Finntroll | Vorbands: Týr, Skálmöld

Verfasst am 27. September 2013 von Manuel (Kategorie: Konzert-Rezensionen) — 895 views

26.09.2013 – Colos-Saal, Aschaffenburg

Etwas überraschend muss man auch an diesem Abend wieder feststellen, dass Einlass- und Konzertbeginn scheinbar nur pro forma existieren. Anders ist es nicht zu erklären, dass schon um 19:30 Uhr Skálmöld auf der Bühne stehen – eine halbe Stunde vorm offiziellen Start.
Die lichten Reihen veranlassen die Isländer jedoch nicht dazu, den Fuß vom Gas zu nehmen. Ausgestattet mit gleich drei Gitarristen und einer Keyboard – wenn im Zuschauerraum auch noch Platz sein mag, die Bühne ist wenigstens voll – bieten Skálmöld eine nette Mischung aus Folk und Metal und stimmen das Publikum so hervorragend auf den Abend ein.

Als Týr nach einer kurzen Umbaupause beginnen, hat sich das Auditorium merklich gefüllt. Trotzdem fällt es Heri Joensen und seinen Wikingern zu Beginn schwer, die Massen von sich zu überzeugen. Am engagierten Auftritt der Färöer kann dies aber eigentlich nicht gelegen haben, denn diese präsentieren ihre gefällige Mischung aus Power und Progressive Metal gekonnte. Zwischen den Liedern wird Frontmann Heri nicht müde zu erwähnen, dass die Band mit „Valkyrie“ vor kurzer Zeit ein neues Album veröffentlicht hat. Die Songs des siebten Studiowerks liefern auch gleichzeitig die Grundpfeiler des Auftritts, besteht mit „Blood Of Heroes“, „Mare Of My Night“, dem Titeltrack und „Another Fallen Brother“ gleich die halbe Setlist aus neuem Material – bessere Werbung für sein neues Produkt kann man nicht machen. Nach und nach bricht auch im Publikum das Eis, Hände werden gen Decke gestreckt, die Matten fliegen. Als Týr mit „Shadow Of The Swastika“ nach gut einer Stunde zum Schluss kommen, verlassen sie die Bühne unter großem Applaus.
Unterm Strich eine gelungene Show, die eine 100 %ige Steigerung zur Leistung im Vorprogramm von Rage vor gut einem Jahr darstellt. Einzig an der Setlist könnte man Kritik üben, da die ersten drei, etwas progressiveren Alben der Band leider umschifft wurden.

Anders als Týr haben die Headliner des heutigen Abends Finntroll keinerlei Startschwierigkeiten. Zwar ist der Colos-Saal, gerade im hinteren Bereich, nicht komplett gefüllt, der Stimmung tut dies jedoch keinen Abbruch. Schon mit dem eröffnenden „Blodsvept“ wird das Tanzbein geschwungen und die sechs Musiker – mit Warpaint und angeklebten Trollohren – verbreiten gute Laune. Der mit Folk-Einflüssen durchsetzte Black Metal der Finnen kommt vortrefflich an, auch wenn wohl kaum jemand ein Wort des Gesungenen versteht. Mit einem bunten Potpourri des bisherigen Schaffens (mit leichtem Fokus auf dem aktuellen Werk „Blodsvept“) haben Finntroll das Publikum jederzeit im Griff. Zwar ist es schade, dass die, auf den Alben eingesetzten, traditionellen Instrumente live nur aus der Konserve kommen, dies macht man mit unbändiger Spielfreude wieder wett. Mit den beiden Zugaben „Nattfödd“ und dem obligatorischen „Trollhammaren“ beschließen Finntroll den Abend.

Ein gelungener Abend ohne Ausfall. Zwar dürfte der eine oder andere Besucher Skálmöld, ob der oben beschriebenen Problematik verpasst haben, Týr und Finntroll sind das Eintrittsgeld jedoch schon wert gewesen. Alle drei Bands wissen zu überzeugen und beweisen, dass Viking Metal (darunter kann man die drei Gruppen wohl subsumieren) auch mitten unter der Woche, fernab von unnötigen Package-Touren funktioniert. (ms)

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