Videometal

Verfasst am 12. April 2010 von Gringer (Kategorie: Interviews) — 1.215 views

Zombiegeflüster

Auf ihrem neuen Werk „Videodrom“ zeigen sich die einstigen Zombies von Callejon gereift und erwachsen. Metal-Aschaffenburg-Redakteurin Linda traf sich vor dem Konzert im Colos-Saal mit der Truppe um dieser Entwicklung auf den Grund zu gehen.

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Metal Aschaffenburg (Linda): Ich freue mich, dass es diesmal geklappt hat. Das letzte Mal hab ich noch gedacht, dass ihr einfach zu groß seid. (Gelächter)
Ich hab gedacht bei Nuclear kommt man nicht durch – jetzt bin ich ein wenig schlauer. (immer noch Gelächter)
Wie ist die Tour denn bisher gelaufen?

Bernhard: Hammer. Megageil. Megamegagut. Macht Megaspaß. Die Leute sind extrem krass drauf. Wesentlich besser als erwartet.

Ich kannte euch vor dem „Zombieactionhauptquartier“ auch nicht. Da dachte man noch, die schaut man sich halt mal an. Inzwischen weiß man woran man ist. Sind denn die Leute dementsprechend anders drauf? Haben sie mehr Bock statt Neugier?

Be: Nee, also prinzipiell – prinzipiell muss ich erstmal mein Satz zu Ende denken.

Ist es besser oder schlechter als bei der letzten Tour?

Be: Wir sind eine Tour in dem Maße noch nie gefahren. Es sind echt die coolsten Reaktionen, die coolsten Konzerte die wir jemals gespielt haben. Wir waren jetzt in Köln, da war es der Hammer. In Bochum, da war es der Hammer. Hamburg war megageil. Eigentlich waren alle Shows extrem fett bis jetzt. Ist ja auch für uns die längste Tour mit 18 Tagen die wir bis jetzt gefahren sind. Auch wenn wir jetzt erst bei der Halbzeit sind, weiß ich ganz genau, dass ich am Ende sagen werde: „Oh, können wir nicht noch mal drei Wochen?“. Auf Tour fahren macht halt einfach auch extrem viel Spaß. Wenn dann die Leute auch noch mitfeiern ist das das Größte.

Basti: Wir haben in das Album, die ganze Albumphase soviel Arbeit rein gesteckt, dass wir uns sehr auf die Tour gefreut haben – das Abschalten. Natürlich sind wir auf der Bühne am Start – wir sehen das ganze natürlich ernst, job-mäßig, aber auch ein Stück weit wie Urlaub.

Be: Es macht natürlich mehr Spaß auf der Straße als sich im Studio einzuschließen. Und auf Tour wird man zum halben Barbar, man geht nicht mehr duschen, man riecht furchtbar, man schmust mit dem Bandkollegen, man sieht 1000 mal am Tag männliche Genitalien irgendwo durch den Bus schlingern.

Buschi – Nur in dem Bus wo du fährst. Wir fahren im Frauenbus.

Das neue Album ist saugeil geworden.

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Ba: Echt? Danke.

Das alte Zeug gefällt mir sehr gut, ZAH auch, aber das neue Album ist echt der Burner. Das hat jetzt auch die letzten Zweifler überzeugt. Ich habe bisher nur Gutes gehört.

Be: Echt. Cool.

Das mit dem Hörspiel ist eine echt geile Idee. Ich war sehr froh, dass es nicht zu ausgebaut ist, damit man es in Ruhe hören kann.

Ba: Ja, wir haben das extra so gemacht. Wir wollten ein Hörbuch machen, was ein bisschen mehr effektiert ist – von den Geräuschen und so weiter – als ein Hörbuch, also so ein Zwischending, in das man sich mehr reindenken kann.

Habt ihr denn selbst so ein Faible für Hörspiele?

Be. Ja, total.

Ba. Absolut.

Be: Auf Hörbücher und Hörspiele fahren wir extrem ab. Gabriel Burns ist natürlich die Referenz, was das angeht, aber halt auch alle möglichen Hörbücher. Was man halt so in die Finger kriegt. Gerade auf Tour. Du bist die ganze Zeit auf 180 und dann legst du dich abends in die Kajüte und packst dir halt ein Hörspiel auf den MP3-Player und das ist extrem cool.

