Kreator | Vorbands: Dimmu Borgir, Hatebreed und Bloodbath

Verfasst am 03. Dezember 2018 von Mathias Anthes (Kategorie: Konzert-Rezensionen) — 99 views

02.12.2018 – Jahrhunderthalle, Frankfurt am Main

Man beachte, dass das Plakat kopfüber und spiegelverkehrt aufgestellt wurde – „Das kann eh keiner lesen“

Ich hatte mich tierisch geärgert, dass ich Bloodbath auf Wacken 2005 verpennt hatte und war umso glücklicher, sie jetzt endlich live sehen zu können. Die Stimmung war allerdings etwas mau, da der Saal nur circa zur Hälfte gefüllt war. Musikalisch war der Auftritt aber astrein, bei Liedern wie „So You Die“, „Outnumbering The Day“, „Eaten“ oder den Kostproben des neuen Albums „The Arrow Of Satan Is Drawn“ wie „Fleischmann“ oder „Chainsaw Lullaby“ ist Headbangen unvermeidlich. Dass nach nur einer halben Stunde schon wieder Schluss war, war für mich allerdings recht überraschend und enttäuschend.

 

 

 

Hatebreed waren stimmungstechnisch das Gegenteil von Bloodbath, der Saal war nun proppevoll und die Band wurde begeistert empfangen. Pausenlos gab es Mosh- und Circlepits, was natürlich auch die Band freute – bis sich eine Person verletzt zu haben schien. Daraufhin unterbrachen sie ihr Spiel für eine kurze Ansage: „Please take care of each other, we want you all to go home happy and with a smile on your face – and sweaty balls and sweaty tits!“. Diesem Wunsch versetzten sie Nachdruck in Form von Hymnen wie „This Is Now“, „Perseverance“, „I Will Be Heard“ und „Destroy Everything“. Alle restlichen Pits wurden wie gewünscht verschwitzt, aber unverletzt überstanden und hinterließen ein glückliches Publikum sowie eine glückliche Band.

Shagrath badet im Applaus

 

 

Das erste und letzte Album, dass ich mir von Dimmu Borgir gekauft hatte war „Death Cult Armageddon“ von 2003. Da somit die letzten 15 Jahre der Bandgeschichte an mir vorbeigangen waren, war ich mir nicht sicher, was mich erwartet. Offensichtlich sind sie nicht zu ihren Black-Metal-Wurzeln zurückgekehrt, was mir ganz recht und für mich überraschend unterhaltsam war. Sie spielten viele schnelle Stücke, die ordentlich Zug nach vorne hatten wie „The Chosen Legacy“, „The Serpentine Offering“, „Indoctrination“ und „Progenies Of The Great Apocalypse“. Dem Rest der Zuschauer schien’s auch zu gefallen, auch wenn der Zuspruch nicht ganz so groß war wie bei Hatebreed.

 

 

 

 

Doch eine Band wurde so heiß erwartet wie keiner der Vorgänger. Schon als das Licht ausging wurden „Kreator!“-Rufe laut. Das Spektakel begann ruhig, auf den großen Vorhang wurden Impressionen des Krieges projiziert, von Höhlenmalereien aus der Steinzeit über Wandbilder der Alten Ägypter bis hin zu Fotos der Nuklearschläge in Japan. Dann fiel der Vorhang, Kanonen schossen Konfetti in die Luft und das Essener Urgestein legte mit „Enemy Of God los. Gleich am Anfang gab es auch eine wunderschöne Wall Of Death, gefolgt von einem großen Mosh Pit. Optisch wurde das Publikum zusätzlich noch mit Luftschlangenregen, Feuer- und Rauchsäulen sowie vier großen Bildschirmen auf der Bühne beeindruckt. Auf denen wurden unter anderem während „Fallen Brother“ Fotos von Persönlichkeiten des Metals gezeigt, die in der jüngeren Vergangenheit verstorben sind. Das Set ebstand aus einer guten Mischung von Klassikern (u. A. „People Of The Lie“, „Flag Of Hate“, „Phobia“) etwas neuerem Zeug („Hordes Of Chaos“) und natürlich einigen Nummern aus dem aktuellen Album („Gods Of Violence“, „Satan Is Real“, „Hail To The Hordes“). Das beste Liedgut nützt nichts, wenn es lustlos dargeboten wird, doch natürlich waren Mille und Co. voller Energie und Spiellust und haben ihre Anhänger immer weiter angeheizt. Das letzte Lied, „Pleasure To Kill“, wurde angekündigt mit: „Moshpit! Das ist eure letzte Chance euch gegenseitig umzubringen!“. Zwar hat keiner diese Gelegenheit wahrgenommen, Spaß hatten trotzdem alle. Lange Gesichter gab’s nur, weil’s nicht noch länger ging. (ma)

Die Ruhe vor dem Pit

 

 

 

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