Danish Dynamite

Verfasst am 24. September 2009 von Michael Klein (Kategorie: Konzert-Rezensionen) — 1.145 views

D-A-D | Vorband: Heaven´s Basement

22.09.2009 – Colos-Saal, Aschaffenburg


Obwohl D-A-D am Tag zuvor noch in Frankfurt gespielt haben, sind etwa dreihundert Fans ins Colos-Saal gepilgert, um an der „Monster-Philosophy-Tour“ von D-A-D teilzunehmen. Schon oft habe ich gehört, welch hervorragende Live-Band die seit 25 Jahren aktiven Dänen sein sollen. Nun soll ich endlich die Möglichkeit haben, mich selbst davon zu überzeugen. Bevor das dänische Brüdergespann jedoch die Bühne entert um den Vorschusslorbeeren gerecht zu werden, dürfen noch die Briten von Heaven´s Basement auf die Bretter. Wird die Mischung aus Led Zeppelin, AC/DC und einem großen Teil groovigen Aerosmith anfangs noch zögerlich aufgenommen, hat das Quintett zum Schluss alle Herzen der Anwesenden gewonnen. Kein Wunder: Der mitreißend intonierte Rock´n´Roll trifft bei den D-A-D-Fans voll ins Schwarze. Und wer trotz so beengender Verhältnisse auf der Bühne noch eine schweißtreibende Show abliefert, dem gehört nichts anderes als dicker Applaus.

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Danach steigt die Spannung. Ob die Band den vorab eingesteckten Lobkuchen behalten darf? Sie darf! Und bekommt von mir noch Sahne obendrauf! Schon beim ersten Song springt der Funke zum Publikum über und die Texte werden lautstark mitgesungen. Spätestens beim Hit „Jihad“ gibt es dann kein halten mehr. Während Stig Pedersen (Bassist und Exot in Personalunion) mit seinen verrückten zweiseitigen Bässen amüsiert, unterhält Sänger Jesper Binzer die Anwesenden mit äußerst witzigen (deutschen!) Ansagen: So telefoniert er (mit Mikrofon als Telefonersatz) fiktiv mit dem Colos-Saal um bald wieder hier spielen zu dürfen oder trainiert mit den Fans den Lockruf des Aschaffenbird. Genial! Aber auch die Musik kommt nicht zu knapp. In 100 Minuten präsentieren die Dänen geschmeidigen bis kratzbürstigen Rock mit einem Potpourri aus alten Hits („Sleeping My Day Away“, „It´s After Dark“) und neuen Stücken („Monster Philosophy“, „Everything Glows“). Gegen Ende des Auftritts wird dann noch Schlagzeuger Laust Sonne mit Sprechchören („Komm schon Laust – Wir wissen du schaffst es!“) zu einem schicken Solo aufgefordert ehe nach einigen Zugaben (u.a. „Laugh ´n´ a Half“) alle in den Feierabend entlassen werden.
So endet der Dienstag (bzw. der „kleine, kleine Freitag“ – O-Ton Jesper) tatsächlich mit dem Ergebnis, dass ich die Qualitäten der Band nur unterstreichen kann und eines der besten Konzerte im Jahr 2009 gesehen habe. (mk)

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