Zweite Einladung

Verfasst am 27. April 2010 von Michael Klein (Kategorie: Konzert-Rezensionen) — 1.464 views

Riverside | Vorbands: Jolly, Pure Reason Revolution

25.04.2009 – Colos-Saal, Aschaffenburg

Ein halbes Jahr nach dem letzten Gastspiel in heimischen Gefilden laden die polnischen Prog-Rocker von Riverside erneut in den Colos Saal ein, der im Vergleich zum letzten Mal um einiges weniger gefüllt ist. Ob es an der kurzen Zeitspanne zwischen den Konzerten liegt? Oder dem relativ hohen Eintrittspreis von knapp 30,- Euro? Oder der Tatsache, dass der Abend auf einen Sonntag fällt? Wahrscheinlich ein bisschen von allem. Trotzdem haben sich um 19:00 Uhr schon etwa einhundert Fans eingefunden, um sich die New Yorker Jolly zu Gemüte zu führen.

Musikalisch geht der irgendwo zwischen Rock, Prog und Alternative angesiedelte Sound weitestgehend in Ordnung, jedoch wirkt das Quartett extrem unmotiviert und genervt. Selbst nach dem respektablen Applaus, der ihnen nach 50 Minuten Spielzeit gewidmet wird, müht sich die Band nicht einmal ein Lächeln ab. Leute, so gewinnt man keine Sympathien! Nachsitzen!

Ganz anders hingegen die heiß erwartete Pure Reason Revolution. Die vier Briten bzw. Britinnen überzeugen einerseits mit sehr kreativem, mit viel Elektronik aufgepepptem Progressive Rock sowie mit trotz etlicher technischer Probleme hoher Spielfreude. So muss das sein. Da können sich die amerikanischen Kollegen noch eine ganze Scheibe abschneiden. Das Beeindruckendste sind aber in der Tat die Songs: Stellt euch eine waghalsige, aber nie überladene Kreuzung aus Oasis, Yes, Drum´n´Bass, Queen, Alternative, den Beatles und einer großen Prise dynamischen Progressive Rock vor. Jawohl – das geht! Und es geht hervorragend. Highlight waren der eingängige Hit „Deus Ex Machina“ und das finale, von dreistimmigem Gesang getragene „Avo“.

Zuletzt hatten Riverside ihr aktuelles Album „Anno Domini High Definition“ komplett und am Stück gespielt und das Ganze um einige Perlen aus der Diskographie angereichert. Um dem Publikum jedoch nicht das gleiche Programm wie vor einigen Monaten zu servieren, hat das Quartett die Setlist dankenswerter Weise ein bisschen abgeändert. Statt dem Album am Stück gibt es heute ein Best-Of-Programm bei dem (fast) kein Wunsch offen bleibt. Abnutzungserscheinungen gibt es keine, der Sound ist brillant, die Band spielt sauber und perfekt. Wie kann man den Auftritt also besser resümieren als Bandkopf und Sänger Mariusz Duda selbst: „Great, as always!“. (mk)

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