La Revolta

Verfasst am 30. August 2012 von Michael Klein (Kategorie: Interviews) — 1.800 views

Wir sind Wir!

Musik ist und bleibt Geschmackssache. Was der Eine mag, findet ein Anderer blöd. Was mache lieben, hassen Andere. Bands, die ausschließlich gemocht werden, gibt es nicht. Selbst große Konsens-Truppen wie AC/DC, Iron Maiden oder Metallica haben zahlreiche Spötter und Gegner. Eine Band, auf die sich alle einigen, wird es demnach nie geben. Und das ist auch gut so – Einigkeit wäre der Tod jeder weiteren Kreativität und Stilvielfalt.

Und doch gibt es Bands, die mehr polarisieren als andere. Bands, die mehr Gegenwind zu spüren bekommen und sich stärker durchsetzen müssen.
Regional gesehen sind dies ganz sicher die „Lumpenmetaller“ von La Revolta.
Auf der einen Seite hat die Band viele, treue Fans, die vereint hinter der „Revolte“ stehen, auf der anderen Seite stehen Leute, die mit der Musik nicht viel anfangen können und im Sound der Truppe zu viele Schwachstellen und Ähnlichkeiten mit gewissen „Deutschrock“-Größen sehen.
Damit muss man vor allem als (Nachwuchs-) Band klarkommen –  denn je höher man steigen will, desto mehr wird einem der Wind um die Ohren blasen. Und das selbst bei einem kräftigen (Fan-) Fundament.

Auch bei unserer Interview-Anfrage war die Band zuerst nicht besonders Begeistert von aufkommenden Vergleichen – La Revolta wollen als eigenständige Band wahrgenommen werden. Aber das kann man ihnen nicht verübeln… und es ist gut so.

Metal-Aschaffenburg: Unabhängig von musikalischen Qualitäten und Stilarten finde ich es immer gut, wenn eine Band mit eigener Musik ihren Weg sucht und diesen konsequent verfolgt. Dazu gehört auch ihr! Und ihr habt in euer Debüt „Dunkelhaft“ viel Arbeit gesteckt, stimmt’s?

Die Arbeit, die wir in dieses Album gesteckt haben, verteilt sich ja auf fast fünf Jahre, denn seit unserer Gründung 2007 mussten wir einige Umbesetzungen vornehmen. Unter anderem drei Schlagzeuger. Darin bestand die meiste Arbeit. Songs waren ja da. Aber das Schlagzeug stellt nun mal das Gerüst einer Band dar. Neuer Schlagmann bedeutet gleichzeitig auch wieder, dass die bestehenden Songs sich teilweise wieder anders anhören. Und jedes neue Mitglied bringt seine eigenen Ideen mit, was unser aber stetig einen Schritt voran gebracht hat.

Wie zufrieden seid ihr mit dem Ergebnis?

Wenn man bedenkt, dass wir alles in Eigenproduktion gestemmt haben, kann man sehr zufrieden sein. Wir hatten fast sechs Monate Zeit für die Studio Sessions, von daher war dar auch genügend Freiraum vorhanden. Manchmal zweifelt man an sich selbst. Aber die letzten Gigs haben uns gezeigt, dass der Scheiß da draußen gut ankommt, auch über unsere Region hinaus.

Der Sound der Scheibe lässt sich hören und ist deutlich sauberer (besser) als der eurer Demo „Lumpenmetal“. Sind die Lumpen jetzt verschwunden und La Revolta werden auf Hochglanz poliert?

Natürlich sollte man bei Studioaufnahmen ein deutlich besseres Ergebnis erzielen als bei einer Demoaufnahme aus dem Proberaum. Nur wenn vorne nix gescheites reinkommt, dann ist das Endergebnis dementsprechend. La Revolta bleiben ihrem Lumpenmetal treu. Aber je länger man zusammen Musik macht, umso sicherer und sauberer wird es letztendlich. Das ist bei uns nicht anders als bei anderen Bands. Also sorry, wenn es in Zukunft live nicht mehr so rumpelig klingt. Und der Lumpenstil hat ja in erster Linie was mit den Texten zu tun und weniger mit dem Sound. Allerdings versuchen wir in Zukunft noch metallischer und vom Gesang her auch etwas roher und dreckiger zu werden. Wir sind da ständig am Tüfteln.

Wie waren denn die Aufnahmen?

