Cryptex – Good Morning, How Did You Live?

Verfasst am 22. März 2013 von Michael Klein (Kategorie: CD-Rezensionen) — 947 views

Seien wir ehrlich: Was oftmals als „Progressive“ angepriesen wird, ist häufig rückständiger als die Musiker dies selbst darstellen. Vermeintlich „fortschrittliche“ Bands wandern auf vollkommen ausgetretenen Wegen und schmücken ihre Sounds dann noch mit dem Prädikat „Innovativ“.

Zum Glück gibt es jedoch auch noch Formationen, die wirklich auf der Suche nach neuen, frischen und ungebrauchten Wegen sind, wie man Musik machen kann. Das Hannoveraner Trio Cryptex zählt hier definitiv dazu.

Deren Debüt „Good Morning, How Did You Live?“ vereint so viele Stilrichtungen, dass man nach dem ersten Durchlauf völlig irritiert mit dem Kopf schüttelt. Wann hat man denn zuletzt Streicher, Stepdance, Gospel-Chöre, Bläser, Rock- und Metal-Riffs sowie kräftige Piano-Parts zusammen auf einem Album gehört?
Das Trio scheint sich keine Grenzen zu setzen und kann dabei fast immer überzeugen. Dass so mancher Faden inmitten dieses schillernden Wirbelsturms unaufgegriffen im Wind weht, ist nicht weiter schlimm. Dafür ist das irisierende Spektakel rund um Sänger Simons exzentrisch-rau-schrille Stimme einfach zu schön anzuhören. Als Anspieltipps seinen der Meat-Loaf-meets-Flamenco-artige Opener „Hicksville, Habitus And Itchy Feet“ und das melancholisch-schöne „Alois“ mit seinem tollem Chorus genannt. Besser ist es aber, das Album in Gänze durchlaufen zu lassen, um all seine Facetten kennen zu lernen.

Bevor die Frage aufkommt: Ja, „Good Morning, How Did You Live?“ ist schon zwei Jahre alt. Ändert aber nichts daran, dass man das Teil mal gehört haben sollte. (mk)


Cryptex

Bewertung: 10/15 Punkte
Genre: Prog-Rock
Herkunft: Deutschland
Label: SAOL/H’Art
Veröffentlichungsdatum: 25.03.2011
Homepage: www.CryptexMusic.de

Tracklist

  1. Intro
  2. Hicksville, Habitus And Itchy Feet
  3. Dance Of The Strange Folk
  4. Freeride
  5. Bagheera
  6. It’s Mine
  7. Gypsy’s Lullaby
  8. Camden Town
  9. Leviathan
  10. The Big Easy
  11. Mom
  12. Alois
  13. Most Lovable Monster
  14. Grief And Despair
  15. A Colour Called Gently
  16. Outro


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