Cenotaph | Vorbands: Bösedeath, Spreading Miasma

Verfasst am 07. September 2017 von Michael Klein (Kategorie: Konzert-Rezensionen) — 586 views

07.09.2017 – Stern, Aschaffenburg

Es ist wirklich extrem überraschend, dass sich mitten unter der Woche so viele Leute im Stern einfinden, um sich musikalisch die volle Ladung Brutal Death Metal zu geben. Das schaffen ja manch größere Bands nicht mal am Wochenende!
Die Veranstalter haben hier eine klare Unterversorgung aufgedeckt und den Bedarf fachgerecht gedeckt.

Die Gießener von Spreading Miasma durften den Abend einläuten und drehten die Hirne mit ihrem brutalen und technisch extrem anspruchsvollen Death Metal direkt auf links. Dass der Sound vor der Bühne richtig gut war (Respekt ans Technik-Team!), kam dem Gespann natürlich perfekt entgegen, denn so konnte man die vielen Details richtig gut hören. Super Auftakt!

Bösedeath habe ich das letzte Mal 2003 (zusammen mit u. A. Blood) in Speyer gesehen. Das ist schon ’ne ganze Weile her, ich weiß. Damals war die Band durch „Der Haas ist tot“ zwar in aller Munde, konnte ihre musikalischen Defizite aber live nicht gut genug hinter dem omnipräsenten Klamauk verstecken.
Das sieht heute ganz anders aus. Ein bisschen (textlichen) Klamauk gibt es natürlich immer noch – doch der Death/Grind der Darmstädter hat inzwischen eben auch musikalisch was zu melden. Die Aschaffenburger „Blastbeat-Galionsfigur“ Basti (u. A. auch Candero, Carnal Decay, Mastication Of Brutality Uncontrolled, Take Fucking Action) peitscht alles, was sich vor ihm befindet, pausenlos voran und hinterlässt den danach aufspielenden Cenotaph ein perfekt eingestimmtes Publikum.

Die sympathischen Türken lassen sich nicht lange bitten und pflügen das bereits gut geackerte Feld einfach noch einmal um. Wer bereits seit mehr als 20 Jahren aktiv ist und schon sechs Full-length-Alben auf die Leute losgelassen hat, dem macht man auch live nicht mehr viel vor. Mit souveräner Routine prügeln sich die Jungs aus Ankara durch ihr Set, das natürlich auch Stücke der brandaktuellen Schlachtplatte „Perverse Dehumanized Dysfunctions“ beinhaltet. Starker Abschluss – schreit alles irgendwie nach Wiederholung, oder? (mk)

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