Geräteausstellung

Verfasst am 01. Dezember 2008 von Gringer (Kategorie: Konzert-Rezensionen) — 950 views

Oomph! | Vorbands: Mina Harker, All Ends

28.11.2008 – Colos Saal, Aschaffenburg

Eine große Schlange Oomph!-Hardcore-Fans war schon vor offiziellem Einlass vorm Colos zu beobachten. Es verhieß entsprechend voll zu werden. Selbige Fans füllten dann auch die ersten 10 Reihen und blieben bis zum Schluss dort stehen. Das große Scharren blieb zum Glück aus und es füllte sich stetig, aber angenehm.

Pünktlich um 8 betraten dann Mina Harker die Bühne. Ich würde es mit „Deutschrockgothik“ beschreiben. Platte Texte, die man in der Form so schon überall gehört hat, kombiniert mit extrem nervigem nasalen Gesang. Zudem wurde wohl ungewollt (oder doch gewollt?) „Ohne Dich“ von der Münchener Freiheit gecovert. Ergebnis: Insgesamt nichts Innovatives (was nicht nur am fehlendem Bass lag). Lobend erwähnen kann man den Bart des Drummers – der war cool. Zugegeben: Es ist nicht meine Musik und daher der Verriss, aber selbst das für Gothic-empfänglichere Publikum blieb extrem steif. Obwohl ich zuerst noch dachte, dass dies in der Natur des Hardcore-Fans der Hauptband liegt – aber das bewahrheitete sich nicht, wie man bei der nächsten Band sieht.

Nach einer unglaublich kurzen Umbaupause von weniger als 5 Minuten (man decke einfach das eine Schlagzeug ab und der Rest steht schon bereit) bekamen wir endlich mal hübsche Damen zu sehen. Nach epischem Intro hauen All Ends gleich einen ihrer besten Songs raus („Still Believe“) und überzeugen durch die große Sympathie der beiden Frontgrazien. Das Publikum ist leicht überrascht, aber auf jeden Fall begeistert. Neben uns Dreien waren zu Beginn nur ca. 10 andere grölende All-Ends-Fans anwesend, aber den Mädels ist es gelungen, in den 45 Minuten alle zum Schreien zu bekommen. Es folgten Kracher wie „Walk Away“, „Close My Eyes“ oder „Pretty Words“. Beim ruhig beginnenden „Just A Friend“ konnte man sich in der ersten Strophe zurücklehnen und in Ruhe dem ewig bangenden Schlagzeuger zuschauen. Beim Cover „Apologize“ gibt es erst verdutzte Gesichter, dann den Aha-Effekt und prompt konnte auch der Rest zu All Ends mitsingen (obwohl es in meinen Augen das schwächste Lied des Abends war). Es war aber (wie der Rest auch) auf jeden Fall perfekt gesungen. Oder kam es einem im Vergleich zum schlechten Sound vom Summer Breeze nur so vor? Nein, sie haben wirklich wunderbar gesungen. Tinna und Emma harmonierten den Abend perfekt zusammen und heizten das Publikum gut auf. Zum Schluss klatschte der ganze Colos – es dürfte sich demnach absolut für All Ends gelohnt haben. Für mich auf jeden Fall, nur leider kam das Ende wirklich zu schnell. Und „Wasting Life“ war das sicher nicht. Hit!

Eigentlich hätte man dem Namen folgen und sagen sollen, dass hier alles zu Ende ist und gehen müssen. Aber man ist ja tolerant und interessiert. Bei Oomph! war wie zu erwarten sofort gute Stimmung und schon beim ersten Song gab es stimmkräftige Singchöre. Die ersten paar Songs machten auch irgendwie Spaß, aber auf Dauer war es leider doch immer die gleiche Masche. Das wiederum liegt aber mehr am persönlichen Geschmack, denn der geneigte Oomph!-Hörer hatte die ganze Zeit unbändigen Spaß. Die Band gab sich auch redlich Mühe und machte ihre Sache sehr gut. Sogar die „Groupies“ wurden belohnt: Sie konnten mit Sänger Dero auf Tuchfühlung gehen als er zweimal stagedivte. Zudem durfte sich Mina Harker für einen Song noch mal die Ehre geben (da hätte ich zwei bessere Vorschläge gehabt, aber lassen wir das…).
Achso, die Umbaupause war auch hier wieder gnadenlos kurz, weil man das zuvor abgedeckte Schlagzeug einfach wieder enthüllt und auch wieder den Schlagzeuger von einst mit dem schönen Bart dransetze. Wie der Abbau und das Ende war, kann ich leider nicht berichten, da wir die „Kommerzlieder“ des Zugabenblocks natürlich trverweise boykottiert haben. (lkb)

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