Der Erzfeind kehrt zurück

Verfasst am 11. Januar 2009 von Mathias Anthes (Kategorie: Konzert-Rezensionen) — 1.027 views

Arch Enemy | Vorbands: Leaves‘ Eyes, Mercenary und Sister Sin

18.12.2008 – Colos-Saal, Aschaffenburg

Mal wieder kommt Weihnachten früher als gedacht: Mit dem heutigen Konzert bekommen wir ein riesiges Geschenk!
Der Colos-Saal war gut besucht, aber nicht überfüllt. Gleich am Anfang fiel auf, dass Mikkel Sandager, der Sänger von Mercenary, höchstselbst am Merchstand stand und sich nicht zu schade war, mit seinen Fans (also mir) ein Foto zu machen. Doch viel Zeit blieb nicht, das Konzert stand kurz vorm Beginn.

Den Anfang machten Sister Sin aus Schweden. Sängerin Liv sprang wild umher und heizte dem Publikum ein – welches relativ unbeeindruckt blieb. Das soll aber nicht heißen, dass die Band nicht ankam. Ihr Rock ’n‘ Roll/Heavy Metal der Marke Motörhead machte Laune, wofür sie am Ende auch recht viel Applaus bekamen. Ein echter Geheimtipp!

Nach kurzer Umbaupause waren nun Mercenary dran, das Flaggschiff in Sachen dänischem Melodic Death Metal.
Statt einem Mix aus langsamen und schnellen Songs gingen sie auf Vollgas und spielten eine Hass-Nummer nach der anderen. Man merkte, dass das Publikum zum Großteil aus Death Metalern bestand, denn nun wurde wild geheadbangt und mitgegrölt. Auch war man bereit, den Forderungen des Sängers Folge zu leisten, wenn er zum Klatschen aufforderte.
Eine wahre Schande, dass sie nur 30 Minuten spielen durften, die doppelte Zeit wäre angebrachter gewesen – mindestens! Doch aus diesen 30 Minuten wurde rausgeholt was ging und der Auftritt ein voller Erfolg.

Nun kam die kontroverseste Band es Abends: Leaves‘ Eyes. Was eine Symphonic-Metal-Band bei einem Death-Metal-Konzert verloren hat, war uns allen schleierhaft. Dass die Umbaupause dann über eine halbe Stunde dauerte, machte sie nicht zwingend beliebter.
Doch ab dem zweiten Lied bekamen sie mehr Sympathien, denn Alexander Krull, Ehemann von Sängerin Liv Kristine, sprang auf die Bühne und sorgte mit seinen Growls für einen angenehmen Kontrast zum Gesang seiner Frau, die so hoch singt, dass Hunde zu jaulen anfangen.
Trotz der langen Umbaupause wurde nicht bemerkt, dass die Gitarre von Mathias Röderer nicht funktionierte. Die Reparaturpause nutze der neue Schlagzeuger Seven Antonopolous, um zu zeigen, was er an der Schießbude drauf hat. Das Publikum war davon so begeistert, dass sie mehr Solos wollten und Bassistin Alla Fedynitch um ein Basssolo baten. Die winkte aber ab und zeigte der Schar den Mittelfinger.
Diesem Ausrutscher zum Trotze war der Applaus zum Ende des Auftrittes beachtlich, selbst die Ausziehen!“-Rufe blieben aus.

Nach 22:30 hieß es ein letztes Mal alle Kraft zusammenzunehmen, denn der Höhepunkt des Konzertes nahte: Arch Enemy.
Die Band um die Kölnerin Angela Gossow konzentrierte sich vor allem auf die neueren Alben „Rise Of The Tyrant“ und „Doomsday Machine“ und spielten vergleichsweise wenig Material von älteren Veröffentlichungen. Dem Publikum schien das egal zu sein, jedes Lied wurde frenetisch gefeiert. Die Energie der Band schien gar unerschöpflich, die Leistung war durchgehend auf einem sehr hohen Niveau und man wünschte sich fast, der Auftritt würde nie enden – wie immer bei Arch Enemy.
Nach dem Konzert war Bassist Sharlee D’Angelo (der mit bürgerlichem Namen eigentlich Charles Petter Andreason heißt) bereit, uns ein kleines Interview zu geben, welches Ihr hier finden könnt.

Wieder einmal haben Arch Enemy eine absolut hervorragende Leistung an den Tag gelegt, doch für mich waren Mercenary ein Stückchen besser. Wahrscheinlich liegt es daran, dass ich Arch Enemy nun fünfmal gesehen habe, während Mercenary eine Premiere waren. Aber auch alle anderen Gruppen haben sich ihren Respekt verdient und diesen Abend zu einem vollen Erfolg gemacht. (ma)

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