Ba: Ich hab meinen MP3-Player vergessen.

Wie ist das jetzt mit dem 2. Teil? Er sollte ja schon online sein?

Ba: Der kommt noch. Wir haben ein paar Serverprobleme, und da wir gerade auf Tour sind ist das schwierig zu fixen, also nach der Tour wird das auf jeden Fall am Start sein.

Wo wir gerade bei den Alben sind. Vor zwei Jahren hat mir eurer Merch-Mann versprochen, dass „Willkommen im Beerdigungscafé“ noch mal rauskommt.

(Beide lachen)

Ba: Ja, dass ist auch immer noch die Absicht.

Be: Das Ding ist: Wir hatten das wirklich schon seitdem geplant. Nur – zuerst hatten wir gerade ZAH released, dann waren wir auf Tour und dann wollten wir es zur Festivalsaison rausbringen, aber da hat es nicht geklappt, weil wir Zeitstress hatten. Aber eigentlich haben wir immer Zeitstress. Wir wollten aber nicht so lange warten, bis das neue Album rauskommt und sind direkt nach der Festivalsaison in den Proberaum und haben neue Songs geschrieben. Das ging halt quasi mit Album aufnehmen, mixen, mastern, das Hörspiel schreiben, das auch noch irgendwie produzieren, aufzunehmen und dann irgendwie jetzt auch noch die Tour zu fahren. Da ist halt unser Zeitplan von vorne bis hinten randvoll gewesen. Aber es wird definitiv kommen.

Man realisiert als Fan manchmal nicht, wie lange ein Album zur Entstehung braucht.

Ba: Ja, ja. Definitiv. Das Album jetzt – der Prozess hat ein halbes Jahr gedauert, dass es wirklich jetzt erst rauskommt.

Be: Obwohl man auch sagen muss, dass das wirklich das Album ist – wir haben noch nie soviel Arbeit und Zeit und Mühe in eine Albumproduktion investiert, weil wir diesmal alles termingerecht, auf den Punkt genau geil fertig haben wollten. OK, das Hörspiel dauert jetzt halt bisschen länger, bis der Server wieder gefixt ist, aber ansonsten. Weißt du, so die ganzen Sachen. Erstmal die Songs cool schreiben, dann mit der ganzen Produktion und der Aufnahmesituation auseinander setzen. Zwischendurch ist auch noch unser Drummer aus der Band geflogen und wir mussten noch einen neuen für die Tour einlernen.

Ba: Und auch selbst erstmal mit dem Live-Konzept an sich beschäftigen. Wir mussten Videos drehen. Wir hatten ja für dieses Album alles selber gemacht. Wir hatten ja sogar die Anzeigen entworfen.

Was ihr andeutet habe ich im Fuze gelesen. Nach dem Fuze-Interview hört man euer Album ganz anders.

Be: OK, Krass. Das ist halt so eine Sache, wenn man halt nicht selbst in einer Band ist und das nicht miterlebt, dass ist ne Sache das die Leute draußen ja in dem Sinne so gar nicht mitbekommen.

Ba: Das ist ja auch genau die Sache worum es in dem Album geht – Videodrom. Es gibt immer eine andere Seite von dem Ding und wir nach außen wirken halt wie ´ne nette gemachte Band und die Realität sieht ganz anders aus. Wir müssen uns immer noch den Arsch dafür abarbeiten, wir haben bis jetzt noch keinen Pfennig ausgezahlt bekommen. Wir arbeiten die ganze Zeit nur dafür, dass es irgendwie läuft und dass wir damit weiterkommen. Leider ist es so, dass es innerhalb des Musikbusiness so ist, dass da viel geredet wird, viel erzählt wird und du hast einfach mehrere Steine im Weg.

Es wurde ja nie so richtig ausgesprochen. Seid ihr mit Nuclear unzufrieden oder ist es eure eigene Blauäugigkeit im Sinne von: „Oh ist jetzt doch alles nicht so prall, wie ich es mir vorgestellt habe“?

