Victor Smolski – „Straight To Hell Or To Paradise

Verfasst am 13. Oktober 2014 von Gringer (Kategorie: CD-Rezensionen) — 1.592 views

Interessante Menschen dürfen gern schon zu Lebzeiten Ihre Biographie schreiben.

So im Falle des Gitarristen von Rage geschehen. Dass er ein Gitarrengott ist, dürfte allen klar sein und dass er nebenbei auch noch Autorennen fährt, haben die meisten am Rande auch schon mitbekommen. Aber wie kam das alles und wie tickt dieser Viktor Smolski? Das verrät uns das Buch nur zum Teil, aber dieser reicht schon, um überaus gut unterhalten zu werden.

Auch wenn das Buch „Straight To Hell Or To Paradise“ heißt, ist hier nix straight – außer Viktors Entschlossenheit. Die ist immer 100 % geradeaus.
Schon der Aufbau des Buches verwundert erst, aber passt hervorragend zu Viktors Lebensweg und Stil. Man wird hier vergebens eine chronologische Aufteilung in Kindheit – Jugend – Erwachsenenalter suchen. Im Gegenteil: Der Autor hat sich den Spaß gemacht ein alphabetisches Inhaltsverzeichnis zu seinen Fragen zu erstellen. Leuchtet nicht ein? Muss auch nicht, weil man das Buch einfach von vorn bis hinten durchlesen soll und somit alle Zeitspannen vom Rage-Gitarristen erfährt.
Der Aufbau macht von daher Sinn, dass in jeder Frage Entscheidungen und Meinungen des Lebens beinhaltet sind. So formt sich der Charakter oder die Liebe zur Musik halt schon in der Kindheit und hat Auswirkungen und Erfolg im Hier und Jetzt.
Das Buch unterscheidet sich zudem nochmals zu einer herkömmlichen Biographie, indem es nicht einfach alle Lebenssteine abfragt und dokumentiert, sondern hier wird ein Mensch einfach zu zig Themen interviewt. Ein Mensch, der auch was zu erzählen hat und auch sehr viele Denkansätze gibt. Also wir haben wir sowohl einen interessanten Viktor Smolski, der einfach seine Meinung zum Leben kundtut, als natürlich auch ein Abriss seiner Erfolge. Als Bonus für die Musikverrückten (und der eigentliche Anstoß seitens Viktor das Buch überhaupt zu machen) ist ein knapp 70-seitiger Anhang mit Tabs zu 6 Songs.

Nicht so gut gelungen finde ich das Arrangement der Bilder. Es sind erfreulicherweise viele, aber etwas lieblos aufeinander gehäuft. Ebenso unpassend finde ich die eindeutig zu vielen und z.T. auch unpassenden Anmerkungen des Autors. Man kann das als Ergänzung sehen, aber ich lese ja das Buch hauptsächlich, um etwas über Herrn Smolskis Meinung zu erfahren. Wenn Viktor über die Songentstehung spricht, brauche ich in dem Moment keine Exkursion zum Kammerton A. Nicht, dass die Anmerkungen uninteressant wären, aber einfach unpassend an der Stelle und es macht auch kein Sinn über z. B. das Aufwachsen von Zwillingen zu berichten. Derartige Themen kann man sowieso nur stiefmütterlich anschneiden und hätte man lieber weglassen sollen.

Der Autor schafft es sehr gut, Viktor extrem offen erscheinen zu lassen und täuscht durch Berichte einiger Details geschickte darüber hinweg, dass man über das große Ganze letztendlich doch nichts erfährt. Aber das ist a) nicht schlimm, weil man in der Tat sehr viele Geschichten erzählt bekommt und b) muss ein Typ wie Viktor ja geheimnisvoll bleiben.

Ich gebe eine klare Leseempfehlung – Ihr werdet an einigen Stellen sehr überrascht sein, was Viktor so für Schabernack treibt und lernt auf jeden Fall: „Ohne Fleiß, keinen Preis.“ Aber wer gedacht hat, dass man nur allein durch Talent so ein Gitarrenvirtuose wird oder erfolgreich Rennen fährt, der ist sowieso falsch gewickelt.
Meine Lieblingsgeschichte ist die mit dem Strafzettel für unerlaubtes Hupen. Aber lest selbst… (lkb)


Victor Smolski Straight To Hell

Bewertung: 13/15 Punkte
Genre: Biographie
Autor: Axel Werbach mit Victor Smolski
Verlag: schultzmedia
Homepage: www.VictorSmolski.de


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