Euzen

Verfasst am 19. Oktober 2012 von Fallen (Kategorie: Konzert-Rezensionen) — 1.442 views

18.10.2012 – Colos-Saal, Aschaffenburg

Zirka 80 Zuschauer trauten sich an diesem Abend in den Colos-Saal, um den dänischen Euzen zu lauschen. Leider etwas wenig, aber dennoch mehr als erwartet, denn Euzen fabrizieren doch eher Nischenmusik, aber was das heißt und was das Publikum erlebt hat, beschreibt vielleicht folgendes:

Wenn die Musik beginnt, betritt der Zuhörer einen düsteren Märchenwald. Er sieht dunkle, bedrohliche Bäume, Nebel, düstere Wesen, die verzerrte Kreise tanzen, doch scheut er sich nicht tiefer in den Wald vorzudringen. Zwischen den Schatten tauchen plötzlich Farben auf, die sich wild miteinander vermischen, um am Ende doch wieder grau und dunkel zu werden. Der Wanderer im mystischen Wald schreitet voran und betritt eine Lichtung, die hell und fröhlich wird. Die Sonne löst das Zwielicht ab und erhellt die Welt, nur um später wieder unterzugehen und dem Dunklen den Platz einzuräumen.

So könnte man die Geschichte weitererzählen, doch das, was das Publikum „in echt sah“, waren Musiker, die voller Spielfreude auf der Bühne tanzten und dabei wahnsinnig kreative und teilweise sehr progressive Musik, die mit Mystik, ein wenig „gypsy“ und Atmosphäre angereichert ist, vorführten. Dabei unterstütze sie das kleine Publikum mit lautem Applaus und gespanntem Lauschen. Die Band wirkte extrem sympathisch, freute sich über die Publikumsreaktionen und gab dadurch noch mehr Gas. Ihre Instrumente und Stimmen beherrschten die fünf Dänen virtuos und setzten sie alles andere als konventionell ein (man könnte jeden Musiker einzeln für sein kreatives Spiel hervorheben) und verzauberten somit im wahrsten Sinne des Wortes ihre Zuhörer. Die Songs fingen minimalistisch, fast monoton an und entfalteten letztendlich einen Klangteppich, der einen in oben genannte Welt und Faszination zog. Nach gut 100 Minuten war die magische Show beendet und viele bedankten sich persönlich bei Sängerin Maria (die Norwegerin ist) und Band, indem sie sich eine CD kauften und Signaturen abstaubten.

Wer sich nun fragt, wie man die Musik von Euzen einzuordnen hat, dem kann man nur sagen: geht nicht oder wie sie es „offiziell“ bezeichnen: Subsonic, avant garde progressive art-rock, influenced by classical and pop music. Wer aber zum Beispiel auf Lazuli, Björk und Riverside steht muss sich diese Band anschauen!

Ein wahrlich magischer Abend im Zauberwald! (mat)

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