Ba: Wir sind am Anfang natürlich sehr, sehr unbefangen in alles rein gegangen. Und wir haben jetzt einfach sehr, sehr viel erlebt, sehr viele Erfahrungen gemacht. Viele Leute und Menschen kennen gelernt, die ins Leben eingetreten sind und wieder heraus. Wir sind jetzt von dem euphorischen Ding das wir früher hatten bisschen runter. Eigentlich sind wir wieder auf dem… wir waren nicht abgehoben oder so was!

Vielleicht habt ihr euch einfach nur gefreut?

Ba: Ja genau!

Be: Ja, genau! Und jetzt ist es einfach nur so bisschen Ernüchterung. Es ist jetzt auch gar nicht so, dass – ich weiß jetzt nicht wie das in dem Interview rüberkommt – ich hab’s jetzt nur einmal gelesen. Es ist jetzt nicht, dass das nur großartig mit dem Label zu tun hat. Prinzipiell arbeiten wir mit Nuclear Blast gut zusammen, natürlich muss man sich mit einigen Dingen auseinandersetzen. Nuclear Blast ist auch ein Label wie die meisten anderen. Sie folgen den gleichen Mechanismen des Musikgeschäfts. Wir sind in der Art an die Sache gegangen, dass wir dachten: „OK, wir sind jetzt beim coolen Verlag mit dem coolen Laben und einer coolen Booking-Agentur, mit allem am Start“ und haben uns, ja wirklich bisschen blauäugig verhalten. Jetzt sind wir halt an einem Punkt, wo wir besser verstanden haben wie es läuft und damit können wir auch besser arbeiten.
Also all den Kram, den wir ja auch auf „Videodrom“ ansprechen. Das und wie wir es auch in anderen Interviews erzählen. Das war irgendwo eine herbe Kelle für uns aber letztendlich haben wir die Zähne zusammengebissen und haben dieses Album rausgepresst. Und für uns eine unglaublich befreiende, fast katharsische Wirkung. Dadurch sind wir auch ein bisschen mehr auf den Boden der Tatsachen zurückgekommen. Haben halt irgendwie gemerkt, wenn es halt nur an uns fünf hängt, dann machen es halt nur wir fünf dann ziehen wir es halt eisenhart durch.

Vielleicht es auch von Fanseite her ein wenig blauäugig zu denken, es wär immer Sonnenschein.

Be: Wir jetzt als Band, die ja vorher schon ein wenig rumgekommen ist, haben das ja auch erstmal irgendwie anders gesehen.

Ba: Was wir jetzt halt gemacht haben ist einfach auch mal was ausgesprochen, was viele Bands durchmachen. Wir sind ja nicht die Einzigen, vielen geht es ja noch viel schlechter.

Be: Auf jeden Fall. Für die Band läuft es ja super. Was das angeht können wir uns eigentlich gar nicht beschweren. Es ist halt immer so ein Spagat.

Ba: Was wir gemerkt haben ist, dass man sich nicht auf alles verlassen kann. Man muss – und das ist das A und O wenn man eine Band hat – auf sich selbst vertrauen und das Ding, den Schuh, den man fahren möchte, auch möglichst durchziehen. Das bedeutet dann halt auch über das Limit hinausfahren. Und ich sag‘ jetzt mal bis zum Rande des Wahnsinns – anders geht das nicht. Das haben wir durchgezogen und wir fühlen uns dadurch sehr, sehr gut damit.

Be: Definitiv.

Besteht ein gewisser Druck seitens des Labels Alben im Zwei-Jahrestakt herauszubringen?

Ba: Dass das neue Album so schnell herausgekommen ist lag an uns, weil wir gesagt haben: „Ok, wir sind Newcomer und Newcomer müssen unserer Auffassung nach dem Album schnell was nachlegen, damit es weiter auch drinbleibt in den Köpfen“. Der Eindruck, der dadurch entstanden ist, ist demnach ein positiver, den wollten wir verstärken und festigen. Deswegen haben wir jetzt so schnell nachgelegt.

Be: Was das angeht haben wir von Nuclear Blast völlig freie Hand. Es gab niemals irgendwie eine Einmischung seitens NB, was unsere Veröffentlichung und unserer künstlerische und musikalische Ausrichtung angeht.

