Lionheart | Vorbands: Stray From The Path, END & Slope

Verfasst am 22. Juni 2023 von Michael Klein (Kategorie: Konzert-Rezensionen) — 682 views

21.06.2023 – Colos-Saal, Aschaffenburg

Bei 30° Außentemperatur finden sich zum Beginn um 19:00 Uhr bereits einige Fans im (noch) angenehm kühlen Saal ein, um sich den Opener Slope anzuschauen.
Die Duisburger erwischen jedoch keinen guten Start, denn die Gitarre schmiert nach bereits nach 20 Sekunden ab und die Band muss eine kurze Zwangspause einlegen.
Doch auch nach dem Neustart stottert der Slope-Motor irgendwie. Die Mixtur aus Hardcore, 90ies-Crossover, College-Punk und Beastie Boys verspricht zwar grundsätzlich eine Menge Spaß, scheitert aber für meinen Geschmack am schwachen Songwriting. Ich höre da viel Stückwerk, dessen Parts künstlich aneinander gereiht klingen. Trotzdem haben eine Handvoll Leute ihren Spaß. Passt also schon.

Die folgenden END machen den Klassenunterschied bereits nach drei Takten deutlich.
Die Jungs um Fit For An Autopsy-Gitarrist Will Putney und ex-Dillinger Escape Plan-Drummer Billy Rymer drücken sich brachial ohne Ende durch ihr Set und wirken dabei mehr als bedrohlich.
Ob das der Grund dafür ist, dass die Stimmung zwar weiter an Fahrt aufnimmt aber noch nicht wirklich eskaliert (zum Ärger von Counterparts-Frontmann Brendan Murphy)? Wie dem auch sei – das musikalische Ausrufezeichen ist sehr eindrücklich!

Im Opener „Needful Things“ stellen Stray From The Path die Frage „Are you in or in the way?“ – und ausnahmslos niemand im Saal würde sich der Live-Gewalt der Band aus Long Island in den Weg stellen.
Der moderne Hardcore klingt wie Rage Against The Machine auf Speed und entfesselt Energie ohne Ende. Hauptverantwortlich hierfür ist der quirlige Fronter Andrew Di Jorio, der unentwegt Kilometer auf der Bühne sammelt, die Meute anstachelt und dabei enthusiastisch ins Mikrofon brüllt. Was für eine Performance! Mega Truppe!

Ganz schön hohe Messlatte für Lionheart! Gut, dass die Crew aus Oakland eine Menge Fans im Publikum hat, sonst wäre es echt schwer geworden, an die Vorlage von Stray From The Path anzuknüpfen.
Mit Hits wie „Cali Stomp“, „Hail Mary“ oder „LHHC“ bleibt die Temperatur im Pit nahe am Schmelzpunkt und die Band lässt nix anbrennen. So sieht Routine im positiven Sinne aus! Ein echtes Hardcore-Fest! (mk)

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