Heavy Grounds Open Air 2026
Verfasst am 06. September 2026 von Michael Klein (Kategorie: Konzert-Rezensionen, Regionale Bands) — 1 views05.09.2026 – TH-Campus, Aschaffenburg
Eigentlich war ich am heutigen Tag verhindert und hätte auch die dritte Auflage des Heavy Grounds Open Air verpasst. Doch manchmal läuft es halt gut und so kann ich endlich auch mal dem bunten Treiben des Gorillas auf dem Gelände des TH-Campus beiwohnen.
Das Wetter ist mehr als Perfekt und auch der Vorverkauf schien ganz gut zu laufen – nicht selbstverständlich für ein „kleines“, regionales Genre-Festival.
An dieser Stelle auch nochmal ein riesiges Shout Out an das Team und die vielen Helfer der Heavy Grounds! Das Engagement, die Energie, die Leidenschaft, die Zeit und die Passion, die dieser Verein (ehrenamtlich!) in die vielen Konzerte und Veranstaltungen steckt ist alles andere als selbstverständlich und verdient allergrößten Respekt und Anerkennung!
Die Shows und Konzerte bereichern Aschaffenburg ungemein!
So stehen bereits zum Auftakt von Inner Space ein ganzer Schwung an Menschen vor der Bühne. Und auch wenn noch nicht wirklich Bewegung in der Menge stattfindet, taugt der aggressive Hardcore der Leipziger perfekt zum auftauen. Ein Solider Auftakt.

Swoon
Bei den ebenfalls aus Leipzig stammenden Swoon nimmt die Aktivität im Pit schon zu. Der groovige Hardcore mit Punk-Anstrich wirkt für meine Ohren zwar strukturell zu fahrig und verliert zu oft den Faden, aber hat andererseits auch sehr viele coole Momente, die entsprechend gut aufgenommen werden und für erste Bewegung vor der Bühne sorgen.
Gefühlt starten Recount fast ansatzlos in ihre Show. Der schnörkellose Hardcore (mit zwei Shoutern) feuert den Pit vom ersten Song an und zieht bis zum Ende voll durch. Die Attendorner wissen das zu schätzen, lassen nicht locker und können sich bis dato über die massivste Action der Anwesenden freuen.
Ob die Dresdener von Dethroned da nachlegen können? Die Jungs gehen deutlich härter als Recount zur Sache und brauchen eine Minute länger, um für Schwung zu sorgen, schlagen aber spätestens ab der Mitte des Sets für mindestens genauso viel Bewegung vor der Bühne wie die Kollegen zuvor.
Zudem sind die Ansagen mehr als stabil und vermitteln nachdrücklich, dass es der Szene eben nicht nur um Gewalt und Aggression geht.
Backstabbed aus Offenburg können das Energieniveau halten und erfreuen sich an dem anhaltend großen Zuspruch. Geil zu sehen, wie das das Publikum die Bands auf der Bühne feiert und dafür sorgt, dass permanent gute Stimmung herrscht.
Ab Words Of Concrete tritt (zumindest bei mir) etwas Ermüdung ein und ich würde mir etwas musikalische Abwechslung im Billing wünschen.
Das schmälert indes nicht die Leistung der Band aus Dresden, die mit ihrem klassischen Hardcore/Beatdown voll den Nerv trifft und sich über reges Treiben auf der Wiese des TH-Campus erfreuen kann.

No Turning Back
Die folgenden Consvmer sollten (wenn ich mich nicht total irre) schon 2025 auftreten, was nicht klappte. Umso schöner, dass es 2026 gelingt. Der deutschsprachige, ziemlich progressive Hardcore/Beatdown der Jungs aus Speyer schiebt sich sehr wuchtig und schwer von der Bühne und wirkt vor dem langsam dunkler werdenden Himmel nicht nur musikalisch, sondern auch optisch bedrückend.
Die letzte Band die ich sehen kann, bevor ich los muss, ist No Turning Back aus den Niederlanden. Und die haben es in sich! Old-School Hardcore in Perfektion. Die alten Hasen zeigen zur späten Stunde, wo der Hammer hängt und drehen den Campus auf Links. Die Ansagen von Sänger Martijn sind Klasse und das Material sitzt tadellos. Fett! Für mich der klare Gewinner des Abends.
Zum Schluss dürfen noch die tschechischen Deathcorer Abbie Falls und die Schweizer Metalcore-Titanen Breakdown of Sanity das Heavy Grounds Open Air 2026 beschließen – was ihnen sicherlich gelungen ist.
Bleibt zu sagen: Geiles Genre-Festival! Geile Location! Geiles Publikum! Ich hoffe auf eine neue Ausgabe 2027!
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