Ba: Als wir damals unterschrieben haben war die künstlerische Freiheit einer der wichtigsten Punkte.

Ist es auch ein Versuch vom Zombieimage wegzukommen?

Ba: Das Witzige ist ja, uns gab es ja auch schon, bevor wir bei NB waren und da haben wir ja auch schon Veröffentlichungen gemacht. Dieses Zombieding – da haben wir extra ein Konzept für eine Platte gemacht und das sollte es auch bleiben. Es ist eigentlich so ein kleine Verarsche für alle Leute die sagen „Ja, wir machen eher so das und das ist Metalcore und das ist Screamo und da sind Thrashelemente drin und bla.“. Und um dem aus dem Weg zu gehen haben wir gesagt wir machen Zombiecore. Und jetzt machen wir Videometal.

Ich fand die Idee auch mit dem Cover sehr gut, um sich von der ganzen Schwemme abzuheben.

Ba: Uns ist es ja auch wichtig, jedes Album visuell umzusetzen. Das man dem ganzen Gesamtkonzept ein schönes, umfassendes Kleid gibt. Es braucht ein Gesicht. Wenn du Musik nur einfach so hast, dann hat sie nicht die Wirkung, als wenn du z. B. ein dazu abgestimmtes Artwork, Texte, etc. hast. Alles muss in sich stimmen.

Die Artworks sind klasse, da brauchen wir nicht drüber reden. Siehst du die Malerei als zweites Standbein?

Ba: Ich leb‘ davon.

(Stille)

Be: (Lacht) Hehe. Nicht von der Musik.

Was reizt dich denn mehr – die Musik oder die Zeichnerei?

Ba: Dazu muss ich sagen, zeichnen ist die einzige Sache die ich kann, deshalb mach ich das halt. Ich hab ja jetzt auch angefangen Videos zu drehen und mal gucken, wie sich das jetzt entwickelt. Tja, das mach‘ ich halt, damit verdien‘ ich mein Geld. Ich sag‘ mal, ich bin eher ein Gesamtkünstler. Für mich ist das letztendlich alles das Gleiche. Es geht meiner Meinung nach immer nur um Komposition. Wenn du Artworks machst, dann komponierst du ja auch mit bestimmen Elementen, mit Farben und wenn du Musik schreibst, dann komponierst du mit Tönen und Stimmung. Bei Videos ist es genau das Gleiche.

Weil du gerade sagst, es wäre das Einzige, was du kannst. Du singst auf der Platte viel besser.

Ba: Danke. Diesmal haben wir uns aber auch beim Gesang die Zeit genommen, die wir da brauchten. Ich bin ja auch kein ausgebildeter Sänger oder so was. Wir haben diesmal sehr, sehr viel wert drauf gelegt, dass alles entsprechend gut ist.

Be: Bei Produktionen die wir vorher gefahren sind, die dann einfach auch zeitlich begrenzt waren hieß es dann: „OK, 3 oder 4 Wochen Studio und dann ist Schicht“. Und dann wurde meistens noch mal am Gitarrensound geschraubt, einen anderen Amp an der Gitarre und dann am Ende: Schnell, schnell, schnell und fertig machen. Passt schon so.

Es klingt aber nicht nur nach mehr Zeit.

Ba: Ja, es sind ja auch andere Sachen auf dem neuen Album, da sind ja Stimmsätze, da sind dreistimmige Gesänge.

Ja, wie wollt ihr die live umsetzen – die Stimmen sind z. T. übereinander gelegt. Du kannst dich ja nicht klonen.

Ba: Für live ist es so, dass ich mir eine Hauptstimme rausgesucht habe und die sing ich dann. Einige Bands lassen die Zusatzstimmen vom Band kommen. Darauf haben wir verzichtet. Live bin ich der Einzige der singt, also leider kein Dreisatz. Nein.

Ihr scheint ja filmtechnisch sehr beeinflusst zu sein – jetzt Videodrom, klar, aber auch deine Videos und die Chansons. Stehst du so auf schwarz-weiß Kram oder ist es nur Zufall?

