Watch Out Stampede – „Svtvnic

Verfasst am 24. April 2017 von Sebastian Zeh (Kategorie: CD-Rezensionen) — 168 views

Mit Trends der Moderne im Blick haben die Bremer Core-Recken von Watch Out Stampede ihr neues Werk eingespielt. Es hört auf den Namen „Svtvnic“. Trotz einer fast zehnminütigen Google-Session habe ich es nicht geschafft, herauszufinden, was das eigentlich heißen soll. Sei’s drum, sieht auf jeden Fall modern und hip aus. Dasselbe gilt für das bunte Cover, das vor allem auf verschiedene Lila-Töne setzt.

Auch das musikalische Grundgerüst der Platte ist gänzlich auf der Höhe dessen, was bei vielen Jugendlichen derzeit ankommt. Metalcore mit tiefen Growls und hohen Schreien trifft auf Post-Hardcore-Refrains und eine gehörige Prise Keyboards, die im Hintergrund diverse Klangteppiche hinzufügen dürfen. Gewählte Sounds sind dabei unter anderem das Klavier („Sharks“), Synthie-Pads („Feather“) – selbst ein paar stark nach Konserve klingende Streichersounds kommen zum Einsatz („Wires“).

Die Höhepunkte des Albums verstecken sich eindeutig in seiner Mitte. Zu nennen wären da „Fingers Crossed“, das mit einem fetten Strophenriff aufwartet und vor allem kurz vor dem Refrain mit einem cool gesetzten Drum-Groove aufwartet. Auch „Paper Hearts“ ist gelungen und eindeutig der „Neckbreaker-Song“ der Platte.

Störend ist hingegen der Umstand, dass das Nebeneinander von Härte und Melodie in beide Richtungen nicht vollends vollzogen wird. Abgesehen von eben „Fingers Crossed“ und „Paper Hearts“ fehlt es den harten Passagen an wirklicher Heaviness, den melodischen und von Klargesang begleiteten Passagen hingegen vor allem an Abwechslung. Gerade die Gesangsmelodien sind auf Dauer wesentlich zu ähnlich – auch deshalb, weil sie stets komplett mit einer Zweitstimme im Hintergrund begleitet werden.

Echte Ohrwürmer fehlen. Mit der Zeit beginnen die Songs ineinander zu verschwimmen und es drängt sich zunehmend die Frage auf, ob bereits ein neuer Song angefangen hat oder aber der alte gerade noch läuft. Somit liefern Watch Out Stampede zwar ein solides Post-Hardcore-Album, wirkliche Höhepunkte, die einen Kauf zwingend nötig machen, bleiben allerdings aus. Vor allem melodisch setzt die Band zu sehr auf altbekannten Einheitsbrei. So unterhält das Album nur sehr kurzweilig. (sz)


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Bewertung: 7/15 Punkte
Genre: Post-Hardcore
Herkunft: Deutschland
Label: Noizgate Records/Rough Trade
Veröffentlichungsdatum: 24.03.2017
Homepage: www.WatchOutStampede.de

Tracklist

  1. Sharks
  2. Feather
  3. H.A.T.E.
  4. Guacamole Takeover
  5. Fingers Crossed
  6. Paper Hearts
  7. Svtvnic
  8. Tha Last Walk
  9. Solaris
  10. Wires


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