My Sleeping Karma | Vorband: The Sirkus

Verfasst am 30. Mai 2015 von Gringer (Kategorie: Konzert-Rezensionen) — 1.656 views

29.05.2015 – Colos-Saal, Aschaffenburg

In der Tat benötigte es mindestens die ersten drei Songs, um Zugang zu The Sirkus zu finden – sowohl soundtechnisch, als auch seitens der Jungs. Diese sind jedoch schnell aufgetaut und wurden besser – der Sound leider nicht, aber das konnte man über einen geschickten Standortwechsel gut regulieren.
The SirkusNachdem sich Max Sauer stimmlich eingegroovt hatte, ging die Stimme aber leider unter dem Gewummer des Basses völlig unter. So wurde der wunderbare Titeltrack „Dream Factory“ leider zerstört. Dabei hatte ich eh nicht erwartet, dass sie ihn spielen. Somit einer der Gründe die Burschen bei weiteren Gigs zu besuchen.
Ab dann ging’s aber nur noch steil nach oben. Jonathan Geis zeigte mit seinem wunderbaren Spielgefühl, dass man sehr wohl zum Schlagzeug tanzen kann. Roundabout ein toller Auftritt, der zum Glück auch eine Stunde währte, wenn auch mit halbstündiger Verspätung begann. Ich wünsche der Band, dass sie sich dort ein paar neue Fans erspielt haben. Verdient haben sie es!

My Sleeping Karma10 Jahre gibt es My Sleeping Karma nun schon. Damit sind sie bereits doppelt so alt wie die Vorband. Dementsprechend routinierter agiert das Quartett, hat aber in dieser Zeit auf keinen Fall an Spielfreude verloren. Im Gegenteil: Genau diese macht einen Liveauftritt von My Sleeping Karma immer so besuchenswert.
Diesen Abend gab’s nur Hits. Ich weiß nicht, ob es daran liegt, dass man eben einfach über die begleitenden Jahre tatsächlich die Songs besser (er)kennt und sich nicht nur im Soundteppich treiben lässt oder ob My Sleeping Karma schon immer so gut waren wie heut?
Es ist immer wieder faszinierend zu merken, wie man zu vermeintlicher Chill-/Traummusik dann letztendlich doch irgendwie headbangend endet. Schuld ist die immense Sogwirkung der Songs und Seppis weicher Hüftschwung, der einen immer wieder zu Bewegung verleitet. Ein Hauch von Emotionalität lag nach 10 Jahren Bandgeschichte auch im Raum und es wurden zu Recht die wichtigen Wegbereiter und Unterstützer gehuldigt.
Was will man sonst noch über My Sleeping Karma sagen? Sie sind einfach zu gut und können, glaube ich, keine schlechte Platte/keinen schlechten Auftritt mehr bringen. Dafür wissen sie einfach zu gut, wie der Bass zu blubbern hat. Sie sind eine Band, die diesen tatsächlich auch als Instrument einsetzt, was sie z. B. im neuen Song „Akasha“ erst wieder bewiesen haben. Bei all der Lobhudelei muss auch negative Kritik her: Die Bühnenoptik ging völlig im Rauch unter. Aber wenigstens ist der ja nicht um Nichts. (lkb)

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