Ba: Mhm. Nö, wir stehen auf vieles. Das kann man gar nicht so sagen.

Be: Alte Sachen bzw. Sachen, die sich alt anhören, haben natürlich ein gewissen Charme, aber es ist jetzt nicht so, dass wir in der Stummfilmära leben.

Hast du schon oder würdest du jemandem ein Tattoo zeichnen?

Ba: He, sachte. Nein. Ich bekomme bei MySpace zig Anfragen, obwohl ich auf der Seite geschrieben habe, hey, ich kann das nicht machen, wenn ich einen machen würde, müsste ich alle machen.

Na und für einen Freund von dir?

Ba: Achso, nee, da hab‘ ich auch nicht, aber ich habe schon jedem aus der Band eines versprochen.

Bu: Ja, zu meinem 30. Geburtstag hast du mir eins versprochen.

Ba: Ich hatte mal kein Geld und kein Geschenk und da hab ich gesagt „OK, ich mach‘ dir ein Tattoo“. Siehst du, ich habe also sogar schon eins verschenkt. Es ist immer so ein Zeitproblem. Ich sag‘ halt immer zu den meisten Leuten, dass sie sich natürlich alles was ich an Artwork gemacht habe tätowieren lassen können. Können sich gerne was aussuchen, aber direkt eine Vorlage mach‘ ich nicht. Ich sag‘ immer zu den Leuten, dass Sie zu dem Tätowierer des Vertrauens gehen sollen und die Idee erzählen und die setzen das dann schon um.

Thorsten, du bist ja anscheinend der Einzige, der sich vegan ernährt.

Thorsten: Also, meine Ernährung hat sich in der Zwischenzeit schon ein bisschen verändert. Bin halt nicht mehr komplett vegan, nur Tourveganer, ansonsten halt Vegetarier. Auf Tour bekomme ich dann immer das schönste Essen.

Aber das färbt dann nicht so auf die andern ab?

Be: Basti und ich waren sehr, sehr lange Vegetarier.

Ba: Ich habe sogar zwei Jahre lange vegan gelebt.

Be: Ja. Also nach ca. sechs Jahren haben wir dann beide gemerkt, wir haben irgendwie keinen Plan mehr.

Ba: Ja, in Stuttgart beim Maredo.

Be: Ja, wenn du merkst, dass du dir quasi selber im Weg stehst, dass du dich selber zu etwas zwingst, dass du aber eigentlich nicht willst. Ich hatte halt ultragerne immer Fleisch gegessen und es trotzdem aus bekannten Gründen aufgehört. Aber irgendwann ist dann der Damm gebrochen. Hat halt auf Dauer nicht funktioniert. Ich hatte halt auch extrem abgenommen. Es gibt Leute die essen sechs Monate kein Fleisch und wenn sie es dann wieder probieren finden sie es eklig. Vielleicht bin auch einfach zu undiszipliniert. Ich rauch‘ auch und trink‘ zu viel.

Bu: Ich bin bei uns im Garten auch den Hühnern hinterhergelaufen, aber nicht um mit ihnen zu spielen, sondern um sie zu essen.

Wer von euch ist eigentlich Calle und wer Jon?

Ba: Ich bin Calle.

Be: Und ich Jon.

In einem Interview habt ihr mal gesagt, dass „Snake Mountain“ eher ein Gag war und ihr gar nicht so Masters-verrückt seit. Aber es gab doch auch so einige Flyer in die Richtung – da muss doch was dahinter sein?

Be: Ja prinzipiell schon. In der Kindheit haben wir die Masters nur abgefeiert. Ich hatte das He-Man-Zauberschwert mit dem Sound von der Macht von Grayskull.

Cool, jetzt ist mein Weltbild wieder hergestellt.

Be: „Snake Mountain“ ist ein Song, den wollen die Leute immer hören. Immer, immer, immer. Es gab eine Zeit, da wollten die Leute nichts anderes hören und das haben wir dann als ein bisschen schade empfunden, weil der Song an sich schon cool ist, aber wir hatten halt noch andere.

Ba: Aber wir haben ja jetzt „Porn From Spain“.

Habt ihr noch andere Superhelden?

