Freitag, der 13.

Verfasst am 14. Mai 2011 von Michael Klein (Kategorie: Konzert-Rezensionen) — 2.290 views

Delain | Vorbands: Serenity, Lost In Thought

13.05.2011 – Colos-Saal, Aschaffenburg

Es ist Freitag, der 13. Ein Tag, an dem sich abergläubische Menschen in ihren Zimmern einschließen und auf den Sonnenuntergang warten. Für Fans von melodischem, symphonischem und progressivem Metal ist der heutige Tag jedoch ein glücklicher. Schließlich stehen mit Delain und Serenity zwei absolute Leckerbissen des Genres auf der Bühne im Colos-Saal.

p1090110Dieser erweist sich bei Ankunft als wesentlich besser gefüllt als erwartet. Circa 300 Gäste haben sich im Club eingefunden, als Lost In Thought den Reigen eröffnen. Aber Moment Mal! Zu den ersten Tönen ist es gerade 20:30 Uhr. All diejenigen, die sich nach dem offiziellen Beginn richten, verpassen die Waliser Truppe also. So richtig schlimm ist das nicht – das Quintett musiziert zwar handwerklich durchaus solide (Hammerfall, Symphony X und Sonata Arctica können hier als Referenzen herhalten), kann jedoch mit einer recht steifen Performance nicht wirklich Schwung in die Menge bekommen.
„Wer ein Feuer in anderen entfachen will, muss zuerst selbst in Flammen stehen.“ Das nächste Mal bitte etwas mehr Einsatz bitte.

p1090372Um diesen muss man die zum dritten Mal den Colos-Saal beehrenden Serenity nicht mehr bitten. Die Österreicher wissen sich deutlich mehr ins Zeug zu legen und ernten zu Recht wesentlich euphorischere Reaktionen – nicht nur vom im Publikum anwesenden Fanclub. Auch wenn der Sound nicht optimal ist (die Gitarre ist merklich zu leise) überzeugt das Quintett auf jeder Ebene. Daran ist natürlich auch das starke neue Album „Death & Legacy“ schuld, von dem die Band gleich mehrere Kostproben gibt: u.a. „New Horizons“, „Far From Home“ und „When Canvas Starts To Burn“.
Der sympathische Arjen Robben Lookalike und Sänger Georg Neuhauser holt sich im Mittelteil zuerst mit Lisa Middelhauve (Ex-Xandria) und Charlotte Wessels (Delain) hintereinander passende Duettpartner ans Mikro. Tolle Sache – Auch fürs Auge. Guter Auftritt! Vielleicht das nächste Mal mit einem zweitem Gitarrist, um die letzten Soundlöcher zu stopfen?

p1090533Bei den Kollegen von Delain wird es im Anschluss wesentlich weniger symphonisch. Stattdessen feuern die Holländer – bei druckvollem Sound – ihre Rock-Songs knackig und direkt aus den Boxen. Bühnenbild und Show sind stimmig und toll umgesetzt, dazu stehen die Musiker wirklich keinen einzigen Moment still. Das reißt natürlich mit.
Mittelpunkt ist und bleibt natürlich der charmante Rotschopf Charlotte Wessels, die im tief dekollétierten Kleidchen sämtliche Blicke auf sich zieht und am Mikrofon eine ebenso gute Figur abgibt.
Die Setlist bestand aus Songs vom Debüt „Lucidity“, dem aktuellen Werk „April Rain“ und gab mit „Milk And Honey“ sogar einen Ausblick auf das kommende neue Album. Die Fans spornten das Quintett mit Beifallsalven im Minutentakt an, was der Band sichtlich viel Freude bereitete. Sängerin Charlotte kam sogar in den Genuss eines unaufgeforderten Geburtstagsständchen einiger Fans – passen zum heutigen 24. Schlüpfjubiläum der Frontdame.
Bis zum Finalen „The Gathering“ hat die Band nichts falsch gemacht und unter Beweis gestellt, dass man beim Prädikat „Quality made In Holland“ neben Epica und Within Temptation auch Delain mit dickem Filzstift schreiben muss! (mk)

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