In Flames We Trust!

Verfasst am 09. Oktober 2008 von Mathias Anthes (Kategorie: Konzert-Rezensionen) — 2.220 views

In Flames | Vorbands: Sonic Syndicate, Gojira

05.10.2008 – Schlachthof, Wiesbaden

„Der frühe Vogel fängt den Wurm“, sagt der Volksmund. In diesem Fall stimmte das auch, denn obwohl der Einlass erst um 17:30 Uhr sein sollte, waren wir bereits um 14:30 Uhr vor Ort – und wurden belohnt mit einem Parkplatz, der wortwörtlich direkt vorm Eingang lag. Das war auch nötig, denn das Konzert war restlos ausverkauft.

Gegen 18:30 Uhr fingen die Schweden von Sonic Syndicate an – mit dem selben Song wie immer. Die meiste Zeit des Auftrittes stand Bassistin Karin Axelsson auf dem Podest des Schlagzeuges, erhaben über allen anderen Bandmitgliedern. Eine weise Entscheidung, denn abgesehen von ihr hatte die Band nichts zu bieten, außer musikalischem Brachland. Nach nur 30 Minuten war das Trauerspiel dann glücklicherweise vorbei.

Als nächstes spielten Gojira. Die Musik der vier Franzosen wechselte ständig zwischen düster-atmosphärischem Ambiente und kompromisslosem Gebolze. Auf die Dauer war das ziemlich anstrengend und auch langweilig, was das Publikum mit offensichtlichem Desinteresse quittierte. Die 45 Minuten ihrer Spielzeit zogen sich gen Ende hin sehr in die Länge, doch auch das war irgendwann durchgestanden.

Letztlich war die Zeit für den großen Fisch im Becken gekommen. Anfangs waren In Flames noch von einem weißen Vorhang verdeckt, nur die Silhouetten von Jesper, Björn und Peter waren erkennbar, während sie das Intro zu „The Chosen Pessismist“ spielten. Als nach knappen fünf Minuten die verzerrten Gitarren einsetzten, fiel der Vorhang und die Band war nun vollends zu sehen. Als der Song vorbei war, fiel auch der normale Banner im Hintergrund, zugunsten einer LED-Wand, die den Bandnamen anzeigte. Doch auch das hielt nur ein Lied lang, danach zeigte sie elliptische, schwarz-weiße Kreise. Eine stilisierte Galaxie? Möglich wäre es, denn der nächste Song war „Satellites And Astronauts“.
Überraschenderweise spielten sie relativ wenig Material vom aktuellen Album „A Sense Of Purpose“, dafür sehr viel altes Zeug; sogar das 12 Jahre alte „The Jester Race“. Hier zeigte sie auch die liberale Haltung In Flames‘ zum Runterladen von Musik: „Buy the song, download it, I don’t care – as long as you have it!“, ermahnte Sänger Anders Fridén. Auch sorgte er für den Lacher des Abends: Als jemand einen Schuh auf die Bühne warf, sah er sich diesen nur an und entgegnete: „Thank you, but I’ve got my own shoes.“
Mit Songs wie „Only For The Weak“, „Cloud Connected“, „Colony“, „The Quiet Place“ und „Pinball Map“ haben sie ihre deutschen Fans mehr als glücklich machen können, am meisten mitgesungen wurde aber bei „Come Clarity“. Am Vortag war die Band in Köln, wo mehr als doppelt so viele Menschen anwesend waren als im Schlachthof, doch laut Anders‘ Aussage waren die Wiesbadener lauter beim Mitsingen.
Wider aller Erwartungen spielten sie nicht „My Sweet Shadow“ als letzten Song, sondern „Move Through Me“, doch nur um danach sofort in die Zugabe überzugehen.
Um 22:08 Uhr kam mit „Take This Life“ dann aber der endgültig letzte Song und In Flames entließen uns glücklich in die kalte Oktobernacht. (ma)

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