Ba: Thorsten ist unser Superheldenspezialist. Los, zeig dein Bein!

(Eine hübsch bemalte Wade voller Superhelden tut sich auf)

T: Ich bin mit all den alten Batman-Sachen, Marvel aufgewachsen. Fand die ganzen Superheldensachen toll, weil ich in der Schule immer geschlagen worden bin. …Nein.

Ba: Doch!

T:  Ja, ich war der Kleine mit der Brille.

Be: Ich hab so Undertakercomics. Kennst du die?

Ba: So einen Scheiß hab ich nicht gelesen.

T: Ich hab alles eher straight durchgezogen: Spiderman, Batman, Supermann.

Be: Die Turtles hab ich extrem abgefeiert. Immer samstags morgens um sechs Uhr aufgestanden.

Ba: Heimlich.

Be: Ja, heimlich.

Ba: Aber Comics sind auf jeden Fall aktuell.

Habt Ihr irgendwelche Lieblingsfußballvereine?

Ba: Dortmund. BVB.

Be: Hass. Ich find‘ Fußball auch total scheiße.

Ba: BVB. MSV Duisburg.

Be: Ich find‘ Fußball scheiße, weil ich find‘ Sport scheiße.

Ba: Früher war ich mal ganz krasser Fußballfan, aber jetzt interessier‘ ich mich nur noch so dafür. Länderspiele sowieso, aber wenn mal ein größeres Pokalspiel ist zwischendurch. geh‘ ich auch noch mal zu einem Fußballspiel. Wenn es die Zeit zulässt so mal gerne, aber ansonsten nicht mehr so krass wie früher.

Steht einer von euch zufälligerweise auf Behemoth?

(Fast alle gleichzeitig am Start diese Frage zu bejahen)

Bei „Immergrün“ muss ich zwangsweise immer an Behemoth denken.

Be: (Lacht) Auf jeden Fall. Behemoth ist schon ein Einfluss.

Ba: Nein. Wir haben den Song gestohlen. (Lacht)

Be: Behemoth ist z.B. auch eine der wenigen Bands – so Extrem-Metalbands – die halt auch extrem geile Videos haben, extrem geiles Artwork.

Ba: Das findest du gut? Ich find das ziemlich schlecht.

L und Be: Nein, das ist geil!

Be: Ja, weil du es nicht gemacht hast du alter Design-Nazi.

Ba: Ich find´s billig.

Be: Ich spiel‘ auch bei Behemoth. Das weiß nur keiner. Ich hab‘ sonst immer die Maske auf, deswegen erkennt mich keiner. Ich musste jetzt in Knast, deswegen bin ich jetzt nach Deutschland übergesiedelt. Habe Behemoth verlassen und mache die megafette Band Callejon.

Gut. Was hört ihr sonst so? Ist bei euch ja schwierig rauszuhören.

Ba: Lady Gaga.

Be: Es ist so, dass wir mit dem Metalzeug gar nicht mehr so im Flow sind. Wenn wir auf Tour sind. so ist es auch mal ganz schön, was anderes zu hören.

Ba: Lady Gaga.

Ba: Was ich in letzter Zeit so gehört habe ist ein elektronisches Projekt, bisschen düster, aber nicht düster im Sinne von Gothic, EBM. Ansonsten auch vielen alten Kram. Was ich durchgehend seit Jahren höre ist Type O Negative. Zur Zeit höre ich auch wieder viel Pantera. Aber es gibt wenig neuen Kram, der mich noch so richtig reinholt. The Cure höre ich auch ganz viel. Wenn dann neue Sachen dann wirklich Lady Gaga. „Bad Romance“ ist ein geiler Song. Der kommt so voll EBM–mäßig her. Den müssten wir mal covern.

Bevor es noch intimer wird und ich Dinge höre, die ich nicht hören will, enden wir hier und ich bedanke mich für das Interview.

Be: Wir danken dir. Hat Spaß gemacht. Geht’s dir noch gut?

Apropos schlecht, was meintet ihr genau mit „Von euren Farben wird mir schlecht?“

Be: Bei „Sommer, Liebe, Kokain“ geht es um die Medienkritik, mediale Überangebot.

(lb)

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