In Flames – „A Sense Of Purpose“

Verfasst am 03. Juli 2008 von Mathias Anthes (Kategorie: CD-Rezensionen) — 1.238 views

Mit Zielstrebigkeit voran

Am 4. April 2008 war es endlich soweit: Der Nachfolger von „Come Clarity“ erscheint, ein neues Kapitel in der Geschichte von In Flames.

Was mir bereits bei „Abnegation“ aufgefallen war, ist, dass mir der Klang der Gitarren nicht so gut gefällt. Seit „Soundtrack To Your Escape“ ist der Klang sukzessiv blecherner geworden, hatte weniger Druck und weniger Bass. Wirklich erstklassiger Sound war zuletzt auf „Reroute To Remain“ zu hören, dennoch gefällt er mir besser als auf „Come Clarity“.

Doch fangen wir ganz vorne an: „The Mirror’s Truth“. Der einzige Song, den ich mir bereits vor der Veröffentlichung auf ihrer MySpace-Seite angehört hatte. Man erkennt sofort, dass sie den Weg von „Come Clarity“ weitergehen. Der Song ist zwar in der Struktur in Ordnung, jedoch nichts herausragendes.

Der nächste Song ist „Disconnected“. Beim ersten Mal hören fand ich den Song so langweilig, dass ich ihn überspringen wollte. Doch bereits ab dem dritten Mal fing er an mir zu gefallen. Besonders positiv fiel mir das Solo auf, welches mich sofort an „Colony“ erinnert und schöne Erinnerungen weckt.

Gefolgt wird das Lied von „Sleepless Again“. Beim Intro denkt man sich „Die erste Ballade des Albums?“, doch nein, schon ab Sekunde neun wird drauflos geknüppelt und zwar nicht zu knapp. Zwar ist auch diesmal der Refrain klar gesungen und nicht so hart wie die Strophen, doch daran muss man sich wohl gewöhnen. Auch diesmal gibt es ein Solo der alten Schule, man erkennt, dass die dreifachen Grammis-Preisträger ihren neuen Stil mit dem ihres Ursprunges verbinden wollen.

Alias“ heißt das nächste Stück, das gleich mit einer großen Portion Synthesizer aufwartet und welche sich auch durch den kompletten Song zieht wie ein roter Faden. Generell ist dies eher einer der ruhigeren Stücke, aber dennoch keine Ballade.

Weiter geht’s mit „I’m The Highway“, wieder ein schnelleres Lied. Zwar ist auch diesmal der Chorus klar gesungen, dennoch hat er viel mehr Ausdruckskraft als die seiner Vorgänger. Bis zu diesem Punkt ist das mein Lieblingssong der Platte, der vorallem live einiges reißen wird. Doch warten wir ab, was sonst noch so kommt.

Delight And Angers“ zum Beispiel. Bei den Gitarren fielen mir diesmal Parallelen zu „Soundtrack To Your Escape“ auf, ansonsten ein eher vernachlässigbarer Song.

Besser macht es da „Move Through Me“, welcher wieder mit Gebolze anfängt, wie es sich für eine (Melodic-) Death-Metal-Band gehört. Der bisher härteste Song des Albums, der in allen Punkten besticht, auch die Solos sind von bester Güte. Der perfekte Live-Song, der so manche Metaller-Mähne fliegen lassen wird.

Wie der Titel des nächsten Stückes, „The Chosen Pessimist“, erahnen lässt, handelt es sich hier um ein sehr sachtes, welches die ersten zwei Minuten komplett ohne Lyrik auskommt (was bei einer Gesamtlänge von approximativ 8 1/2 Minuten jedoch nicht ins Gewicht fällt). Erst ab Minute fünf setzen verzerrte Gitarren ein, wenn auch nicht lange. Anders‘ Gesangsstil wirkt wirklich sehr bedrückend, man spürt förmlich die Agonie in seinem Herzen. Definitiv eine weitere, erstklassige Halbballade.

Kommen wir zu Titel Nummer neun, „Sober And Irrelevant“. Irrelevant ist dieser Song bei bestem Willen nicht, endlich wieder eine schnelle Nummer mit schnellen Riffs, die perfekt zum Headbangen geeignet sind.

Nach der Neun kommt bekanntlich die Zehn, was in diesem Fall „Condemned“ ist. Erneut ein rascher Titel, der durchaus mit Geberqualitäten überzeugen kann. Diesmal wird im Refrain sogar nicht nur klar gesungen, sondern auch wieder mehr gegrölt (es geht doch!).

Der Vorletzte Geniestreich trägt den Titel „Drenched In Fear“, und auch hier geht es gleich zur Sache, wennauch der Kehrvers zu lasch wirkt für den Rest. Nichtsdestoweniger ein Lied, das zurecht auf einem In-Flames-Tonträger wiederzufinden ist.

Die Nachhut bildet „March To The Shore“, dessen ungeachtet muss sich dieser Titel nicht vor seinen Vorgängern verstecken. Ich hatte an dieser Stelle zum Abschluss eine Ballade erwartet, doch wieder einmal konnten die Schweden zeigen, dass man sie besser nicht unterschätzt, denn die Jungs strotzen nur so vor Kreativität.

Nach 48 Minuten und 9 Sekunden ist der Spaß letztendlich vorbei, doch mit einem sehr guten Gefühl. Ich bin überrascht, dass die Scheibe im Vergleich zu „Come Clarity“ doch wieder eine ganze Ecke härter ausgefallen ist, eine absolut positive Entwicklung.

In Schulnoten würde ich wohl eine 2- vergeben; gut, aber mit Platz für Verbesserung. Doch ich bin mir sicher, dass In Flames mich auch in Zukunft nicht enttäuschen werden, und so werde auch ich weiterhin ein loyales Mitglied der „Colony“ bleiben. (ma)

Bewertung: 10/15 Punkte
Genre: Melodic Death Metal/Göteborger Schule
Herkunft: Schweden
Label: Nuclear Blast
Veröffentlichungsdatum:
04.04.2008
Homepage: www.InFlames.com

Tracklist

  1. The Mirror’s Truth
  2. Disconnected
  3. Sleepless Again
  4. Alias
  5. I’m The Highway
  6. Delight And Angers
  7. Move Through Me
  8. The Chosen Pessimist
  9. Sober And Irrelevant
  10. Condemned
  11. Drenched In Fear
  12. March To The Shore


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