin (u.a. Totenmond und Crematory), einen weiteren für die unspektakuläre, aber zumindest handwerklich einwandfreie Leistung. Mehr ist für mich nicht drin. Blinde Abfeierer der zahllosen Onkelz-„Cover“-Bands werden aber sicher anderer Meinung sein. (mk)


unherz-cover-finale-version

Bewertung: 2/15 Punkte
Genre:
Deutschrock
Herkunft:
Deutschland
Label:
Massacre Records
Veröffentlichungsdatum:
27.08.2010
Homepage:
www.Unherz.de

Tracklist

  1. Sünder vor dem Herrn
  2. Die Bestie
  3. Zwanzigzehn
  4. Therapie
  5. Die Zeit heilt alle Wunden
  6. Amok
  7. Dem Tod so nah
  8. Verschenkte Jahre
  9. Inferno
  10. Unherz


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