Fewsel | Vorbands: Bastardo, Way Beyond Reason

Verfasst am 15. Juni 2012 von Matthias Rauwolf (Kategorie: Konzert-Rezensionen) — 989 views

10.06.2012 – Nachtleben, Frankfurt am Main

Mehr durch Zufall bin ich auf dieses Konzert gegangen – aber endlich mal wieder im Nachtleben Musik zu hören war es alleine schon wert. Noch dazu ein Line-Up mit drei lokalen Bands aus dem Bereich Stoner/Psychodelic Rock und Metal, das versprach doch interessant zu werden. Zwar war die Location pünktlich ab 20 Uhr geöffnet, doch es dauerte es noch über eine Stunde, bis die Jungs von Bastardo um kurz nach Neun die Bühne betraten, um den Abend zu eröffnen.

Obwohl die Band aus Marburg stammt, war der Raum im Nachtleben gut gefüllt und die Stimmung war gut, was mit Sicherheit beides auch dem Umstand geschuldet war, dass es an diesem Sonntagabend zwar trocken, aber eben nicht übermäßig warm war. So mussten also die Musiker dafür sorgen, dass es den Zuhörern warm werden würde, was auch auf Anhieb gelang. Denn mit einigen interessanten Stücken, verbunden mit der nötigen Härte und einem ausgeglichenen Sound legten die vier Musiker aus Nordhessen einen starken Start in den Abend hin. Das einzige, was mich an ihrer Musik etwas störte, war das Tempo, das etwas hektisch wirkte für diese Art der Musik. Aber im Großen und Ganzen war es ein gelungener Opener für den Abend, der ordentlich Stimmung machte.

Nach dieser Eröffnung war klar, dass es für alle Nachfolger schwer werden würde, die Stimmung zu halten. Aber auch bei der etwas chaotischen Eröffnung der die Jungs und Mädel von Way Beyond Reason, gelang es ihnen, die Zuschauer schnell wieder in den Raum zu locken und die Stimmung aufzunehmen. Die weibliche Stimme gibt der Musik zwar eine interessante Note, allerdings ist der Text, zumindest an diesem Tag, fast überhaupt nicht zu verstehen, was bestimmt schade ist. Zudem ist die klare Stimme fast ein wenig zu glatt für diese Art von Musik und etwas mehr Rauheit würde dem Gesamtbild wohl besser zu Gesicht stehen.
Außerdem hört man von den drei Saiteninstrumenten leider durchgehend nur zwei, weil die Sounds scheinbar zu nah aneinander liegen. Schade eigentlich, denn sowohl Bass als auch die Gitarren klingen sehr interessant, wenn sie zu hören sind.
Trotz dieser Unzulänglichkeiten ist der Auftritt der Höhepunkt des Abends und die Stimmung steigert sich bis zum Ende so weit, dass die Band nicht um eine Zugabe herum kommt.

Als letzte Band des Abends übernehmen die Jungs von Fewsel anschließend die Bühne und müssen sich leider vor einem recht weit geleerten Zuschauerraum vergnügen, was aber der Power der Wiesbadener keinen Abbruch tut. Sie starten mit Vollgas ihr Programm und können das Publikum auch sofort auf ihre Seite ziehen. Mir persönlich gefällt der Auftritt sehr gut, allerdings ist die Musik nicht so unbedingt mein Geschmack, weil die Vocals zu dünn und unverständlich sind.
Außerdem kommt mir die Musik sehr vorhersehbar und eintönig vor. Die Sounds der Instrumente sind sehr interessant, was wohl den progressiven Charakter der Musik ausmacht, aber mir persönlich gefallen die Songstrukturen nicht sonderlich. Trotzdem schaffen es die Hauptstädter, einen würdigen Abschluss des Abends hinzulegen und das Publikum, das so lange durchgehalten hat, zufrieden nach Hause zu schicken.

Alles in allem also ein gelungener Abend mit drei motivierten Bands aus Rhein-Main (also im weiteren Sinne) der mir gezeigt hat, dass es doch noch Musiker in der Region gibt, die unter „Support your local Scene“ etwas Richtiges verstehen. Bleibt zu hoffen, dass es solche Veranstaltungen mit größerem Zuschauerzuspruch auch in Zukunft öfter geben wird. (mr)

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