Almanac | Vorbands: Newlevel und Enemy Inside

Verfasst am 15. März 2019 von Michael Klein (Kategorie: Konzert-Rezensionen, Regionale Bands) — 115 views

13.03.2019 – Colos-Saal, Aschaffenburg

Als ich kurz vor 19:00 Uhr im Colos-Saal ankomme, habe ich leider bereits die Hälfte von Newlevel verpasst. Leider? Nun ja, ganz so tragisch ist es nicht, denn obwohl die Jungs aus Weißrussland mit sichtbarer Spielfreude auf der Bühne stehen, kann mich der Groove Metal im Fahrwasser von Ektomorf, Soulfly und Sepultura (deren „Roots“ wird passenderweise auch gecovert) nicht ganz abholen. Schlecht ist es beileibe nicht und ein bisschen Spaß macht es auch – so ist der Applaus am Ende der Show respektvoll und ernst gemeint.

Bei den Lokalmatadoren Enemy Inside wird es vor der Bühne schon deutlich voller. Nicht wenige sind wohl ausschließlich oder vor allem wegen der Regio-Senkrechtstarter gekommen. Gute Voraussetzungen, die die Band dankend annimmt. Mit „Falling Away“ starten Enemy Inside in ihr Set und lassen u. A. mit „Oblivion“ oder „Phoenix“ die Schmuckstücke ihres Debüts folgen. Die Band wirkt heute auf mich lockerer, gelöster und weniger „angestrengt“ als ich sie bei der Release-Show an gleicher Stelle vor einigen Monaten in Erinnerung habe – was ihr hervorragend steht! Diese tolle Form muss sich die Band auf jeden Fall bis zur nächsten Tour (in Spanien!) erhalten und den Schwung und Elan anschließend ins Songwriting übertragen. Ich bin gespannt, wie weit es diese Band noch bringen kann!

Victor Smolski hat es bereits weit gebracht. Auch wenn sich der Guitar-Hero bei Almanac aktuell mit kleineren Brötchen zufrieden geben muss. War zu Rages „Unity“/„Soundchaser“-Zeiten der Saal immer prall gefüllt, stehen heute nur etwa 100 Zuschauer vor der Bühne. Dass dabei die Stimmung ein bisschen einbremst, ist klar – doch davon lässt sich die Band nicht beeindrucken. Mit viel Spaß zockt sich die fast komplett runderneuerte Band durch ein Set, das aus Almanac-, Rage- und Mind-Odyssey-Stücken besteht. Speziell der neue Sänger Patrick Sühl erweist sich dabei als Glücksgriff. Obwohl er ganz alleine Andy B. Franck (Brainstorm) und David Readman (Pink Cream 69) ersetzen muss, überzeugt er nicht nur stimmlich, sondern auch als vor Energie sprühende Rampensau auf der Bühne. Dazu so feine Stücke wie „Soundchaser“, „Unity“, „Innocent“ (alle von Rage), „Nailed To The Shade“ (Mind Odyssey) oder „Hail To The King“ von Almanac und es wird schnell klar, dass man mit dieser Band in dieser Verfassung rechnen kann! Das ist etwas, das ich nach den vergangenen Line-Up-Querelen eigentlich nicht mehr erwartet hatte. Daumen hoch! (mk)

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