Sound Of Liberation Festival

Verfasst am 13. September 2026 von Michael Klein (Kategorie: Konzert-Rezensionen, Regionale Bands) — 9 views

12.09.2026 – TH-Campus, Aschaffenburg

Nach dem Heavy Grounds Open Air vor zwei Wochen schallen heute zum zweiten Mal härtere Töne über die Wiese des TH Campus – diesmal als Abschluss der Sommerbühnen-Konzertreihe in Aschaffenburg und zugleich dem 20-jährigen Jubiläum von My Sleeping Karma.
Das Label Sound Of Liberation hat dazu zum eigenen Festival eingeladen und kann sich bei bestem Wetter über zahlreiche Besucher freuen.
Neben dem Programm auf der Bühne gibt es Merchandise, Bingo im Biergarten, einen Stoner-Flohmarkt, einen SOL-Plattenladen und viele andere coole Läden.

Für die ersten Töne sind Noisy Valet (aka Lebenshilfe) verantwortlich. Der einfach gestrickte, psychedelisch gefärbte Rock mit seinen noisig-rauen Riffs ist mir persönlich etwas zu stumpf, funktioniert aber als Auftakt ganz gut und versammelt zu früher Stunde schon einige Menschen vor der Bühne. Der Drummer der Aschaffenburger Band darf im Anschluss gleich nochmal auf die Bühne – diesmal in Funktion als Gitarrist von Abzug. Die drei Jungs mit dem singenden Schlagzeuger sind derzeit in aller Munde und haben bereits einiges an Staub aufgewirbelt. Kann man verstehen, wenn man an Psych- und Krautrock gefallen findet. Das mit deutschen Texten versehene Material wie „Lichtfick“, „Leuchtturm“ oder Eidottergelb“ pendelt zwischen groovigen Momenten und kauzig-schrägen Parts, ganz wie man es von den alten Krautrock-Heroen kennt.

Nach den beiden Newcomern gehen Lucid Void ja beinahe schon als alte Hasen durch. Der dynamische, atmosphärische, instrumentale Rock des Quartetts macht live immer wieder Spaß. Sehen die Leute vor der Bühne auch so – denn die Wiese des Campus ist während der Show gut gefüllt und die hypnotischen Grooves des Materials werden dankbar aufgesogen. Verrückt: Das letzte, selbstbetitelte Album der Truppe ist nun auch schon wieder drei Jahre alt – wird Zeit für neues Material, oder?

Daily Thompson

Nach drei Aschaffenburger Bands steigen anschließend die Dortmunder Daily Thompson auf die Bühne. Diese schlagen eine gänzlich andere musikalische Richtung ein und zelebreieren den Grunge der 90er. Es klingt nach Nirvana, Alice In Chains, den Stone Temple Pilots und weckt nostalgische Erinnerungen. Ein schöner Farbtupfer inmitten der Stoner-, Psych- und Krautrock-Sounds des Tages.

Wer inzwischen Hunger bekommen hat, könnte Pech haben, denn so einige Gerichte sind inzwischen ausverkauft. Gut, dass es im Umkreis noch einige (Döner-)Buden gibt, deren Vorräte noch gut gefüllt sind.

Es folgen Rotor aus Berlin. Und die liefern richtig ab! Der instrumentale Stoner Rock ist schlicht, auf das Wesentliche reduziert und effektiv ohne Ende. Die treibenden Riffs zünden sofort und sorgen speziell in den härteren Momenten für reichlich Jubel im Publikum. Das fette Riff des abschließenden „Vollast“ wird in der Zugabe sogar noch um zwei Minuten verlängert und hinterlässt die Anwesenden mit wohligem Grinsen im Gesicht. Ganz klar die besten Band des Festivals (bis dahin).

My Sleeping Karma

Nach dieser Show würde es normalerweise jede andere Band schwer haben. Nicht jedoch My Sleeping Karma. Die können einerseits natürlich auf ihr heimisches Publikum zählen, haben in ihren 20 Jahren Bestehen aber zudem einfach unfassbar gute Songs im Gepäck, die vor allem live ihre volle Wirkung entfalten. Das ist instrumentaler Psychedelic Rock in Perfektion. Dazu noch mit einer ansteckenden Spielfreude vorgetragen, die vielen anderen Bands heute noch fehlte. Der Jubel das Publikums ist mehr als verdient! Herzlichen Glückwunsch zum Jubiläum! Auf die nächsten 20!

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