Das Beste kommt zum Schluss

Verfasst am 31. Dezember 2009 von Mathias Anthes (Kategorie: Konzert-Rezensionen) — 1.153 views

„Darkness Over X-Mas“ | Mit: Heaven Shall Burn, Caliban, Dark Tranquillity, Swashbuckle und Deadlock

30.12.2009 – LKA-Longhorn, Stuttgart

Zugegeben, Weihnachten ist schon seit ein paar Tagen vorbei, doch man kann ja nicht überall gleichzeitig sein, richtig? Deshalb bricht in Stuttgart die Dunkelheit erst einen Tag vor Silvester über Weihnachten herein. Doch das tut der Stimmung keinen Abbruch!
Getrübt wird die Stimmung aber durch andere Dinge: Das Konzert ging bereits los, als noch sehr viele Leute damit beschäftigt waren ihre Klamotten an der Garderobe abzugeben, sodass sie den Anfang verpassten. Das zweite Manko ist, dass die erste Band Deadlock war; denn das hat zur Folge, dass die Spielzeit der Band stark begrenzt ist. Leider betrug die Spielzeit tatsächlich nur eine halbe Stunde, doch die Jungs bzw. das Mädel gaben Vollgas als ob sie der Hauptakt wären. Voller Energie legten sie einen famosen Auftritt hin, der vom Publikum gebührend gefeiert wurde. Songs wie „Code Of Honor“, „The Brave/Agony Applause“ oder „Awakened By Sirens“ müssen aber auch gefeiert werden!
Weiter ging es mit den US-Piraten von Swashbuckle. Waschecht in Piratenkleidung sprangen die Thrasher auf die Bühne, Bassist/Sänger „Admiral Nobeard“ hatte sogar einen (Plüsch-)Papagei auf der Schulter sitzen. Was sie auf dieser Tour zu suchen hatten wird zwar wohl immer ein Geheimnis bleiben, aber dem Publikum schien es ganz gut zu gefallen, besonders den Aufforderungen zur „Wave Of Death“ wurde immer wieder Folge geleistet. Musikalisch waren sie in Ordnung, aber wirklich begeistert hatten sie mich nicht. Mehr Spielzeit für Deadlock wäre definitiv die bessere Wahl gewesen. Nebeneffekt des Auftrittes: Jetzt will ich auch so einen Papagei.
Nach dem Umbau der Bühne ging es weiter mit dem Hauptgrund, weshalb wir vor Ort waren: Dark Tranquillity. Ich war eigentlich der festen Überzeugung, dass sie der Headliner wären, doch erneut wurde ich enttäuscht. Die Schweden machten aber das Beste aus ihren 50 Minuten und zeigten sich in Höchstform. Nach fast jedem Song (darunter „Lost To Apathy“, „The Treason Wall“, „Misery’s Crown“ und „The Lesser Faith“) gab es „Dark Tranquillity!“-Sprechchöre, ein Zeichen dafür, dass viele Leute tatsächlich wegen DT kamen. Als Vorgeschmack auf ihr neues Album „We Are The Void“ (Erscheinungstermin: 01. März 2010) spielten sie einen Song von eben jener CD: „Dream Oblivion“. Wie erwartet kam das Stück sehr gut an und schürte die Vorfreude auf das neue Meisterwerk. Doch auch der beste Auftritt muss irgendwann enden, und der von Dark Tranquillity tat es mit „Terminus (Where Death Is Most Alive)“.
Die vorletzte Band des Abends waren Caliban. Metalcore ist nicht wirklich mein Bier, sodass ich mir das Spektakel nur aus der hintersten Reihe ansah. Dem Großteil des Publikums ging es da anders, auch die Hattinger wurden exzessiv gefeiert, auch wenn ich das Gefühl hatte, dass Dark Tranquillity letzten Endes doch besser ankamen. Während des Auftrittes freute ich mich eher auf den Hauptakt des Abends, namentlich Heaven Shall Burn.
Bei ihnen ist der Metalcore über die Jahre eher in Richtung moderner Death Metal gegangen, was mich schon eher anspricht. Ein Großteil der Setlist bestand natürlich aus Songs des aktuellen Albums „Iconoclast“, aber auch Klassiker wie „The Weapon They Fear“ wurden dem Publikum um die Ohren gehauen. HSB sind dafür bekannt, dass sie den klassischen Circle Pit gerne etwas ausbauen – in diesem Falle ließen sie die Metalheads um die Tribüne in der Mitte der Halle herumlaufen, was großen Anklang fand. Da es der letzte Tag der Tour war, wurden während der Show die Reste des Merch-Standes ins Publikum geworfen, quasi als verspätetes Weihnachtsgeschenk. Ihre knapp 1 1/2 Stunden Spielzeit beendeten die Jungs aus Saalfeld/Saale mit dem Edge-Of-Sanity-Cover „Black Tears“.
Doch der Abend war noch nicht vorbei! Auf dem Weg zum Auto sahen wir tatsächlich Mikael Stanne vor dem Tourbus stehen und schafften es, Fotos mit und Autogramme abzustauben sowie ein wenig mit ihm zu plaudern – das war defonitiv eine Wiedergutmachung für die kurze Spielzeit! Und die 6 Stunden Fahrt waren auf die Art auch mehr als gerechtfertigt. (ma)

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