Sabaton | Vorbands: Delain und Battle Beast

Verfasst am 26. Januar 2015 von Mathias Anthes (Kategorie: Konzert-Rezensionen) — 1.120 views

17.01.2015 – Neue Stadthalle, Langen

Wie auch ihre Power-Metal-Kollegen von Powerwolf gehören Sabaton zu den Bands, die entweder gehasst oder geliebt werden, weshalb es gerne zu hitzigen Diskussionen um die Daseinsberechtigung der Bands kommt. Unabstreitbar ist aber, dass das Konzert in Langen sowie viele weitere Auftritte der aktuellen Tour restlos ausverkauft waren.

Battle Beast aus Finnland waren die ersten Anheizer des Abends, deren Power/Heavy Metal wie eine Mischung aus Hammerfall, Nightwish und 80er-Elektro-Rock klang. Klingt auf dem Papier unverträglich, funktionierte aber recht gut, weshalb sie 2010 den Metal-Battle-Wettbewerb des W:O:A gewannen und sich auch an diesem Abend respektablen Applaus verdienten.

Auch Delain zeigten Anleihen von Nightwish, was sich bei vielen Symphonic-Metal-Bands kaum vermeiden lässt; doch anders als die anderen wurden sie von Nightwishs Marco Hietala auf ihrem aktuellen Album „The Human Contradiction“ unterstützt. Ich kannte das Schaffen der Band vorher nicht und war daher positiv überrascht, dass sie immer wieder mit aggressiven und moshfähigen Riffs aufwarten konnten.
Doch nachdem ich mir das aktuelle Album mal durchgehört habe, muss ich sagen, dass mich die Band an diesem Abend nicht so sehr fesseln konnte wie sie es auf Platte vermögen. Lag es an der Akustik der Langener Halle oder vielleicht daran, dass ich nicht so recht auf die Band eingestellt war? Vielleicht beides, auf jeden Fall werde ich der Gruppe in Zukunft bei Live-Auftritten mehr Aufmerksamkeit schenken, da sie diese definitiv verdient haben.

Sabaton starteten wie erwartet: Nach „The Final Countdown“ als Intro starteten sie direkt mit „Ghost Divison“ durch, gefolgt von „To Hell And Back“ vom aktuellen Album „Heroes“. Die Schweden sind live so ein Genuss, weil sie es zu unterhalten verstehen; der Kehrvers von „Gott mit uns“ wurde deshalb auf Wunsch der Zuschauer durch „noch ein Bier“ ersetzt. Als Sänger Joakim einen Fan erspähte, der die gleiche Weste wie er trug, fragte er ihn, ob er es jemals schaffte, in diesem Aufzug ein Mädchen rumzukriegen – und falls ja, wie, denn er selbst habe es noch nie geschafft. Dann kam ihm die Erleuchtung: Frauen stehen auf Gitarristen! Also schnappte er sich eine E-Gitarre seiner Kollegen und versuchte sich unter anderem am Hauptriff von „Smoke On The Water“, wurde aber von Thobbe und Chris in den Schatten gestellt, als diese ihre Solo-Künste zeigten. Er wollte sich dennoch nicht geschlagen geben und spielte kurz „Fear Of The Dark“ und „Master Of Puppets“ an, bevor er die Klampfe von einem Roadie abgenommen bekommen hatte, der sich das Ganze nicht mehr antun wollte. Doch Joakim kannte noch einen Trick und beeindruckte eine junge Frau indem er ihren Personalausweis aus seiner Tasche zauberte, den sie unbemerkt am Eingang verloren hatte.
Swedish Pagans“ stand eigentlich nicht auf der Setlist, doch die Zuschauer forderten es mit derartigem Nachdruck, dass sie einfach zerissen wurde und der Weg somit frei war. Auch beim nächsten Lied „A Lifetime Of War“ durfte das Publikum entscheiden, nämlich ob es auf Englisch oder Schwedisch gesungen werden sollte, wobei die Wahl klar auf die schwedische Version fiel. Anschließend sollte entschieden werden zwischen „White Death“ und „Uprising“ – da das Ergebnis nicht klar war, spielten sie einfach beides.

Die Zugabe begann mit „Night Witches“ und „Primo Victoria“ und etwas ganz Besonderes wurde sie für zwei circa 11 Jahre alte Jungs: Einer trug ein Sabaton-Shirt, der andere hatte einen Sabaton-Backpatch auf seiner Kutte, weshalb sie von der Band auf die Bühne geholt wurden. Beide bekamen von Joakim ein Exemplar seiner Fliegerbrille geschenkt und durften für den letzten Song „Metal Crüe“ auf dem Bühnenpanzer Platz nehmen und hatten somit die vielleicht beste Aussicht des Abends.

So überglücklich wie diese beiden Jungs war wohl niemand nach dem Konzert, aber zufrieden? Das waren wohl nahezu alle. (ma)

Setlist Sabaton

  • Ghost Division
  • To Hell And Back
  • Carolus Rex
  • 40:1
  • Gott mit uns
  • The Art Of War
  • 7734
  • Resist And Bite
  • Soldier Of 3 Armies
  • Swedish Pagans
  • A Lifetime Of War
  • Far From The Fame
  • White Death
  • Uprising
    —————
  • Night Witches
  • Primo Victoria
  • Metal Crüe

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