Man braucht ein starkes Nervenbündel. Es gibt Tage, da geht einem alles von der Hand und an anderen geht nix zusammen. Wir waren meistens an den Wochenenden im Studio zwecks Arbeit und es war die erste große Produktion von unserem Studiofreak. Also haben wir da schon viel Zeit gebraucht bis zum Finale. Alles in allem kann und muss man zufrieden sein. Auf jeden Fall hat es natürlich auch Spaß gemacht und wir sind bereit für den 2. Streich.

Mein erster Endruck von „Dunkelhaft“ war der, dass das Album recht düster ausgefallen ist. Hat mich da das Artwork getäuscht? Oder mich u.a. Texte von „Wenn du gehst“ oder dem Titelsong bestätigt?

Nun, unsere Songs handeln ja teilweise auch aus dem Leben. Und die Welt ist nun mal krank, oder viel mehr die, die darin wohnen. Bei „Wenn du gehst“ geht es darum, dass nichts ewig hält, auch wenn man es gerne möchte. Und dann eben auch alles dafür tut, dass es so bleibt oder wieder so wird. Im Endeffekt bestimmt jeder selbst durch sein Handeln und Denken in welche Richtung sein Leben geht. Worte und Taten können eben auch sehr verletzen und die Konsequenzen hat jeder selbst zu verantworten. Der Titelsong „Dunkelhaft“ kam erst spät zur Tracklist für die Scheibe hinzu. Das Cover hatte genau zu dem Song gepasst und dementsprechend wurde das Layout angepasst. Die Scheibe ist aber ausgewogen wie man bei „666“, „Räuberlied“ und „Hopfen und Malz“ sieht. Und man bedenke halt, dass wir eine Metalband sind, und da braucht man eben ein aussagekräftiges Cover, das einem sofort ins Auge fällt.

Wen habt ihr denn für die Backing Vocals im Titelsong engagiert?

Das waren zwei Kinder aus unserem Familienkreis.

Welche (musikalische & andere) Einflüsse würde ich im Magen von La Revolta finden, wenn ich diesen obduzieren würde?

Wir hören teilweise schon seit über 20 Jahren Metal & Rockmusik. Wir lassen eigentlich alles einfließen, was uns gefällt. Wir hören ja auch privat die unterschiedlichsten Stilrichtungen. Jeder kann sich also bei La Revolta austoben. Wir haben keine konkreten Pläne, wie unsere Songs sein sollten, was Texte und Musik betrifft. Alles in eine Schüssel und kräftig rühren. Politischen Kram werdet ihr allerdings bei uns nicht finden. Die Musik sollte sich da gänzlich raushalten, so denken wir jedenfalls. Also Musik ist schon ’ne geile Erfindung und Bier ebenfalls. Die Musik im Herzen und das Bier im Magen, das würdest du denke ich bei uns finden. Leidenschaft, Ästhetik, Filigranität, pure Lust, Liebe bla, bla, bla…!

Wo seht ihr La Revolta in 5 Jahren?

Schwer zu sagen. Zwei von uns gehen stark auf die Vierzig zu, ehrlich! Dann weiß man nie, was die Zeit bringt. Unser Ziel ist es auf jeden Fall, 2014 eine neue Scheibe rauszubringen und da noch mal eine Schippe drauf zu legen. Songs gibt es schon jede Menge. Da werden wir uns jetzt reinhängen und dann darf man auf jeden Fall gespannt sein.

Okay. Wir wünschen viel Erfolg! Danke für das Interview! Die letzten Worte gehören euch!

Wir möchten Metal-Aschaffenburg danken für das Interesse an uns. Wäre schön, wenn euch noch mehr Leute unterstützen würden. Tausend Küsse an unsere Familien. Einen lumpigen Gruß an alle, die uns bis hierher unterstützt und vor allem vertraut haben. Es wurden in der vergangenen Zeit viele Gerüchte über unsere Musik verbreitet. Trotzdem habt ihr zu uns gehalten, DANKE! Wenn man sich unsere Texte zu Gemüte führt und uns live auf der Bühne erlebt, dann erkennt man, dass wir in keinster Weise eine politische Band sind und das auch niemals sein werden. Glaubt nicht alles, was gesagt wird, sondern überzeugt euch selbst, wenn ihr Zweifel habt. Zur Not hilft auch fragen, wir haben nix zu verbergen was unsere Musik betrifft. Unsere CD „Dunkelhaft“ könnt ihr bei Remedy Records bestellen. Zudem gibt es die Scheibe in Aschaffenburg im Sam’s Hard’n Heavy und im Echobeat für wenig Geld käuflich zu erwerben. Cheers!

(mk)

www.MySpace.com/LaRevolta

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